{"id":3412,"date":"2016-01-15T14:40:53","date_gmt":"2016-01-15T13:40:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3412"},"modified":"2016-01-15T14:40:53","modified_gmt":"2016-01-15T13:40:53","slug":"buch-all-that-jazz-von-michael-jacobs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/01\/15\/buch-all-that-jazz-von-michael-jacobs\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eAll that Jazz\u201c von Michael Jacobs"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/AllThatJazz.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3411\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3411\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/AllThatJazz-190x300.jpg\" alt=\"AllThatJazz\" width=\"190\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/AllThatJazz-190x300.jpg 190w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/01\/AllThatJazz.jpg 316w\" sizes=\"(max-width: 190px) 100vw, 190px\" \/><\/a>\u201eAll that Jazz. Die Geschichte einer Musik\u201c erschien erstmals 1996 bei Reclam. 2007 erschien eine 3., erweiterte und aktualisierte Ausgabe mit einem zus\u00e4tzlichen Schlusskapitel von Robert Fischer. Neben \u201eDas Jazzbuch\u201c (1953) von Joachim-Ernst Berendt und \u201eSozialgeschichte des Jazz\u201c (1991) von Ekkehard Jost geh\u00f6rt \u201eAll that Jazz\u201c zu den herausragenden, weil eigenst\u00e4ndigen, jazzhistorischen Publikationen in deutscher Sprache und ist allemal eine Retrospektive wert.\u00a0\u00dcber den Autor ist wenig bekannt. Er lebt als freier Publizist, Herausgeber und \u00dcbersetzer bei M\u00fcnchen, weitere Publikationen sind &#8211; zumindest im Internet &#8211; nicht auffindbar. Der Text ist in 15 Kapitel untergliedert, startet ohne Vorwort oder Einleitung und schreitet chronologisch voran. Es beginnt mit den Wurzeln des Jazz, es folgen New-Orleans-Jazz, Chicago, wei\u00dfe Musiker der 20er Jahre, schwarzer Big-Band-Jazz, Count Basie, Benny Goodman, Amerikanische Jazzmusiker in Europa, Jazz w\u00e4hrend WWII, New Orleans Revival &amp; Bebop, Cool Jazz, Hard Bop, Free Jazz &amp; Fusion, Avantgarde &amp; Traditionalisten. Das Buch schlie\u00dft in der aktuellen Auflage mit dem Kapitel \u201eAufbruch ins 21. Jahrhundert\u201c von Robert Fischer (wurde 2007 hinzugef\u00fcgt).<\/p>\n<p>Jacobs nimmt sich f\u00fcr traditionelle Formen des Jazz (bis ca. 1940) auff\u00e4llig viel Platz, fast zwei Drittel des Buches werden davon ausgef\u00fcllt. Die Auspr\u00e4gungsformen des Bop werden deutlich knapper abgehandelt, Third Stream, Modaler Jazz, Bossa Nova \u00fcberspringt er komplett, Free Jazz, Fusion und zeitgen\u00f6ssischer Jazz (1990-2006) werden nur sehr fl\u00fcchtig angesprochen. Diese tendenzi\u00f6se, inhaltliche Ausrichtung wurde Jacobs von Kritikern zum Vorwurf gemacht, so schreibt z.B. <a href=\"http:\/\/www.berlinerliteraturkritik.de\/detailseite\/artikel\/ein-empfehlenswerter-jazz-bildband-eine-schlampige-neuausgabe-der-jazzgeschichte.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eDie Berliner Literaturkritik\u201c<\/a>: \u201eMichael Jacobs bef\u00f6rdert den Irrglauben, dass Jazz eine tote Musik sei, die ihre Hochzeit in New Orleans hatte, dann zum Bigband-Jazz mutierte und in den vergangenen \u00fcber f\u00fcnfzig Jahren nur noch die immergleichen Melodien wiederk\u00e4ut. Das ist nat\u00fcrlich grober Unfug. \u201c<\/p>\n<p>Wie auch immer man zu dieser, letzten Aussage steht, kann man es aber auch anders sehen: Wenn Berendt ein deutscher Pioneer der Jazzgeschichtsschreibung war und Jost die akademisch-soziologische Perspektive betonte, dann steht Jacobs eben f\u00fcr eine etwas konservative, anekdotisch-biografische Sichtweise. Vielleicht gen\u00fcgt das nicht einem streng wissenschaftlichen Anspruch, aber das Buch l\u00e4sst sich gut durchschm\u00f6kern, \u00fcber die meisten, wesentlichen Entwicklungen des Jazz wird man dabei gut informiert, man erf\u00e4hrt einiges \u00fcber die tats\u00e4chlichen Lebensumst\u00e4nde der Protagonisten, es werden viele wichtige Aufnahmesessions, Einspielungen und Albumver\u00f6ffentlichungen benannt und dann ist das Buch mit 60 s\/w-Fotos (meist Portraitaufnahmen von Musikern) ansprechend angereichert. F\u00fcr schlappe 9,95 bekommt man da also eine ganze Menge, f\u00fcr einen ersten \u00dcberblick reicht das allemal. Erg\u00e4nzen lie\u00dfe sich das &#8211; bei weiterf\u00fchrendem Interesse \u2013 durch die beiden bereits erw\u00e4hnten B\u00fccher, nicht unerw\u00e4hnt bleiben aber sollen hier auch \u201eThe Swing Era\u201c von Gunter Schuller, \u201eJazz\u201c von Arrigo Polillo, \u201eJazz\u201c von Lewis Porter &amp; Michael Ullman und nat\u00fcrlich das erst j\u00fcngst erschienene Schwergewicht \u201eA new History of Jazz\u201c von Alyn Shipton.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch erscheint im Reclam Verlag, hat 472 Seiten und kostet 9,95 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eAll that Jazz. Die Geschichte einer Musik\u201c erschien erstmals 1996 bei Reclam. 2007 erschien eine 3., erweiterte und aktualisierte Ausgabe mit einem zus\u00e4tzlichen Schlusskapitel von Robert Fischer. 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