{"id":2933,"date":"2015-08-15T08:52:31","date_gmt":"2015-08-15T06:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=2933"},"modified":"2015-08-15T08:52:31","modified_gmt":"2015-08-15T06:52:31","slug":"buch-mythos-gitarre-von-hannes-fricke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/08\/15\/buch-mythos-gitarre-von-hannes-fricke\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eMythos Gitarre\u201c von Hannes Fricke"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MythosGitarre.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-2932\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MythosGitarre-190x300.jpg\" alt=\"MythosGitarre\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MythosGitarre-190x300.jpg 190w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/MythosGitarre.jpg 316w\" sizes=\"(max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><\/a>Hannes Fricke studierte Germanistik, Philosophie sowie Buchwissenschaft in G\u00f6ttingen und M\u00fcnchen. Er hatte Lehrauftr\u00e4ge an geisteswissenschaftlichen Fakult\u00e4ten verschiedener Universit\u00e4ten und arbeitet als Lektor im Philipp Reclam jun. Verlag. Das Buch \u201eMythos Gitarre\u201c erschien bereits Anfang 2013 bei Reclam.\u00a0Das Buch startet mit einem kurzen, etwas wirren Intro in dem Fricke bereits den weiteren Erz\u00e4hlduktus vorlegt, danach folgen die Kapitel \u201eRock-Gitarre\u201c, \u201eVolksmusik und Folk\u201c, \u201eJazz-Gitarre\u201c, \u201eKlassische Gitarre\u201c und endet mit dem sehr knappen und wiederum etwas wirren Schlusskapitel \u201eWie k\u00f6nnte es weitergehen?\u201c. Im Anhang befinden sich eine subjektive Auswahl empfehlenswerter Literatur, CDs und DVDs, eine Zeittafel, ein Verweis auf H\u00f6rbeispiele (eingespielt vom Autor) und ein Personenregister.<!--more--><\/p>\n<p>Der Autor hat sich f\u00fcr dieses B\u00fcchlein eine Menge vorgenommen. Gem\u00e4\u00df des Untertitels sollen \u201eGeschichte, Interpreten, Sternstunden\u201c des popul\u00e4ren Instruments stil\u00fcbergreifend und \u00fcber Jahrhunderte hinweg dargestellt werden, eine wahre Herkulesaufgabe. Fricke hat daf\u00fcr eine ungew\u00f6hnliche Gliederung gew\u00e4hlt, operiert nicht historisch-chronologisch, sondern arbeitet sich quasi r\u00fcckw\u00e4rts in die Vergangenheit von der Rockgitarre, \u00fcber Folkmusik und Jazz bis hin zur Klassik. Dabei vermischt er Betrachtungen von Gitarrenbauformen, Musikunterstilen, Spielweisen, Interpreten und zeitlichen Ebenen und wechselt im Schreibstil best\u00e4ndig zwischen \u00fcberinformiertem Fanboy, oberfl\u00e4chlichem Fachjournalismus und popul\u00e4rwissenschaftlichem Privatforschertum. Das Narrativ ist extrem sprunghaft und assoziativ, sehr unlinear, fast ADHS-artig, gespickt von willk\u00fcrlichen Gedankenspr\u00fcngen und exzessivem Namedropping. Fast nie geht er gr\u00fcndlich an ein Thema heran, f\u00fchrt es n\u00e4her aus oder setzt gesammelte Informationen, gewonnene Erkenntnisse und daraus resultierende Argumentation miteinander in Beziehung. Alles ist sehr anekdotenhaft, effekthascherisch, spitzfindig, kurzatmig. Ganz schlimm sind die Versuche einzelne, herausragende Albumeinspielungen oder Konzerterlebnisse musikkritisch zu erfassen, hier ger\u00e4t Fricke deutlich an seine fachlichen Grenzen. Der Autor ist mit Leidenschaft und Fachkenntnis dabei, aber als Leser gewinnt man den Eindruck er verliert sich, hat keinen Blick f\u00fcr das gro\u00dfe Ganze und stellt keine\u00a0Zusammenh\u00e4nge her, m\u00e4andert ziellos durch angesammeltes Halbwissen und sieht den Wald vor lauter B\u00e4umen nicht mehr. Eine zwar stellenweise anregende, oft aber auch ziellose und dadurch anstrengende Lekt\u00fcre. Dem Thema \u201eMythos Gitarre\u201c kommt er auf diese Weise \u00fcberhaupt nicht n\u00e4her, vielmehr tr\u00e4gt er mit seiner unsortierten Sammlung von pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccken selbst zur Verkl\u00e4rung und Mystifizierung des Instruments bei und das nicht zu irgendjemandes Vorteil. Man hat den Eindruck dem Autor, der selbst als Lektor t\u00e4tig ist, hat bei seinem eigenen Buch ein kritischer Lektor gefehlt. Das ist sehr schade, denn ein pers\u00f6nliches Interesse am Thema Gitarre scheint tats\u00e4chlich die Antriebsfeder gewesen zu sein. Gerade bei einem promovierten Geisteswissenschaftler, der noch dazu im Verlagswesen t\u00e4tig ist, h\u00e4tte man aber durchaus erwarten k\u00f6nnen, dass er ein durchdachtes und gut konzipiertes Werk vorlegt, noch dazu bei einem so direkten Draht zum (renommierten) Verlag. So wie es ist, bleibt es ein zwar engagiertes, aber in seiner Aussage sehr limitiertes Schm\u00f6kerb\u00fcchlein f\u00fcr Fans des Instruments, denen Anekdoten und Legenden wichtig, tiefere Zusammenh\u00e4nge aber im Grunde egal sind.<\/p>\n<p>Die im Buch enthaltenen Abbildungen sind s\/w und kleinformatig. Die sieben Notenbeispiele sind korrekt, aber durchwegs sehr fragmentarisch (2-3 Takte, keine Spielanweisungen, TAB ohne Rhythmus), die im Anhang angegebenen H\u00f6rbeispiele wurden vom Autor selbst eingespielt, sind vermutlich gut gemeint, aber nicht ann\u00e4hernd ein ernstzunehmender Ersatz f\u00fcr die Originaleinspielungen. Es bleibt unklar, was der Autor damit bezwecken wollte.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch erscheint im Reclam, hat 239 Seiten und kostet 9,95 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hannes Fricke studierte Germanistik, Philosophie sowie Buchwissenschaft in G\u00f6ttingen und M\u00fcnchen. 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