{"id":3205,"date":"2015-11-18T07:03:41","date_gmt":"2015-11-18T06:03:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3205"},"modified":"2015-11-18T07:03:41","modified_gmt":"2015-11-18T06:03:41","slug":"mainpost-eine-viertelmillion-chinesen-hoert-schuetze","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/11\/18\/mainpost-eine-viertelmillion-chinesen-hoert-schuetze\/","title":{"rendered":"Mainpost: Eine Viertelmillion Chinesen h\u00f6rt Sch\u00fctze"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der W\u00fcrzburger Musiker kam mit einem Song im Reich der Mitte gro\u00df raus \u2013 aber hat nichts davon<\/strong><\/p>\n<p>Von\u00a0<a href=\"http:\/\/www.mainpost.de\/regional\/wuerzburg\/Experimente;art735,9007881\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Joachim Fildhaut<\/a><\/p>\n<p>W\u00fcrzburg &#8211; Der Songwriter Dennis Sch\u00fctze publiziert \u00e4u\u00dferst flei\u00dfig, von der Country-CD \u00fcber Partyknaller bis hin zu experimenteller Musik. Einige Ver\u00f6ffentlichungen, vor allem die j\u00fcngeren, kann man nur im Netz anh\u00f6ren. Dazu hat Sch\u00fctzes Online-Label Fuego Vertr\u00e4ge mit mehreren so genannten Streaming-Portalen.<br \/>\nK\u00fcrzlich kam die Quartalsabrechnung f\u00fcr alle Klicks im Sommer. Und siehe: Es gab ein ganz klein bisschen mehr Geld. Um dieser angenehmen Unregelm\u00e4\u00dfigkeit auf den Grund zu gehen, las der K\u00fcnstler ausnahmsweise mal die Tabellen, die der Abrechnungsmail anhingen. Da gab es extreme Werte bei dem Cover von Taylor Swifts \u201eShake it off\u201c. Den Hit hatte Sch\u00fctze mit seiner Party-Band \u201eDie Musikstudenten\u201c originell spartanisch akustisch interpretiert.<br \/>\nNett, aber ein Knaller? Die Klick-Raten konnten nur ein Fehler sein.<!--more--><br \/>\nNun, Sch\u00fctze musste wegen einer aktuellen Produktion sowieso beim Label anrufen, nutzte die Gelegenheit und fragte nach der seltsamen Internet-Erscheinung. Ihm wurde best\u00e4tigt, die Statistik sei ganz sicher kein Fehler, sondern vollkommen korrekt: Im dritten Quartal war der Titel 230 000 Mal gestreamt worden. Man k\u00f6nne auch genau sagen wo \u2013 n\u00e4mlich in China. Pro Stream gebe es \u00fcbrigens 0,01 Cent, macht zusammen 23 Euro.<br \/>\nDer W\u00fcrzburger Gitarrist fand das nicht nur beeindruckend, er wunderte sich \u201egleichzeitig \u00fcber ausbleibende Gl\u00fccksgef\u00fchle\u201c. Denn h\u00e4tte man ihm noch vor Jahren mitgeteilt, dass ein von ihm produzierter Titel 230 000 Mal abgespielt und vielleicht von noch mehr Menschen angeh\u00f6rt werden w\u00fcrde, er h\u00e4tte zweierlei gesagt. Erstens: sehr unwahrscheinlich. Zweitens: \u201eFalls das je passiert, bin ich finanziell wohl einigerma\u00dfen saniert.\u201c Aber das Musikgesch\u00e4ft hat sich anders entwickelt. Da gibt es zwar diese Viertelmillion Chinesen, die seine Musik geh\u00f6rt haben. Sonst aber trafen bei Dennis Sch\u00fctze weder Fan- oder Gl\u00fcckwunschmails ein, es gab keine Interviewanfragen oder Konzertangebote.<br \/>\nDer fern\u00f6stliche Hit-Erfolg, sagt Sch\u00fctze, \u201ef\u00fchlt sich leider nicht irgendwie glorreich oder besonders an, eher fremd und ja, auch ein bisschen deprimierend\u201c. So fragt er sich: Wer sind diese 230 000 Streamer? Wann und wo l\u00e4uft meine Musik? Was machen die chinesischen Zuh\u00f6rer, w\u00e4hrend \u201eShake it off\u201c l\u00e4uft?<br \/>\nSeine selbstproduzierte Musik, das Ergebnis seines individuellen, erf\u00fcllenden Arbeitsprozesses, sei \u201emit diesen Zugriffszahlen endg\u00fcltig zum austauschbaren Massenprodukt im gesichtslosen, globalen Irgendwo geworden\u201c, meint der Musiker leicht fatalistisch. Gegen solch ein Leeregef\u00fchl helfe vielleicht ein Abendessen, dachte sich Dennis Sch\u00fctze, und lud seinen Mitmusiker des Asien-Hits, Camilo Goitia, in ein g\u00fcnstiges Restaurant ein.<br \/>\nTrotzdem reichte die Tantiemenaussch\u00fcttung ihrer 230 000 Streams nicht f\u00fcr zwei. \u201eWar echt lecker\u201c, lobt der Musiker, \u201enach chinesischem Essen war mir an dem Tag aus irgendeinem Grund nicht zumute\u201c.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der W\u00fcrzburger Musiker kam mit einem Song im Reich der Mitte gro\u00df raus \u2013 aber hat nichts davon Von\u00a0Joachim Fildhaut W\u00fcrzburg &#8211; Der Songwriter Dennis Sch\u00fctze publiziert \u00e4u\u00dferst flei\u00dfig, von der Country-CD \u00fcber Partyknaller bis hin zu experimenteller Musik. 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