{"id":3241,"date":"2015-11-26T08:10:43","date_gmt":"2015-11-26T07:10:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3241"},"modified":"2015-11-26T08:10:43","modified_gmt":"2015-11-26T07:10:43","slug":"buch-warum-jazz-von-kevin-whitehead","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2015\/11\/26\/buch-warum-jazz-von-kevin-whitehead\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eWarum Jazz?\u201c von Kevin Whitehead"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/WarumJazz.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3240\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/WarumJazz-189x300.jpg\" alt=\"WarumJazz\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/WarumJazz-189x300.jpg 189w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/WarumJazz-646x1024.jpg 646w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/WarumJazz-768x1217.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2015\/11\/WarumJazz.jpg 808w\" sizes=\"(max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a>Kevin Whitehead ist US-amerikanischer Jazzautor und \u2013journalist. Er studierte amerikanische Literatur und Kultur in New York und schreibt seit mehreren Jahrzehnten Artikel f\u00fcr Zeitungen und Zeitschriften, f\u00fcr die NPR-Sendung \u201eFresh Air\u201c, Liner Noten f\u00fcr Alben und nicht zuletzt auch einige B\u00fccher. 2010 erschien der Titel \u201eWhy Jazz? A Concise Guide\u201c bei Oxford University Press, 2014 wurde der Text in deutscher \u00dcbersetzung unter dem Titel \u201eWarum Jazz? 111 gute Gr\u00fcnde\u201c bei Reclam ver\u00f6ffentlicht.\u00a0Whitehead startet direkt mit einer knappen Einleitung, in der die grunds\u00e4tzliche Idee erl\u00e4utert wird. Es folgen in f\u00fcnf \u00fcbergeordneten Kapitel \u201eGrundlegendes\u201c, \u201eJazz von seinen Urspr\u00fcngen bis 1940\u201c, \u201e Jazz von 1940 bis 1969\u201c, \u201eJazz von 1960 bis 1980\u201c, \u201eJazz nach 1980\u201c, danach weiterf\u00fchrende Anmerkungen, eine Diskographie, eine Liste weiterf\u00fchrender Literatur und ein ausf\u00fchrlicher Register.<!--more--><\/p>\n<p>Wie der deutsche Titel bereits verr\u00e4t, ist der gesamte Text als Frage-Antwort-Spiel angelegt, wobei sich der Autor die Fragen offensichtlich selbst gestellt hat. F\u00fcr die Antworten r\u00e4umt er sich 1-2 Buchseiten Platz ein, bei komplexeren Fragen sind es manchmal auch 3-5 Seiten. Gem\u00e4\u00df den Kapitel\u00fcberschriften geht es chronologisch voran und arbeitet sich vorw\u00e4rts durch die Doppeldekaden von Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart. Die Fragen sind gut verst\u00e4ndlich, selten kompliziert, teilweise absichtlich einfach gehalten und bieten deswegen auch Interessenten mit nicht allzu viel jazz-historischer Vorbildung einen unverkrampften Einstieg. Whitehead thematisiert Musikstile und erkl\u00e4rt deren musik\u00e4sthetischen Hintergrund, er portraitiert herausragende Musikerpers\u00f6nlichkeiten, skizziert musikhistorische Entwicklungen und bemerkenswerte Z\u00e4suren. Es werden einflussreiche Bandformationen, Albumproduktionen und einzelne Tracks benannt und besprochen. Er erkl\u00e4rt konzeptionelle Unterschiede, spricht \u00fcber Paradigmenwechsel, Krisen und Grabenk\u00e4mpfe (z.B. zwischen Traditionalisten und Avantgardisten). Es nimmt Stellung zu den Themen Rassismus, Frauen im Jazz, zu europ\u00e4ischem, s\u00fcdamerikanischem, asiatischem und Native American Jazz, zus\u00e4tzlich betrachtet er die Grenzbereiche zwischen Modern Jazz einerseits und Folklore, Klassik, Funk, Rock oder Pop auf der anderen Seite. Zeitgeschichtlich arbeitet er sich bis ins 21. Jahrhundert vor und \u00e4u\u00dfert sich am Ende sogar zur Zukunft des Jazz.<\/p>\n<p>Ob es am Ende tats\u00e4chlich 111 gute Gr\u00fcnde f\u00fcr Jazz sind, die er niedergeschrieben hat, muss jeder Leser f\u00fcr sich entscheiden. Gelungen ist ihm auf jeden Fall eine anregende Gedankensammlung, die gleicherma\u00dfen f\u00fcr Neulinge wie erfahrene Jazzkenner interessant sein sollte. Er argumentiert auf angenehme und nachvollziehbare Weise und nie von oben herab. Rundum ein sehr gelungenes B\u00fcchlein und f\u00fcr Aficionados eventuell lesbarer und zug\u00e4nglicher als etablierte Jazzgeschichtsb\u00fccher, die gerne in einen dozierenden Duktus verfallen und nicht selten auch in ihrem schieren Umfang erschrecken. Allerdings h\u00e4tten ein paar Fotos und Abbildungen das Buch etwas auflockern k\u00f6nnen, so wie es ist, ist es eine reine Textsammlung. Die \u00dcbersetzung aus dem amerikanischen Englisch ins Deutsche wurde von Michael M\u00fcller vorgenommen und ist trotz zahlloser Fachbegriffe und Spezialvokabeln gut gelungen, fl\u00fcssig lesbar und inhaltlich tadellos.<\/p>\n<p>Fazit: Whitehead schreibt routiniert, zug\u00e4nglich und unterhaltsam. Immer wieder werden interessante Anekdoten und Querverbindungen zwischen die allgemeinen Ausf\u00fchrungen gestreut. Der Stil ist ernsthaft, solide recherchiert und dabei angenehm unakademisch. Externe Quellen sind in den Fu\u00dfnoten im Anhang ordentlich dokumentiert. Dem Autor gelingt ein anregender \u00dcberblick in die inzwischen bereits mehr als hundertj\u00e4hrige Geschichte dieser einzigartigen, amerikanischen Musikkultur.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kevin Whitehead ist US-amerikanischer Jazzautor und \u2013journalist. 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