{"id":2938,"date":"2015-08-17T11:05:18","date_gmt":"2015-08-17T09:05:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=2938"},"modified":"2015-08-17T11:05:18","modified_gmt":"2015-08-17T09:05:18","slug":"buch-ich-pfeife-von-christoph-schroeder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/08\/17\/buch-ich-pfeife-von-christoph-schroeder\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eIch Pfeife!\u201c von Christoph Schr\u00f6der"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IchPfeife.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-2936\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/IchPfeife.jpg\" alt=\"1358_01_Schroeder_IchPfeife_4c.indd\" width=\"180\" height=\"295\" \/><\/a>Christoph Schr\u00f6der ist freier Autor und Literaturkritiker. An den Wochenenden steht er seit mehreren Jahrzehnten als Amateurschiedsrichter auf hessischen Dorfsportpl\u00e4tzen und leitet Fu\u00dfballspiele. In seinem aktuellen Buch \u201eIch pfeife!\u201c berichtet er auf beeindruckende Weise und dabei stets ruhig und gelassen von seinen pers\u00f6nlichen Eindr\u00fccken und Erlebnissen. Er erz\u00e4hlt seltsame, witzige, kuriose, traurige und ergreifende Geschichten aus der Welt der unteren Fu\u00dfballligen und l\u00e4sst dabei gro\u00dfe Sympathie f\u00fcr die Menschen und die wichtigste Nebensache der Welt durchscheinen.\u00a0Das Buch beginnt ohne Einleitung oder Vorwort und ist in 12 Kapitel unterteilt. Aufbau und \u00dcberschriften richten sich nach dem typischen Ablauf am Tag eines Schiedsrichtereinsatzes: Aufstehen, Tasche packen, Platzbegehung, Warmlaufen, Anpfiff, Halbzeitpause, Die zweite Halbzeit, Spielanalyse, Die dritte Halbzeit, Schlaf finden, Der Morgen danach. Das Buch endet mit einem Epilog, das ein pers\u00f6nliches Fazit nach \u00fcber 20 Jahren Schiedsrichtert\u00e4tigkeit formuliert.<!--more--><\/p>\n<p>Christoph Schr\u00f6der spielte in seiner Jugend als Torwart in einem Fu\u00dfballverein und scheint durch einen Zufall zum Schiedsrichter geworden zu sein. Die Frage wie das passiert ist und warum er und seine Kollegen sich Wochenende f\u00fcr Wochenende als Wichtigtuer, Blinde, Pfeifen, Nieten und Versager beschimpfen lassen, stellt er sich immer wieder. Er fragt nach dem tieferen Sinn seiner T\u00e4tigkeit, findet auch Antworten und belegt diese anhand einer F\u00fclle von absolut glaubhaften und teilweise tiefgreifenden pers\u00f6nlichen Erlebnissen. Seine Perspektive ist dabei die des au\u00dfenstehenden, neutralen Spielleiters, der n\u00fcchtern mit extremen Situationen und direkten, oft ungefilterten Emotionen umgehen muss. Besonders wenn harte oder unliebsame Entscheidungen getroffen werden m\u00fcssen, menschelt es auf Seiten der Betroffenen nat\u00fcrlich geh\u00f6rig. Im Laufe der Zeit hat der Autor allerdings Strategien entwickelt um im eigenen Interesse und im Interesse des Spiels diplomatische L\u00f6sungen zu finden oder absehbare Konflikte bereits im Vorfeld zu entsch\u00e4rfen. Hier agiert der Schiedsrichter dann als Streitschlichter, Psychiater und Vermittler um das Spiel und seinen Fluss zu lenken. Ganz nebenbei erz\u00e4hlt Schr\u00f6der aber auch von den dynamischen Strukturen in den regionalen Fu\u00dfballvereinen, von Zeugwarten, Greenkeepern, den m\u00e4nnlichen M\u00e4dchen f\u00fcr alles und den vielen anderen guten Seelen, dar\u00fcber hinaus auch von Spielern, Trainern, Zuschauern, Fans, Vereinsbossen, Vereinsheimswirten und Lokaljournalisten. Man erf\u00e4hrt, dass auch die Schiedsrichter selbst beobachtet und beurteilt werden und genau wie die Vereine auf- und absteigen k\u00f6nnen. Thematisiert wird aber auch die Zusammenarbeit mit Kollegen, die Einsamkeit vor und nach dem Spiel, fast schon abergl\u00e4ubisch zu nennende Vorbereitungen, die langen Autofahrten etc. Selbst unangenehme Themen wie knappe oder Fehlentscheidungen werden nicht ausgespart und Schr\u00f6der bezieht auch eindeutig Stellung zu Videoentscheidungen und Goal Control.<\/p>\n<p>Ganz gro\u00dfes Plus des Buches sind die klare Struktur, der unaufgeregte Sprachduktus und die sp\u00fcrbar gro\u00dfe Leidenschaft f\u00fcr die Sache. Hier schreibt ein reflektierender Macher, der schon viele gesehen und erlebt hat. Ganz im Gegenteil zur Ank\u00fcndigung auf dem Buchr\u00fccken \u00e4u\u00dfert sich Schr\u00f6der nie jemals ironisch oder gar sarkastisch, er macht sich an keiner Stelle lustig oder schreibt in sonst irgendeiner Weise abf\u00e4llig \u00fcber die Beteiligten oder die Sache selbst. Stattdessen nimmt er sich, seine Aufgabe und die Mitakteure in angemessener Weise ernst und gibt seiner Arbeit, dem Spiel, den Spielern und der ganzen subkulturellen Veranstaltung so einen tieferen und w\u00fcrdevollen Sinn. Ein sehr intelligentes und lesenswertes Buch \u00fcber das Schiedsrichtertum, den Fu\u00dfball und sein soziokulturelles Umfeld.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch mit Klappenbroschur erscheint im Tropen Verlag, hat 224 Seiten und kostet 16,95 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christoph Schr\u00f6der ist freier Autor und Literaturkritiker. 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