{"id":3389,"date":"2016-01-09T16:28:04","date_gmt":"2016-01-09T15:28:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3389"},"modified":"2016-01-09T16:28:04","modified_gmt":"2016-01-09T15:28:04","slug":"buch-die-kunst-des-klugen-fragens-von-warren-berger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/01\/09\/buch-die-kunst-des-klugen-fragens-von-warren-berger\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eDie Kunst des klugen Fragens\u201c von Warren Berger"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3388\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3388\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens-187x300.jpg\" alt=\"KunstDesKlugenFragens\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens-187x300.jpg 187w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens-639x1024.jpg 639w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens-768x1231.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens-959x1536.jpg 959w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens-1278x2048.jpg 1278w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens-1200x1923.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/KunstDesKlugenFragens.jpg 1522w\" sizes=\"(max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a>Warren Berger ist amerikanischer Journalist und bezeichnet sich selbst als Innovationsforscher. Er betreibt die Webseite <a href=\"http:\/\/amorebeautifulquestion.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">amorebeautifulquestion.com<\/a> und untersucht wie eine intelligente Fragestellung zu einer innovativen Probleml\u00f6sung f\u00fchren kann. Die Ergebnisse seiner langj\u00e4hrigen Recherchen wurden unter dem Titel \u201eA more beautiful question\u201c in Buchform zusammen-gefasst. Die deutsche \u00dcbersetzung erscheint als \u201eDie Kunst des klugen Fragens\u201c im Berlin Verlag. Nach einer informativen Einleitung zur Entstehung des Textes folgen f\u00fcnf \u00fcbergeordnete Kapitel: 1. Die Macht des Fragens, 2. Warum wir aufh\u00f6ren zu fragen, 3. Das Warum, Was-w\u00e4re-wenn und Wie des innovativen Fragens, 4. Fragen in der Gesch\u00e4ftswelt, 5. Fragen f\u00fcr das Leben. Alle Unter\u00fcberschriften der Kapitel sind als Fragen formuliert.<\/p>\n<p>Im ersten Kapitel geht es ganz prinzipiell darum was Fragen bewirken k\u00f6nnen und schnell kommt man zu dem Ergebnis, dass prinzipiell eine Frage am Anfang eines kreativen Prozesses steht. Wohin und wie weit der Prozess den Fragenden f\u00fchren kann, h\u00e4ngt von der Qualit\u00e4t der Frage ab, es ist dabei jederzeit m\u00f6glich nachzubessern. Der Kern jeder klugen Frage ist \u201eWarum?\u201c.<br \/>\nDas sehr gelungene zweite Kapitel ist eine Bestandsaufnahme des Wertes von Fragen in unserer Gesellschaft an sich, insbesondere in westlichen Bildungssystemen. Dazu liefert Berger einige erstaunliche Fakten: Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren stellen in dieser Zeitspanne rund 40.000 Fragen, mit Fragen erforschen sie die Welt. Diese Fragerei bricht in unserer modernen Gesellschaft ab einem gewissen Zeitpunkt schlagartig ein und zwar ziemlich genau mit Einschulung eines Kindes. Sp\u00e4testens in der Schule werden nicht mehr intelligente Fragen belohnt, sondern auswendig gelernte Antworten, oftmals zudem Antworten auf Fragen, die sich Kinder noch gar nicht gestellt haben. Fragen und Nachfragen werden stattdessen als Beweis von Nichtwissen bewertet und entsprechend benotet. Lehrer stellen Fragen und liefern die vermeintlich richtigen Antworten gleich selbst. Laut Berger gibt es kaum p\u00e4dagogische Ans\u00e4tze, die dem Fragen der Kinder und Sch\u00fcler dezidiert Platz einr\u00e4umen und zum schulischen Prinzip erheben. Bekannte Ausnahme sind die Montessori \u2013Schulen. Unter den Absolventen dieser besonderen Schulform befinden sich denn auch prompt einige der begabtesten und erfolgreichsten Fragesteller \u00fcberhaupt, u.a. Jimmy Wales (Gr\u00fcnder von Wikipedia), Jeff Bezos (Amazon) und Sergey Brin und Larry Page (Gr\u00fcnder von Google). Die f\u00fcr den Leser beruhigende Information ist, dass das Stellen von intelligenten Fragen auch als Erwachsener (wieder-) erlernt werden kann.