{"id":3548,"date":"2016-02-25T11:58:19","date_gmt":"2016-02-25T10:58:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3548"},"modified":"2016-02-25T11:58:19","modified_gmt":"2016-02-25T10:58:19","slug":"buch-popularmusiklehre-von-markus-lonardoni","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/02\/25\/buch-popularmusiklehre-von-markus-lonardoni\/","title":{"rendered":"Buch: \u201ePopularmusiklehre\u201c von Markus Lonardoni"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Popularmusiklehre.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3547\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3547\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Popularmusiklehre-249x300.jpg\" alt=\"Popularmusiklehre\" width=\"249\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Popularmusiklehre-249x300.jpg 249w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Popularmusiklehre.jpg 415w\" sizes=\"(max-width: 249px) 100vw, 249px\" \/><\/a>Markus Lonardoni studierte an der Hochschule f\u00fcr Musik Stuttgart, danach studierte er Filmmusik am renommierten Berklee College of Music in Boston. Nach dem Ende seiner Studienzeit ver\u00f6ffentlichte er in kurzer Folge mehrere musikalische Lehrb\u00fccher bei verschiedenen Verlagen, inzwischen hat er sich anscheinend auf die Produktion von TV-Serien-Soundtracks verlegt.\u00a0Das Buch \u201ePopularmusiklehre\u201c erschien bereits im Jahr 1996 bei Reclam als eines von diesen typischen, kleinen, gelben Heftchen. Heute wird das Heft zusammen mit einer CD im Pappschuber, aber ansonsten unver\u00e4ndert ausgeliefert. Der Untertitel lautet \u201ePop, Rock, Jazz\u201c und wird erg\u00e4nzt mit den Schlagworten \u201eHarmonielehre, Komposition, Arrangement\u201c. Das sind eine ganze Menge Themen, die sich der junge Lonardoni damals, Mitte der 1990er Jahre, vorgenommen hat und ist 20 Jahre sp\u00e4ter allemal eine Retrospektive wert.<!--more--><\/p>\n<p>Das Buch beginnt mit einem sehr knappen Vorwort des Autors. Der Inhalt des 352 Seiten starken B\u00fcchleins ist in die \u00fcbergeordneten Kapitel \u201aEpochen und Stile der Popularmusik\u2019, \u201aMusiklehre\u2019, \u201aKomposition\u2019, \u201aArrangieren und Orchestrieren\u2019 aufgeteilt. Jedes dieser Kapitel ist dann jeweils noch einmal in sehr viele Unterkapitel unterteilt. Gleich im ersten Kapitel wird klar, was der Autor unter dem Begriff Popularmusik versteht. Es sind die Spielarten des US-amerikanischen Jazz von Ragtime bis Fusionrock und Pop\/Rock ab Mitte der 1950er Jahre von Rock\u2019n\u2019Roll bis Heavy Metal und Funk. Popmusikalische Genres ab Anfang der 1990er Jahre, insbesondere samplerbasierte Stile wie Hip Hop oder Techno werden nicht mehr ber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Lonardonis Aufarbeitung von Epochen und Stile, aber auch die darauf folgende Musiklehre sind straff und korrekt, wirken jedoch sehr theoretisch, reduziert und lexikalisch. Seitenweise werden Listen mit trockenen Fakten gelistet, hin und wieder wird kurz mal auf Musiker oder Bands verwiesen, auf echte musikalische Verweise oder gar Notenbeispiele aus der popmusikalischen Praxis wurde bedauerlicherweise g\u00e4nzlich verzichtet. Der \u201epraktische\u201c Teil beschr\u00e4nkt sich auf einige Aufgabenstellungen (\u201eBilden sie die dorische Skala \u00fcber As!\u201c). Eine gewisse Hilfe h\u00e4tte die beiliegende CD mit H\u00f6rbeispielen darstellen k\u00f6nnen, aber auch hier hat Lonardoni nicht auf den reichhaltigen Fundus der Popularmusik zur\u00fcckgegriffen, sondern eigene Kompositionen und Einspielung \u201aim Stile von\u2019 zusammengebastelt, die noch dazu alle instrumental und mit einem aus heutiger Sicht schrecklichen 80er Jahre Hall aufgenommen wurden. Durch diese laborhaften Bedingungen fehlen den Einspielungen genau die wesentlichen Grundcharakteristika um die es im Pop eigentlich geht, das wird einem beim Abh\u00f6ren dieser Beispiele sofort klar. Lebendige Popmusik ist einfach nicht auf theoretische Parameter reduzierbar. Jeder Popmusikh\u00f6rer w\u00e4re beim H\u00f6ren dieser Beispiele entsetzt und w\u00fcrde sich befremdet abwenden.<\/p>\n<p>Stark ist Lonardoni dagegen im Schlusskapitel \u201aArrangieren und Orchestrieren\u201c, hier kommt ihm wohl sein amerikanisches Zweitstudium zugute. Besonders gelungen ist hier der Teil \u201aArrangieren f\u00fcr Bl\u00e4ser\u2019, wo er es schafft auf knapp 40 Seiten dieses komplexe Thema treffend zu umrei\u00dfen. Behandelt werden auf verst\u00e4ndliche und plausible Weise: Arrangieren f\u00fcr zwei, vier, drei und f\u00fcnf Bl\u00e4ser (in dieser Reihenfolge), Drop Voicings (2, 3, 2&amp;4) und Spread Voicings. Hier spielt dem Autor auch in die Karten, dass mehrstimmige Arrangements ein relativ modenunabh\u00e4ngiger und stil\u00fcbergreifender Inhalt ist. Man kann aber auch deutlich sp\u00fcren, dass ihm selbst etwas an diesem Thema liegt und er mit sp\u00fcrbar mehr Verve dabei ist.<\/p>\n<p>Fazit: Eine komprimierte Popularmusiklehre zu klassischen Musikstilen des 20. Jahrhunderts mit Schwerpunkt auf Theorie. Etwas ung\u00fcnstiges Buchformat zum ernsthaften Selbststudium.<\/p>\n<p>Taschenbuch &amp; Audio-CD im Kartonschuber erscheinen bei Reclam und kosten zusammen 19,90 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Markus Lonardoni studierte an der Hochschule f\u00fcr Musik Stuttgart, danach studierte er Filmmusik am renommierten Berklee College of Music in Boston. 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