{"id":1803,"date":"2014-10-06T15:22:52","date_gmt":"2014-10-06T13:22:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=1803"},"modified":"2014-10-06T15:22:52","modified_gmt":"2014-10-06T13:22:52","slug":"buch-akustisches-kapital-von-bastian-lange-hans-joachim-buerkner-und-elke-schuessler-hg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2014\/10\/06\/buch-akustisches-kapital-von-bastian-lange-hans-joachim-buerkner-und-elke-schuessler-hg\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eAkustisches Kapital\u201c von Bastian Lange, Hans-Joachim B\u00fcrkner und Elke Sch\u00fc\u00dfler (Hg.)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/9783837622560_216x1000.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1802\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/9783837622560_216x1000.jpg\" alt=\"9783837622560_216x1000\" width=\"216\" height=\"329\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/9783837622560_216x1000.jpg 216w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/9783837622560_216x1000-197x300.jpg 197w\" sizes=\"(max-width: 216px) 100vw, 216px\" \/><\/a><br \/>\nDas Buch erschien im August 2014 bei transcript und tr\u00e4gt den Untertitel \u201eWertsch\u00f6pfung in der Musikwirtschaft (ISBN 978-3-8376-22256-0, 29,80 \u20ac). Der Herausgeber Bastian Lange ist Stadt- und Wirtschaftsgeograph; der Herausgeber Hans-Joachim B\u00fcrkner ist Wirtschafts- und Sozialgeograph; die Herausgeberin Elke Sch\u00fc\u00dfler ist Juniorprofessorin f\u00fcr Organisationstheorie im Fachbereich Wirtschaftswissenschaft der Freien Universit\u00e4t Berlin.<!--more--><\/p>\n<p>Das Buch beginnt mit einer sehr ausf\u00fchrlichen Einleitung der drei Herausgeber. Hier werden die Ausgangslage und zentrale Begriffe u. Konzepte vorgestellt. Der Text ist informativ, aber sehr akademisch und kompliziert. Zwar werden die Begriffe \u201eAkustisches Kapital\u201c und \u201eWertsch\u00f6pfung\u201c erkl\u00e4rt, aber auf den drei folgenden Buchseiten wird bereits unterschieden in Wertsch\u00f6pfungsketten und Wertsch\u00f6pfungskonfigurationen, dann ist von Wertsch\u00f6pfungsbegriffen und Wertsch\u00f6pfungsprozessen die Rede, es folgen Wertsch\u00f6pfungsformen, Wertsch\u00f6pfungsmodelle und Wertsch\u00f6pfungsaktivit\u00e4ten, das ganze endet dann bei Wertsch\u00f6pfungskonzepten, Wertsch\u00f6pfungsvarianten und Wertsch\u00f6pfungsanalysen. Praktische Beispiele dazu fehlen leider und ziemlich bald bef\u00f6rdert\u00a0das ewige Gefasel von\u00a0Wertsch\u00f6pfung den Leser erwartungsgem\u00e4\u00df in einen Zustand der Er-sch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>Nach der Einleitung folgen neun wissenschaftliche Aufs\u00e4tze und zehn Interviews, sie sind unterteilt in die drei Themenkapitel: \u201eBeispiele neuer Wertsch\u00f6pfungskonfigurationen\u201c, \u201eIntermedi\u00e4re in Wertsch\u00f6pfungsprozessen\u201c und \u201eWertsch\u00f6pfung und Neue Medien\u201c. Erstaunlicherweise sind unter den Autoren der Aufs\u00e4tze fast keine \u00d6konomen oder Musikwissenschaftler, sondern vorwiegend Organisationstheoretiker, Soziologen und Geographen. Die \u00e4u\u00dferst kompakten Interviews (2-4 Seiten) sind jeweils zwischen die Aufs\u00e4tze gestreut und folgen einem vollstandardisierten Verfahren. Dadurch sind sie gut vergleichbar, angenehm lesbar und sorgen w\u00e4hrend der Lekt\u00fcre f\u00fcr eine willkommene, kleine Auflockerung.