<br \/>\nGrundprinzip einer klugen Frage ist die Abfolge von drei Frageebenen. Alles beginnt mit der Frage \u201eWarum?\u201c, oftmals eine sehr prinzipielle Frage, darauf folgt die Frage \u201eWas w\u00e4re wenn..\u201c, hier geht es um originelle Alternativen, letzte Frage ist \u201eWie?\u201c, hier geht es zuletzt um die praktische Umsetzung einer Idee. All diese Fragen m\u00fcssen bewusst oder unbewusst gestellt werden. Irrwege sind nicht nur m\u00f6glich, sondern wahrscheinlich, werden jedoch nicht als Versagen gewertet, sondern als ein Weg, der nicht zur L\u00f6sung des Problems gef\u00fchrt hat. Innovatoren zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass sie jahre- in manchen F\u00e4llen jahrzehntelang an der L\u00f6sung eines Problems arbeiten und dabei immer wieder neue Fragen stellen. Kluge Fragen zu stellen und Varianten von m\u00f6glichen Antworten durchzuspielen ist hier ein dynamischer Prozess, immer wieder kommt es zu dem Punkt, dass der Suchende nicht weiter wei\u00df und neue, unbeschrittene Wege gefunden werden m\u00fcssen. Dabei kann ein gewisser Schuss Naivit\u00e4t, Fachfremdheit oder Querdenkertum durchaus n\u00fctzlich sein. Von Experten schreibt Berger, sie w\u00fcrden oft keine Fragen mehr stellen, denn von ihnen w\u00fcrde erwartet, dass sie auf alle Fragen die Antworten bereits kennen.<br \/>\nIm vierten Kapitel erkl\u00e4rt Berger welche Rolle der vorgestellte Fragezyklus heute bereits in der Gesch\u00e4ftwelt spielt. Insbesondere in Kalifornien im Silikon Valley bei den gro\u00dfen IT-Playern Google, Apple, Amazon etc. wird sehr offensiv mit den Themen Fragen stellen, alternative Blickwinkel, Ideen sammeln, Innovation, Originalit\u00e4t, Musestunden, Experimenten etc. umgegangen, es haben sich flache Hierarchien herausgebildet, kluge Fragen werden belohnt, Zusammenarbeiten gef\u00f6rdert, es werden keine schnellen, sondern innovative und nachhaltige L\u00f6sungen angestrebt. Dabei steht in erster Linie eben gerade nicht die kommerzielle Verwertbarkeit im Zentrum der Erw\u00e4gung. Es geht darum Kosten\/Nutzen auszublenden um keinen m\u00f6glichen Weg bereits im Entstehungsstadium im Keim zu ersticken.<br \/>\nDas letzte Kapitel versucht die gewonnen Erkenntnisse auf Prozesse und Entscheidungen im eigenen Leben anzuwenden, der Autor macht viele Vorschl\u00e4ge wie man mit schwierigen Situationen umgehen k\u00f6nnte, mit welchen klugen Fragen ihnen begegnen kann.<\/p>\n<p>Alle theoretischen Ideen werden auf anschauliche Art und Weise mit zahlreichen, teilweise kapitel\u00fcbergreifenden Beispielen aus den Biographien erfolgreicher Innovatoren aus verschiedener Disziplinen und Epochen unterlegt, darunter Wissenschaftler, Techniker, Unternehmer, K\u00fcnstler etc. Berger hat viele Innovatoren pers\u00f6nlich interviewt und sich intensiv mit diversen Innovationstechniken auseinandergesetzt. S\u00e4mtliche Zitate sind gekennzeichnet und im Anhang ausf\u00fchrlich belegt. Die \u00dcbersetzung aus dem amerikanischen Englisch stammt von Helmut Dierlamm und ist angesichts der Herausforderung (anspruchsvolle Terminologie) bemerkenswert gut gelungen.<\/p>\n<p>Fazit: Sehr intelligentes Buch f\u00fcr kluge Frager und die, die es werden wollen. Dieses Buch kann die Sicht auf Dinge ver\u00e4ndern. Dicke Empfehlung!<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint im Berlin Verlag, hat 270 Seiten und kostet 19,99 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Warren Berger ist amerikanischer Journalist und bezeichnet sich selbst als Innovationsforscher. Er betreibt die Webseite amorebeautifulquestion.com und untersucht wie eine intelligente Fragestellung zu einer innovativen Probleml\u00f6sung f\u00fchren kann. 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