{"id":2779,"date":"2015-06-26T12:52:41","date_gmt":"2015-06-26T10:52:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=2779"},"modified":"2015-06-26T12:52:41","modified_gmt":"2015-06-26T10:52:41","slug":"buch-texte-zur-musikaesthetik-von-frieder-von-ammon-elisabeth-boehm-hg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/06\/26\/buch-texte-zur-musikaesthetik-von-frieder-von-ammon-elisabeth-boehm-hg\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eTexte zur Musik\u00e4sthetik\u201c von Frieder von Ammon &#038; Elisabeth B\u00f6hm (Hg.)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Musik\u00e4sthetikReclam.jpeg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2778\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Musik\u00e4sthetikReclam-195x300.jpeg\" alt=\"Musik\u00e4sthetikReclam\" width=\"195\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Musik\u00e4sthetikReclam-195x300.jpeg 195w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Musik\u00e4sthetikReclam.jpeg 225w\" sizes=\"(max-width: 195px) 100vw, 195px\" \/><\/a>Bereits 2011 erschien bei Reclam das kleine, gelbe B\u00fcchlein \u201eTexte zur Musik\u00e4sthetik\u201c. Frieder von Ammon und Elisabeth B\u00f6hm haben als Herausgeber 25 einflussreiche Texte zum Thema zusammengestellt. Die Entstehungszeiten erstrecken sich \u00fcber mehr als 2000 Jahre und reichen von Platon bis Pierre Boulez.\u00a0Das Buch beginnt mit einer Einleitung der Herausgeber, darin f\u00fchren sie an das Thema heran, erkl\u00e4ren die Problematik, begr\u00fcnden die Auswahl der Texte und weisen abschlie\u00dfend hin auf weiterf\u00fchrende Lekt\u00fcre. Das alles ist plausibel und nachvollziehbar und bietet dem Leser einen angenehmen Einstieg.<!--more--><\/p>\n<p>Die folgenden 25 Kapitel sind chronologisch nach ihrer Entstehung angeordnet. Zu Beginn jedes Kapitels f\u00fchren die Herausgeber auf 2-3 Seiten in das Thema ein. Nach einem biographischen Abriss, werden das Werk und die Grundpositionen des Autors beschrieben, die Auswahl des folgenden Textes begr\u00fcndet und die Bedeutung innerhalb des Gesamtwerkes erkl\u00e4rt. Bei der Vielzahl der im B\u00fcchlein pr\u00e4sentierten Autoren enthalten diese kompakten Einf\u00fchrungen wertvolle Informationen, die dem Leser Orientierung geben und die Lekt\u00fcre der oftmals sperrigen Texte deutlich erleichtern. Besonders die antiken und mittelalterlichen Schriften (Martin Luther z.B. in Originalrechtschreibung) w\u00e4ren ohne diese Kommentierung nur schwer lesbar, vielleicht kaum oder gar nicht verst\u00e4ndlich, weil die thematischen Bez\u00fcge fehlen oder heutzutage weitgehend unbekannt sind. Ob sie \u00fcber ihre historische Relevanz hinaus irgendeinen Nutzwert haben, bleibt dem Leser \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Das Buch bietet einen guten \u00dcberblick \u00fcber bedeutende Texte zur Musik\u00e4sthetik und wird somit seinem Titel auf den ersten Blick gerecht. Man muss allerdings hinzuf\u00fcgen, dass es sich \u2013 wie in der deutschen Musikwissenschaft \u00fcblich &#8211; um eine extrem eurozentristische, klassisch-romantische und m\u00e4nnerdominierte Sicht auf das Thema handelt. Musik bedeutet hier wieder einmal westeurop\u00e4ische, klassische Musik. Musik aus anderen Teilen der Welt wird in keinem der ausgew\u00e4hlten Texte jemals auch nur am Rande erw\u00e4hnt. Musik au\u00dferhalb des klassisch-romantischen Ideals ist nicht existent. Folklore, Jazz, Popmusik? Fehlanzeige. Unter den 25 Autoren ist genau ein einziger Nicht-Europ\u00e4er (John Cage), kein Afrikaner, kein S\u00fcdamerikaner und kein Asiat, \u00fcbrigens auch keine einzige Frau. Und es ist nicht so, dass sich nicht auch andere zum Thema Musik\u00e4sthetik ge\u00e4u\u00dfert h\u00e4tten. Aktuelle Buchpublikationen wie \u201eThe Pop, Rock, and Soul Reader\u201c von David Brackett, \u201eAudio Culture\u201c von Cox &amp; Warner (Hg.), \u201eThe Rest is Noise\u201c von Alex Ross oder \u201eThe Ambient Century\u201c von Mark Predergart geben da ein\u00a0differenzierteres\u00a0Bild und beziehen sich bereits im Titel auf eine bestimmte Epoche, einen Stil, ein musikalisches Sujet. Diese Art der Bescheidenheit w\u00fcrde den eurozentristischen Experten auch gut zu Gesicht stehen und somit w\u00e4re ein korrekter Titel f\u00fcr das B\u00fcchlein: \u201eAusgew\u00e4hlte Texte zur Musik\u00e4sthetik der klassisch-romantischen Tradition\u201c.<\/p>\n<p>Abgesehen von dieser Einschr\u00e4nkung handelt es sich um eine brauchbare Kompilation historischer Aussagen und Positionen. Inwieweit diese auf aktuelle und zuk\u00fcnftige Musikph\u00e4nomene anzuwenden sind, bleibt allerdings fraglich.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch erscheint im Reclam und kostet 11,80 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bereits 2011 erschien bei Reclam das kleine, gelbe B\u00fcchlein \u201eTexte zur Musik\u00e4sthetik\u201c. Frieder von Ammon und Elisabeth B\u00f6hm haben als Herausgeber 25 einflussreiche Texte zum Thema zusammengestellt. 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