{"id":1354,"date":"2014-03-20T15:15:46","date_gmt":"2014-03-20T14:15:46","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=1354"},"modified":"2014-03-20T15:15:46","modified_gmt":"2014-03-20T14:15:46","slug":"buchkritik-gravitationsfeld-pop-von-uwe-breitenborn-thomas-dullo-und-soren-birke-hg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2014\/03\/20\/buchkritik-gravitationsfeld-pop-von-uwe-breitenborn-thomas-dullo-und-soren-birke-hg\/","title":{"rendered":"Buchkritik: \u201eGravitationsfeld Pop\u201c von Uwe Breitenborn, Thomas D\u00fcllo und S\u00f6ren Birke (Hg.)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/9783837624519_216x1000.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1358\" alt=\"9783837624519_216x1000\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/9783837624519_216x1000-196x300.jpg\" width=\"196\" height=\"300\" \/><\/a><br \/>\nDas Buch erschien im Januar 2014 bei transcript und tr\u00e4gt den Untertitel \u201eWas kann Pop? Was will Popkulturwirtschaft? Konstellationen in Berlin und anderswo\u201c (ISBN 978-3-8376-2451-9, 34,99 \u20ac). Der Herausgeber Uwe Breitenborn ist Medienwissenschaftler an der Hochschule Magdeburg und der Universit\u00e4t Halle-Wittenberg; der Herausgeber Thomas D\u00fcllo ist Professor im Bereich Verbale Kommunikation an der UdK Berlin; der Herausgeber S\u00f6ren Birke ist Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Kesselhaus\/Maschinenhaus der KulturBrauerei in Berlin sowie Aufsichtsratvorsitzender der Berlin Music Commission.<!--more--><\/p>\n<p>Nach einer Einleitung der Herausgeber Breitenborn und D\u00fcllo folgen 24 Aufs\u00e4tze und Interviews verschiedener Autoren. Sie sind unterteilt in die Themenkapitel: Produzenten, Reflektoren, Nutzer. Breitenborn steuert im Buch keinen weiteren Text mehr bei, D\u00fcllo f\u00fchrt ein Interview (mit Martin Kiel), die Hauptarbeit verrichtete offensichtlich Birke, er f\u00fchrte insgesamt sechs Interviews und verfasste zus\u00e4tzlich einen Aufsatz \u00fcber das Musicboard in Berlin.<\/p>\n<p>Das mit 432 Seiten und einem beigelegtem Poster sehr umfangreich angelegte Buch geht der etwas unkonkreten Fragestellung nach was Pop kann, was Popkulturwirtschaft will. Es geht dabei haupts\u00e4chlich um die momentane Situation und die Fortschritte popkultureller Lobbyarbeit in Berlin, aber auch irgendwie und irgendwo um viele andere Themen, die irgendwas mit Pop oder so zu tun haben.<\/p>\n<p>Mit Abstand am spannendsten sind die Interviews des praktisch veranlagten und lokal bestens vernetzten Pop-Aktivisten Birke. Es stellte interessante Fragen, seine Interviewpartner sind klug ausgew\u00e4hlt und ihre Aussagen gew\u00e4hren dem Leser immer wieder einen Einblick in die organisierte Popkulturwirtschaft im Raum Berlin. Teilweise wirken seine Fragestellungen etwas lang, suggestiv und vom eigenen lobbyistischen Interesse geleitet. Die Befragten sind aber stets souver\u00e4n genug diesen Tendenzen nicht nachzugehen, sondern eigene Erfahrungen und Standpunkte in einer ungewohnt offenen Weise darzulegen. Davon gerne mehr. Schade nur, dass die Interviewten nicht kurz am Anfang des Interviews vorgestellt werden, so muss man erst in den Anhang bl\u00e4ttern um zu verstehen, wer da denn spricht.<\/p>\n<p>Schw\u00e4chen zeigt das Buch bei den Texten bei denen man sich fragt, warum die eigentlich in die Sammlung aufgenommen wurden. Anfangen muss man da leider schon bei der Einleitung, die sehr schwafelig daherkommt. Ein st\u00e4ndiges name- und locationdropping, kombiniert mit eigenen unbelegten Meinungskundgebungen, es m\u00e4andert ohne konkrete Aussage von Roland Barthes durch den \u201eMaschinenraum des Pop\u201c (Lieblingsphrase der Autoren) bis zu den gegenw\u00e4rtigen Szeneclubs Berlins. Anstrengend. Ebenso die Texte von Jochen Bonz, Christoph Jacke (\u201ekult\u00fcrlich\u201c), Philip Wagemann, Gerd Hallenberger, N. &amp; E. K\u00fchnert, Elisabeth Heil und Lothar Mikos. Sie behandeln allesamt extrem spezielle Themen, teilweise bedienen sie sich einer pseudo-akademischen, selbstgebastelten Hipster-Pop-Lingo, die Zitate (gerne von Popsongtexten), Anspielungen und Zusammenh\u00e4nge vort\u00e4uscht, die dann doch nicht bestehen bzw. sich als irrelevant herausstellen, etc., da h\u00e4tte man einige davon auch ohne bemerkenswerten Verlust rauslassen k\u00f6nnen, h\u00e4tte das Buch weniger langwierig und insgesamt st\u00e4rker gemacht.<\/p>\n<p>Ein Wort noch zum beigelegten Poster: Damit haben sich die Herausgeber anscheinend einen pers\u00f6nlichen Traum erf\u00fcllt, der kurioserweise nichts mit dem selbstgesetzten Thema zu tun hat. \u00dcber einen Zeitstrahl werden exemplarisch musikhistorische Chronologien in den willk\u00fcrlich gew\u00e4hlten Genres Jazz\/Avantgarde, Black Music, Techno\/Electronica (Vorderseite) und HipHop, Independent, Metal (R\u00fcckseite) illustriert. Keine Ahnung wozu das gut sein soll. Da hat Peter Frame (Rockfamily Trees) nat\u00fcrlich schon viel, viel besser und sch\u00f6ner vorgemacht wie\u2019s geht. Statt der redundanten Auflistung der ausgelutschten Genres w\u00e4ren f\u00fcr das Poster zum Buch freilich deutscher Hip Hop, deutscher Schlager, Deutschrock, deutscher Jazz, deutsche Liedermacher, deutsche Musik nach der Wende, Berliner Bands\/Musiker etc. interessanter gewesen.<\/p>\n<p>Fazit: S\u00f6ren Birke h\u00e4tte das Buch alleine herausgeben sollen. Er h\u00e4tte einige Texte komplett streichen und einige weitere Interviews f\u00fchren k\u00f6nnen. Das Buch w\u00e4re dann kompakter, spannender zu lesen und mehr auf den Punkt gewesen. So muss man sich passagenweise etwas qu\u00e4len, trotzdem lesenswert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch erschien im Januar 2014 bei transcript und tr\u00e4gt den Untertitel \u201eWas kann Pop? Was will Popkulturwirtschaft? 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