{"id":3616,"date":"2016-03-21T12:31:20","date_gmt":"2016-03-21T11:31:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3616"},"modified":"2016-03-21T12:31:20","modified_gmt":"2016-03-21T11:31:20","slug":"buch-panikherz-von-benjamin-von-stuckrad-barre","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/03\/21\/buch-panikherz-von-benjamin-von-stuckrad-barre\/","title":{"rendered":"Buch: \u201ePanikherz\u201c von Benjamin von Stuckrad-Barre"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Panikherz.jpg\" rel=\"attachment wp-att-3615\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3615\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Panikherz-187x300.jpg\" alt=\"Panikherz\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Panikherz-187x300.jpg 187w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/03\/Panikherz.jpg 311w\" sizes=\"(max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a>Benjamin von Stuckrad-Barre ist Schriftsteller, Journalist und Moderator. Seit seinem Debutwerk \u201eSoloalbum\u201c (1998) gilt er als bedeutender, deutscher Popliterat. Nach verschiedenen Praktika folgten Anstellungen als Redakteur beim deutschen Rolling Stone, als Produktmanager beim Plattenlabel Motor Music und als Autor der Harald Schmidt Show. Nebenbei war er als freier Mitarbeiter diverser Zeitungen und Magazine wie FAZ, Die Woche, Stern und taz t\u00e4tig. Nach turbulenten Anfangsjahren und verschiedenen Buch- und Artikelver\u00f6ffentlichungen hat er sich seit 2010 wechselnden TV-Formaten gewidmet. Stuckrad-Barre moderierte u.a. \u201eStuckrad Late Night\u201c (ZDFneo), \u201eStuckrad-Barre\u201c (Tele 5) und \u201eStuckrads Homestory\u201c (RBB), allesamt mit eher m\u00e4\u00dfigem Erfolg. Mit dem autobiographisch gepr\u00e4gtem \u201ePanikherz\u201c schlie\u00dft er wieder an seine fr\u00fcheren literarischen Erfolge an und legt eine gewichtige und n\u00fcchterne (!) Selbstbetrachtung vor.<!--more--><\/p>\n<p>Die vergangenen, letzten Jahre m\u00fcssen gelinde gesagt eine ziemliche Tortur f\u00fcr den Autor gewesen sein. Schon fr\u00fch ging er offen damit um, dass er unter einer gravierenden Essst\u00f6rung und ADHS leidet. Hinzu kam nun neben einer offensichtlichen Affinit\u00e4t zu Medikamenten und Drogen ganz allgemein, eine Kokainsucht, die vollkommen eskalierte, ihn m\u00e4chtig aus dem Tritt brachte und ihn nahezu in den finanziellen und sozialen Ruin trieb. \u201ePanikherz\u201c beschreibt seine pers\u00f6nliche Entwicklung von Kindheit und Jugend als Pastorenkind in Rotenburg und Bremen, es folgt der Umzug nach Hamburg, erste berufliche Orientierung, dann der gro\u00dfe Erfolg mit \u201eSoloalbum\u201c, die darauf folgende Karriere als Der deutsche Popliterat und Beobachter gesellschaftlicher Befindlichkeiten und die verlorenen Jahre der unkontrollierten Drogensucht.<\/p>\n<p>Das Buch ist durchsetzt von der engen Beziehung des Autors zu dem Deutschrocker Udo Lindberg. Zuerst als Fan, dann als Kritiker, schlie\u00dflich als pers\u00f6nlicher Freund. Der Titel ist bereits ein klarer Verweis, dem Text vorangestellt ist eine nette Anekdote einer gemeinsamen Einreise in die USA, alle Kapitel sind mit Songtextzitaten von Lindenberg betitelt und auch im eigentlichen Text wird Udo immer wieder charmant zitiert, sowohl in Songtextausschnitten, als auch in w\u00f6rtlicher Rede. Es kommen allerdings auch andere Figuren deutscher und anglo-amerikanischer Popkultur vor u.a. The Bates, Marius M\u00fcller-Westernhagen, Helmut Dietl, Thomas Gottschalk, aber auch internationale Gr\u00f6\u00dfen wie Bret Easton Ellis und Nick Hornby. Mitunter hat man den Eindruck Stuckrad-Barre kennt wirklich alle popkulturellen Celebrities pers\u00f6nlich und vielleicht stimmt das sogar. Das eigentliche Thema des ausf\u00fchrlichen, mitunter sehr schmerzhaften, aber nie langweilenden Selbstportraits ist die Frage nach dem zweiten Akt, ausgehend von einem Zitat von Scott Fitzgerald (\u201eThere are no second acts in American lives\u201c). Stuckrad-Barre hat so ziemlich alles gesehen und erlebt und als er schlie\u00dflich den pers\u00f6nlichen Tiefpunkt erreicht hat, stellt er sich die Frage, ob es denn f\u00fcr ihn selbst einen weiteren Akt geben wird. Die Frage ist im Anbetracht der Situation vollkommen berechtigt und die Suche nach einer Antwort wird nach allen Regeln der Kunst durchdekliniert. Es ist anregend, schockierend und unterhaltsam Stuckrad-Barre dabei zu begleiten. Ob er die Antwort darauf gefunden hat bleibt abzuwarten, ist aber letzlich nicht mehr entscheidend, wichtig ist, dass er die Kurve bekommen zu haben scheint und wieder zurechnungsf\u00e4hig auf dem Damm ist (Udo: \u201eZur\u00fcck vom Trockendock!\u201c). Es war \u00fcbrigens auch wieder Udo Lindenberg, der Stuckrad-Barre den klugen Rat gab nach dem gemeinsamen Tripp ins Headquarter der kalifornischen Traumfabrik einfach ins legend\u00e4re und mythenumrankte Promihotel Chateau Marmont in L.A. einzuchecken, sein Leben zu sortieren und den zweiten Akt mit der Niederschrift von \u201ePanikherz\u201c einzuleiten. Klar dass Udo das gleich erkannte, er kennt sich halt aus mit zweiten Akten.<\/p>\n<p>&#8222;Panikherz&#8220; erscheint bei Kiepenheuer &amp; Witsch, hat 564 Seiten und kostet gebunden 22,99 \u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benjamin von Stuckrad-Barre ist Schriftsteller, Journalist und Moderator. Seit seinem Debutwerk \u201eSoloalbum\u201c (1998) gilt er als bedeutender, deutscher Popliterat. 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