<\/p>\n<p>Wie bei derartig herausgegebenen Aufsatzsammlungen \u00fcblich gibt es auch hier H\u00f6hen und Tiefen. Herausragend gut sind sicherlich die Beitr\u00e4ge von Hans-Joachim B\u00fcrkner (\u201eTrackproduktion als trail and error\u201c), Elke Sch\u00fc\u00dfler und Leonhard Dobusch (\u201eMusikevents als B\u00fchnen f\u00fcr den Urheberrechtsdiskurs\u201c) und Peter Tschmuck (\u201eDas 360\u00b0-Musikschaffen im Wertsch\u00f6pfungsnetzwerk des Musikindustrie\u201c). Neben anderen ordentlichen Beitr\u00e4gen sind leider auch einige bemerkenswert schwache Beitr\u00e4ge darunter (langweilig: Christoph Michels, Malte Friedrich; ganz schlimm: Jan-Michael K\u00fchn, Carsten Winter).<\/p>\n<p>In ihrer Gesamtheit verschafft die Lekt\u00fcre dem Leser einen zwar sehr akademischen, aber auch informativen und detaillierten Einblick in verschiedene Formen der Wertsch\u00f6pfung innerhalb der zeitgen\u00f6ssischen Musikwirtschaft. Der Schwerpunkt liegt dabei bei der Betrachtung der Club-, Track- und DJ-Kultur der (\u201eKulturhaupt-\u201c)Stadt Berlin, die immer wieder als Erfolgs- und Zukunftsmodell, als Idealtypus und Dauerbeispiel herangezogen wird. Andere deutsche St\u00e4dte spielen kaum und die Weiten der deutschen Provinz leider \u00fcberhaupt gar keine Rolle in den Betrachtungen, obwohl in den Interviews an verschiedenen Stellen dezidiert darauf hingewiesen wird wie wichtig und f\u00f6rderw\u00fcrdig lokale und regionale Musikkulturen seien.<br \/>\nEin weiteres Manko ist, dass neben den Betrachtungen der \u201ehippen\u201c neuen Formen der Wertsch\u00f6pfung die traditionellen und selbstverst\u00e4ndlich noch existenten Formen fast vollst\u00e4ndig unter den Tisch fallen: Musiker, S\u00e4nger, Bands, Konzert- und Kleinkunstb\u00fchnen, Songwriter, Komponisten, Instrumentalisten, Arrangeure, Chorleiter und Dirigenten, Theatermusiker, Film-, Werbe- und Computerspielmusiker, ja sogar das sehr weite Feld von Musikp\u00e4dagogen, Musikschulen, Musikwettbewerben kommen in den Betrachtungen an keiner Stelle vor. So gesehen muss sich die Textsammlung insgesamt leider einen extrem verengten und noch dazu theoretischen Blickwinkel auf das vorgegebene Thema \u201eWertsch\u00f6pfung in der Musikwirtschaft\u201c vorwerfen lassen.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re sch\u00f6n gewesen, wenn man wenigsten einen kleinen Einblick in die g\u00e4ngige und f\u00fcr viele Musikschaffende allt\u00e4gliche wirtschaftliche Praxis abseits der gro\u00dfen Metropole Berlin bekommen h\u00e4tte. So wirkt das Buch in seiner Gesamtheit dann doch etwas abgehoben, unzug\u00e4nglich und pseudoelit\u00e4r. Ansonsten als Erg\u00e4nzung zu anderen praktischen Betrachtungen oder als Detailausschnitt f\u00fcr praxisfremde oder -entfremdete Akademiker eventuell anregend.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Buch erschien im August 2014 bei transcript und tr\u00e4gt den Untertitel \u201eWertsch\u00f6pfung in der Musikwirtschaft (ISBN 978-3-8376-22256-0, 29,80 \u20ac). 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