{"id":2695,"date":"2015-06-04T18:07:10","date_gmt":"2015-06-04T16:07:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=2695"},"modified":"2015-06-04T18:07:10","modified_gmt":"2015-06-04T16:07:10","slug":"buch-couchsurfing-im-iran-von-stephan-orth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/06\/04\/buch-couchsurfing-im-iran-von-stephan-orth\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eCouchsurfing im Iran\u201c von Stephan Orth"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Couchsurfing.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2694\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Couchsurfing-183x300.jpg\" alt=\"Couchsurfing\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Couchsurfing-183x300.jpg 183w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Couchsurfing-625x1024.jpg 625w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Couchsurfing-768x1258.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Couchsurfing-938x1536.jpg 938w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Couchsurfing.jpg 977w\" sizes=\"(max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a>Stephan Orth wurde 1979 geboren und studierte Anglistik, Wirtschaftswissenschaften und Psychologie in Deutschland, im Anschluss machte er einen Master of Journalism in Australien. Seit 2008 arbeitet er bei Spiel Online im Reise-Ressort.\u00a0In seinem Buch \u201eCouchsurfing im Iran\u201c berichtet er von einer achtw\u00f6chigen Reise kreuz und quer durch den Iran, die 2014 stattgefunden hat. Die Besonderheit dabei: Orth \u00fcbernachtete fast ausschlie\u00dflich bei Einheimischen, die einen einfachen Schlafplatz \u00fcber die Online-Plattform \u201eCouchsurfing\u201c angeboten haben. Au\u00dferdem erhob er zum Prinzip alles mitzumachen, was ihm von seinen Gastgebern angeboten w\u00fcrde und gab somit bewusst viel Gestaltungsspielraum aus der Hand bzw. \u00fcberlie\u00df viel davon dem Zufall.<!--more--><\/p>\n<p>Die Reise beginnt irgendwann in Teheran, f\u00fchrt zur K\u00fcste nach S\u00fcden von da aus nach Osten, dann \u00fcber Yazd an die westliche Landesgrenze, weiter nach Norden, \u00fcber Isfahan in den Nordosten, westlich zum Kaptischen Meer und von da aus zur\u00fcck nach Teheran zum Heimflug. Was ihn genau zu dieser etwas wirren Route bewegt, erf\u00e4hrt der Leser nicht. Auch \u00fcber pers\u00f6nliche Motive, die Orth eine Reise in dieses Land antreten lassen, werden keine Angaben macht. Er \u00e4u\u00dfert sich insgesamt sehr zur\u00fcckhaltend \u00fcber eigene Gef\u00fchle, gerne w\u00fcrde man erfahren was Land und Leute in ihm ausl\u00f6sen, ob sich etwas an seiner Sichtweise ver\u00e4ndert. Stattdessen beschreibt Orth sachlich und ausf\u00fchrlich die Banalit\u00e4ten und Routinen seiner speziellen Art der Unterkunft: Kontaktaufnahme, Smartphone-Kommunikation (teilweise in Sprechblasen dargestellt), erstes Treffen, Fahrt zum Quartier, Inaugenscheinnahme des Schlafplatzes, Kennenlernen von Freunden und Familie, gemeinsames Essen, Ausfl\u00fcge und Lamentieren \u00fcber politische und gesellschaftliche Umst\u00e4nde, Abschied, Repeat. Schon beim zweiten oder dritten Treffen mit einem Couchanbieter ist das ziemlich \u00f6de und wird im Verlauf nicht interessanter. Es kommt unweigerlich dazu, dass die Gastgeber und Gespr\u00e4chspartner sich alle ziemlich \u00e4hneln. Es sind junge, studentische, internetaffine und westlich orientierte Menschen aus der aufgeschlossenen Bildungsschicht. Was im Verlauf der Lekt\u00fcre immer mehr befremdet ist wie sich Orth als neutraler Chronist inszeniert. Das mag am Anfang der Reise noch okay gehen, gerade bei Reiseberichten ist aber ja der individuelle Blickwinkel der Clou. Welche Erlebnisse macht der Reisende, wie ver\u00e4ndert sich seine Perspektive, welche Schl\u00fcsse zieht er aus seinen Erfahrungen, was lernt er \u00fcber das Land, die Leute und was lernt er \u00fcber sich selbst und sein Heimatland. Hier bleibt der Autor erschreckend farb- und meinungslos, pflegt einen berichtenden Reportageduktus und greift fast nicht in das Geschehen ein, fast wie ein Ethnologe, der landestypische Verhaltensweisen dokumentieren, aber nicht manipulieren will und sich deswegen weitgehend passiv, neutral und im Hintergrund (ver-) h\u00e4lt. Das ist auf die Dauer eines Buches dann doch etwas wenig und erm\u00fcdend und sein Schreibstil wirkt dem leider nicht entgegen. Orth erz\u00e4hlt tranig, wenig eloquent, ja fast penn\u00e4lerhaft. Die Witze sind m\u00fcde, komische Situation haben schwache Pointen, seine Vergleiche hinken und es finden sich Fehler (\u201eTagesthemen\u201c laufen bei ihm im ZDF). Wenn so etwas von einem 16-j\u00e4hrigen Austauschsch\u00fcler kommt, w\u00e4re es okay. Von einem Journalisten mit abgeschlossenem Fachstudium darf man eigentlich mehr erwarten. Oder hat er seinen Stil absichtlich dem SMS-, Twitter-, Facebook-Sprech seiner Generation angepasst? Dem Untertitel \u201eMeine Reise hinter verschlossene T\u00fcren\u201c wird Orth rein faktisch gerecht, im \u00fcbertragenen Sinne werden aber leider keine Durchg\u00e4nge von ihm ge\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Das Buch hat in der Mitte viele, farbige und zum Teil sehr stimmungsvolle Fotos. Im vorderen Umschlag ist es mit einer kompakten Karte ausgestattet, die einen die Routen auch kartographisch mitverfolgen lassen. Einen Blog oder weiterf\u00fchrende Informationen im Internet gibt es anscheinend nicht.<\/p>\n<p>Das Buch erscheint bei Malik, hat 240 Seiten und kostet 14,99\u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stephan Orth wurde 1979 geboren und studierte Anglistik, Wirtschaftswissenschaften und Psychologie in Deutschland, im Anschluss machte er einen Master of Journalism in Australien. 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