{"id":3193,"date":"2015-11-13T07:53:00","date_gmt":"2015-11-13T06:53:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3193"},"modified":"2015-11-13T07:53:00","modified_gmt":"2015-11-13T06:53:00","slug":"big-in-china-230-000-streams","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/11\/13\/big-in-china-230-000-streams\/","title":{"rendered":"Big in China: 230.000 Streams"},"content":{"rendered":"<p>Viermal im Jahr bekomme ich von meinem Online-Label die Quartalsabrechung \u00fcber meine diversen, auf verschiedenen Portalen angebotenen Tracks. Die umfassen die Inhalte aller, \u00fcber die Jahre erschienenen Audio-CDs, aber auch alle exklusiv nicht-physischen Produktionen der letzten Zeit (Geschlossene Gesellschaft, Take Five, Pop Studies, NDW). Der Betrag war diesmal ein klein wenig h\u00f6her als sonst, deswegen machte ich mir die M\u00fche und las mal quer durch die anh\u00e4ngende Excel-Auflistung. Bei den Streams von \u201eShake it off\u201c (Taylor Swift) in der Einspielung der Musikstudenten stand da eine beeindruckende Anzahl von Streams und ich dachte noch, das ist wohl ein Fehler. Musste dann sowieso wegen einer aktuellen Produktion (Star Wars) beim Label anrufen und bei der Gelegenheit fragte ich diesbez\u00fcglich mal vorsichtig nach. Mir wurde best\u00e4tigt: Nein, nein, das sei ganz sicher kein Fehler, sondern vollkommen korrekt, im dritten Quartal wurde der Titel 230.000 mal gestreamt und man k\u00f6nne auch genau sagen wo, n\u00e4mlich in China. Pro Stream g\u00e4be es ca. 0,1 Cent, macht zusammen etwas \u00fcber 24 Euro, wow, das fand ich erstmal beeindruckend und wunderte mich gleichzeitig \u00fcber ausbleibende Gl\u00fccksgef\u00fchle.<\/p>\n<p>H\u00e4tte man mir, sagen wir vor 10 Jahren, mitgeteilt, dass ein von mir gesungener und produzierter Titel 230.000 Mal abgespielt und vielleicht von noch mehr Menschen angeh\u00f6rt worden wird, h\u00e4tte ich das erstens f\u00fcr sehr unwahrscheinlich gehalten und zweitens angenommen, dass man in einem solchen Fall, wenn er denn eintritt, zumindest finanziell einigerma\u00dfen saniert w\u00e4re. Aber die Zeiten haben sich bekanntlich ge\u00e4ndert. Die Zugriffszahlen des entsprechenden Videos d\u00fcmpeln vor sich hin, Downloads laufen so mittelpr\u00e4chtig (mittlere Hunderter), es gab keine Fan- oder Gl\u00fcckwunschmails, kein Interview- oder Buchungsanfragen. Alles ziemlich unwirklich und f\u00fchlt sich leider nicht irgendwie glorreich oder besonders an, eher fremd und ja, auch ein bisschen deprimierend (\u201eWer sind diese 230.000 Streamer? Wann und wo l\u00e4uft meine Musik? Was machen die, w\u00e4hrend sie l\u00e4uft?\u201c). Meine selbstproduzierte Musik, das Ergebnis eines f\u00fcr mich so individuellen, erf\u00fcllenden und wertvollen Arbeitsprozesses, ist mit diesen Zugriffszahlen endg\u00fcltig zum austauschbaren Massenprodukt im gesichtslosen, globalen Irgendwo geworden. Der Chef vom Label meinte noch lapidar, so richtig interessant wird es finanziell eigentlich erst ab Abrufszahlen im zweistelligen Millionenbereich, aha, na dann.<\/p>\n<p>Bin am Tag danach mit Camilo Goitia, der Bass &#038; Drums zum Track beigesteuert hat, zum Essen ins Tilman gegangen, musste allerdings beim Zahlen noch was drauflegen, f\u00fcr zweimal das dreig\u00e4ngige Men\u00fc mit Getr\u00e4nken und Espressi hat die Tantiemenaussch\u00fcttung unserer 230.000 Streams leider nicht gelangt. Alles komplett bei einer Mahlzeit verfressen, naja, immerhin, war echt lecker, nach chinesischem Essen war mir an dem Tag aus irgendeinem Grund nicht zumute.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Viermal im Jahr bekomme ich von meinem Online-Label die Quartalsabrechung \u00fcber meine diversen, auf verschiedenen Portalen angebotenen Tracks. 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