{"id":2675,"date":"2015-05-31T17:10:34","date_gmt":"2015-05-31T15:10:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=2675"},"modified":"2015-05-31T17:10:34","modified_gmt":"2015-05-31T15:10:34","slug":"buch-musikphilosophie-von-richard-klein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/05\/31\/buch-musikphilosophie-von-richard-klein\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eMusikphilosophie\u201c von Richard Klein"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-2674\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie-212x300.jpg\" alt=\"Musikphilosophie\" width=\"170\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie-212x300.jpg 212w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie-723x1024.jpg 723w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie-768x1088.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie-1084x1536.jpg 1084w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie-1200x1700.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/Musikphilosophie.jpg 1417w\" sizes=\"(max-width: 170px) 100vw, 170px\" \/><\/a>Richard Klein ist freier Autor und Musikphilosoph. Er studierte Orgel an der Hochschule f\u00fcr Musik in Freiburg und schloss daran ein Zweitstudium der Philosophie und Musikwissenschaft an. Mitte der 1990er Jahre war er Lehrbeauftragter f\u00fcr \u00c4sthetik in seiner Heimatstadt Freiburg (Uni &amp; PH) und im Jahr 1995 Mitbegr\u00fcnder des Projekts \u201eMusik &amp; \u00c4sthetik\u201c, das sich u.a. in der gleichnamigen Zeitschrift artikuliert. In der Reihe \u201eZur Einf\u00fchrung\u201c des Hamburger Verlags Junius erschien von ihm im Oktober 2014 das B\u00fcchlein \u201eMusikphilosophie\u201c. Die Reihe besteht bereits seit 1977 und \u201eist f\u00fcr Leute geschrieben, denen daran gelegen ist, sich \u00fcber bekannte und manchmal weniger bekannte Autor(inn)en und Themen zu orientieren.\u201c (\u201eZur Einf\u00fchrung&#8230;\u201c, Vorwort des Verlages)<!--more--><\/p>\n<p>Das Buch ist in neun Kapitel unterteilt. Zuerst erkl\u00e4rt Klein seine Methode, danach geht es um Hanslick, Adam Smith, Schopenhauer, Nietzsches Wagner, Adorno, um Zeit, den Werkbegriff und im letzten Kapitel um Bob Dylan.<\/p>\n<p>Um es gleich vorwegzunehmen, dieses Buch zu lesen ist eine einzige Qu\u00e4lerei. Der methodische Aufbau ist eine heillose Katastrophe und als Einf\u00fchrung in das Fachgebiet der Musikphilosophie ist es eine glatte Themaverfehlung. Richard Klein m\u00e4andert in einem unverst\u00e4ndlichen, akademischen Duktus durch seine musikphilosophischen Lieblingsthemen, wichtige Eckpunkte \u00fcberspringt er komplett, er etabliert keine Ordnung, setzt philosophisches und musikhistorisches Spezialwissen voraus, dr\u00fcckt sich vor Antworten, will sich partout nicht festlegen, h\u00e4lt sich alle Hintert\u00fcren offen, stiftet Verwirrung, verschleppt und verschleiert, z\u00fcndet argumentatorische Nebelkerzen und l\u00e4sst den Leser damit ins Leere laufen. Im ersten Kapitel erw\u00e4hnt er einmal die Digitalisierung, das \u201eEnde des Materialdenkens\u201c, den Gleichstand von \u201eE\u201c und \u201eU\u201c, nur um gleich anzuk\u00fcndigen, dass eine belastbare Aussage dazu nicht m\u00f6glich sei. Zu Folklore oder Jazz \u00e4u\u00dfert er sich abf\u00e4llig und Pop ist f\u00fcr ihn gleichbedeutend mit der Kunstfigur Bob Dylan, er verbindet mit ihr das Thema Religiosit\u00e4t. Ein typischer, unverbindlicher Satz:<\/p>\n<p>\u201eDylan ist weder Pop noch gro\u00dfe Kunst und doch, bis zu einem gewissen Grad, beides in eins.\u201c (Zur Methode, S.20)<\/p>\n<p>Eine naheliegende Einteilung der Musikphilosophie in geistesgeschichtliche Epochen, Musikstile oder zentrale Themenbereiche wie \u201eMusik\u00e4sthetik\u201c, \u201eMusik und Gesellschaft\u201c, \u201eMusik und Geschichte\u201c, \u201eMusik und Politik\u201c, \u201eMusik und \u00d6konomie\u201c oder gar \u201eMusik und Digitalisierung\u201c wird nicht vorgenommen. Stattdessen bekommt der Leser einen monomanischen Egotrip, dem schwer zu folgen ist und der alsbald sehr m\u00fcde macht und die Gedanken abschweifen l\u00e4sst. Dabei ist der Schreibstil ebenso selbstgef\u00e4llig wie unn\u00f6tig kompliziert. Klein predigt von oben herab aus dem Elfenbeinturm, gef\u00e4llt sich in der Rolle des allwissenden Gelehrten, der mitleidig zu den naiven Ahnungslosen spricht, die am Ende ja doch nichts kapieren.<\/p>\n<p>Fazit: Von einer brauchbaren und nachvollziehbaren Einf\u00fchrung in das Fachgebiet der Musikphilosophie ist das B\u00fcchlein leider meilenweit entfernt und das ist sehr bedauerlich. Klein hatte die M\u00f6glichkeit, erstmals eine kompakte und verst\u00e4ndliche Orientierung f\u00fcr Einsteiger und Interessierte zu formulieren, das war sein Auftrag und daran ist er offenkundig gescheitert. Ganz nebenbei h\u00e4tte er einen methodisch\/didaktischen Aufbau f\u00fcr ein noch ziemlich unstrukturiertes Fachgebiet etablieren k\u00f6nnen. Leider war es ihm wichtiger seine eigenen, punktuellen Wissensgebiete zu platzieren. So wird das B\u00fcchlein zum Protokoll einer vergebenen Chance. Schade f\u00fcr die Musikphilosophie.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch erscheint im Junius Verlag und kostet 14,90 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Richard Klein ist freier Autor und Musikphilosoph. Er studierte Orgel an der Hochschule f\u00fcr Musik in Freiburg und schloss daran ein Zweitstudium der Philosophie und Musikwissenschaft an. 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