{"id":209,"date":"2013-03-10T12:42:22","date_gmt":"2013-03-10T11:42:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=209"},"modified":"2013-03-10T12:42:22","modified_gmt":"2013-03-10T11:42:22","slug":"hank-me","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2013\/03\/10\/hank-me\/","title":{"rendered":"Hank &#038; Me"},"content":{"rendered":"<p>Der Teaser Track \u201cI\u2019m So Lonesome I Could Cry\u201c hat mich dazu bewogen mein Verh\u00e4ltnis zu Hank Williams Senior Revue passieren zu lassen.<\/p>\n<p>Als Kind habe ich ohne es zu wissen bereits regelm\u00e4\u00dfig Hank Williams-Songs\u00a0geh\u00f6rt, allerdings selten im Original, sondern meist in der Version von Jerry Lee Lewis. Mein Vater hat als gro\u00dfer Fan insbesondere die Country-Alben des Killers geh\u00f6rt, die nach seiner kurzen Karriere als Rock and Roller ab etwa Mitte der 1960er entstanden sind. Wer Jerry Lee Lewis kennt, wei\u00df welche gro\u00dfe Meinung er vom Songschreiber Hank Williams hat. Von ihm stammt auch die Aussage, dass es letztlich nur vier wahre \u201eStilisten\u201c gegeben habe.\u00a0<!--more-->Bei Jerry Lee Lewis klingt das dann so:<\/p>\n<p>&#8222;There\u2019s only been four of us, Al Jolson, Jimmie Rodgers, Hank Williams, and Jerry Lee Lewis. That\u2019s your only four fuckin\u2019 stylists that ever lived.&#8220; (JLL nach Guterman, Chapter 2)<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des Zivildienstes hatte ich eine Phase in der ich sehr intensiv die Sun-Sessions von Jerry Lee Lewis geh\u00f6rt und transkribiert habe. In seinem hoch spannenden Mix von Folk, Blues, Gospel, Pop und Rock and Roll Songs, der lange Jahre unver\u00f6ffentlicht blieb, spielen Hank Williams-Songs eine zentrale Rolle. Und es ist keine \u00dcberraschung, dass die zweite Killer-Single \u201eGreat Balls Of Fire\u201c auf der B-Seite den Hank Williams Song \u201eYou Win Again\u201c hat, der es damals bis auf Platz 2 der Country &amp; Western-Charts brachte, eingespielt \u00fcbrigens alleine am Piano mit minimalster Begleitung vom Schlagzeug. Hier deutet sich Jerry Lee\u2019s zweite Karriere in der Country Musik bereits an.<\/p>\n<p>Ich habe mir dann das Album \u201e24 of Hank Williams&#8216; Greatest Hits\u201c, das ich noch aus meines Vaters Sammlung als Vinyl kannte, als CD gekauft und oft geh\u00f6rt. Es wurde zu meiner Standard CD bei den langen Fahrten zu einem Musikverein in MSP bei dem ich zu Beginn meines Studiums mein erstes Engagement als Gitarrenlehrer bekam. Anfangs besa\u00df ich noch kein eigenes Auto um hinzukommen. Freundlicherweise bekam ich daf\u00fcr den altehrw\u00fcrdigen Peugot 504 einer Freundin geliehen und ich kann mich noch daran erinnern wie ich wirklich monatelang auf Hin- und R\u00fcckfahrt zusammen mit Hank Williams die Songs gesungen habe. Die Texte konnte ich bald auswendig, aber die Country-Jodels waren eine echte s\u00e4ngerische Herausforderung und ich kann sicher sagen es war gut, dass ich diese Technik alleine in der akustisch abgeschotteten Kabine des Wagens ge\u00fcbt habe. Es hat eine gute Weile gedauert bis das Jodeln funktionierte. Ein Vorteil war dabei sicher, dass Hank Williams einer der wenigen S\u00e4nger ist, der fast genau denselben Stimmumfang hat wie ich (der einzig andere f\u00fcr mich relevante: Jim Croce). Das bedeutet, dass ich wirklich ausnahmslos jeden seiner Songs ohne gr\u00f6\u00dfere Umst\u00e4nde mitsingen und nachsingen kann. Das d\u00fcrfte auch einer der Gr\u00fcnde sein, warum ich monatelang ohne \u00dcberdruss seine Songs singen konnte.<\/p>\n<p>Mit \u201eLovesick Blues\u201c kam dann kurz danach ein in der Version von Hank Williams popul\u00e4r gewordener Song auf das Album \u201eLeave the Blues behind\u201c (2000) der Bluesformation Sch\u00fctze &amp; St\u00fcckle. Ich halte es heute f\u00fcr eines der gelungeneren St\u00fccke des Albums (zusammen mit \u201eWest Texas Moon\u201c), weil ich hier s\u00e4ngerisch, aber auch vom Repertoire her erstmals f\u00fcr mich neue Wege einschlug. Wie prophetisch der Album-Titel gew\u00e4hlt war wurde mir erst Jahre sp\u00e4ter bewusst. Mit dem ersten <a title=\"Will Handsome\" href=\"http:\/\/willhandsome.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Will Handsome<\/a>-Album (2002) ging ich dann noch st\u00e4rker in diese Richtung, allerdings wurde die Produktion fast eine Studie in historischer Auff\u00fchrungspraxis. Die Songs waren \u201eWedding Bells\u201c und \u201eHey, Good Lookin\u2019\u201c, auf dem Nachfolger (2006) waren mit \u201eRamblin\u2019 Man\u201c, \u201eLong Gone Lonesome Blues\u201c und \u201eWeary Blues\u201c bereits drei Hank Williams-Songs auf einem Album. Und nun also der Klassiker \u201eI\u2019m so Lonesome I could cry\u201c in einer, wie ich finde, exquisiten Version.<\/p>\n<p>Seit vielen Jahren besitze ich die CD-Boxen \u201eThe Complete Hank Williams\u201c (10 CDs, Mercury 1998), \u201eThe Unreleased Recordings\u201c (3 CDs, Time Life 2008) und \u201eHank Williams Revealed\u201c (3 CDs, Time Life 2009). \u201eHank Williams. The Biography\u201c von Colin Escott habe ich mehrfach gelesen. Zum Einstieg empfehle ich aber immer noch \u201e24 of Hank Williams&#8216; Greatest Hits\u201c und \u201eHank Williams alone with his Guitar\u201c (Mercury 2000). Und noch ein ganz wichtiger Tipp zum Schluss: Mitsingen nicht vergessen!<\/p>\n<p>Epi-Log: Hank Williams Senior w\u00e4re in diesem Jahr 90 Jahre alt geworden. Er ist in der Neujahrsnacht vor 60 Jahren im Alter von nur 29 Jahren auf einer n\u00e4chtlichen Fahrt und v\u00f6llig unbemerkt von seinem Chauffeur auf dem R\u00fccksitz eines Cadillacs einsam verstorben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Teaser Track \u201cI\u2019m So Lonesome I Could Cry\u201c hat mich dazu bewogen mein Verh\u00e4ltnis zu Hank Williams Senior Revue passieren zu lassen. 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