{"id":3778,"date":"2016-05-10T12:15:59","date_gmt":"2016-05-10T10:15:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3778"},"modified":"2016-05-10T12:15:59","modified_gmt":"2016-05-10T10:15:59","slug":"buch-pleased-to-meet-you-von-wolfgang-doebeling","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/05\/10\/buch-pleased-to-meet-you-von-wolfgang-doebeling\/","title":{"rendered":"Buch: \u201ePleased To Meet You\u201c von Wolfgang Doebeling"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/PleasedToMeet1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3777\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/PleasedToMeet1-186x300.jpg\" alt=\"PleasedToMeet1\" width=\"186\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/PleasedToMeet1-186x300.jpg 186w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/05\/PleasedToMeet1.jpg 310w\" sizes=\"(max-width: 186px) 100vw, 186px\" \/><\/a>Wolfgang Doebeling (*1950) studierte Geisteswissenschaften in Berlin und arbeitet seit Ende der 1970er Jahre als freier Publizist f\u00fcr Radiosender und Printmedien, u.a. der deutschen Ausgabe des Rolling Stone.\u00a0Bereits 2013 hat er, mit dem Untertitel \u201eWolfgang Doebeling trifft zum Interview\u201c, eine Sammlung von Konversationen mit britischen Popmusikern in einem Band zusammengefasst und ver\u00f6ffentlichen lassen. Er spricht u.a. mit Mick Jagger (mehrfach), Keith Richards, Paul McCartney, Ringo Starr, Ray Davies (mehrfach), Pete Townshend, Graham Nash, David Bowie, insgesamt also Protagonisten, die ihre besten Zeiten in den 60er und 70er Jahren hatten. Die Interviews selbst haben zum gro\u00dfen Teil auch schon einige Jahre auf dem Buckel, stammen aus den Jahren 1982-2001, zum gr\u00f6\u00dften Teil aus den fr\u00fchen 1980er Jahren.<!--more--><\/p>\n<p>Doebeling schickt den eigentlichen Interviewtranskriptionen jeweils einleitende Texte voraus, die die Gespr\u00e4chssituation beschreiben. Es wird dabei nicht m\u00fcde zu betonen, dass er meist etwas ganz anderes vor hatte als Mick Jagger, Paul McCartney, David Bowie etc. zu interviewen und schon gar nicht wollte er \u00fcber die aktuellen Albumerscheinungen mit ihnen reden (wozu die Termine eigentlich angesetzt waren). Stattdessen sucht er das nahezu Unm\u00f6gliche: Eine ungezwungene, pers\u00f6nliche Plauderatmosph\u00e4re \u00fcber die Themen seiner Wahl. Sitzt Doebeling den Gespr\u00e4chspartnern erst einmal gegen\u00fcber funktioniert das erstaunlich gut, wie man an L\u00e4nge und Verlauf der einzelnen Transkriptionen ablesen kann. Der Journalist ist bereits von Haus aus gut eingearbeitet in Werk und Lebensweg seiner Gegen\u00fcber und schafft es tats\u00e4chlich immer das Gespr\u00e4ch auf unbekannte und interessante Zusammenh\u00e4nge zu lenken. Dabei helfen ihm neben der Vorbereitung seine \u00fcber Jahre aufgebauten exzellenten Kontakte als Journalist und Musikfan, aber auch sein Englisch muss herausragend gut sein um mit versierten Native Speakern (Songschreiber, S\u00e4nger, Intellektuelle) zu plauschen und zu schw\u00e4tzen, Anspielungen zu machen und hin und wieder einen netten Witz zu rei\u00dfen. Die Verschlankung und \u00dcbersetzung der aufgezeichneten Ergebnisse war bestimmt viel Arbeit, ist jedoch gut gelungen. Alles ist wunderbar lesbar und rollt entspannt vor sich hin. Allerdings f\u00e4llt auch hier wieder einmal Doeblings pathologische Neigung zu eingedeutschten Fremdw\u00f6rtern und absurden Anglizismen auf. Falls es irgendeinen Weg gibt ein ganz normales deutsches Wort in eine abwegige Entlehnung umzuformulieren, wird er sie finden und einsetzen. Das ist mitunter anstrengend, weil unn\u00f6tig kompliziert, und wirkt auch furchtbar eitel, aber man kennt das ja bereits aus seinen journalistischen Beitr\u00e4gen, hat sich daran gew\u00f6hnt und gelernt damit zu leben. Wirklich beeindruckend ist Doeblings pophistorisches Fachwissen, das er ganz nebenbei bei den Unterhaltungen einflie\u00dfen l\u00e4sst und damit zielsicher das Interesse der erstmal gelangweilten Musikerprominenz weckt. Mithilfe dieser besonderen Teilnahme, kreativen Gastgeschenken und ausgerichteten Gr\u00fc\u00dfen von Musikerkollegen ist er bestimmt ein gern gesehener Gast bei derartigen Anl\u00e4ssen und es ist daher glaubhaft, dass er sich \u2013 wie er mehrfach behauptet \u2013 vor Interviewanfragen kaum retten kann.<\/p>\n<p>Wenn es eine Schw\u00e4che bei dieser Publikation gibt, dann die, dass die Interviews bereits 20-30 Jahre alt sind. Es kommt dazu, dass Dobeling bereits damals retrospektiv gefragt und geforscht hat. Viele der angesprochenen Ereignisse (z.B.: British Invasion, Beatles, Kinks, Hollies) waren bereits zum Zeitpunkt des Interviews alt, in popmusikalischer Zeitrechnung sogar uralt. Wenn man vom Zeitpunkt der Buchver\u00f6ffentlichung (2013) zur\u00fcckblickt, liegen die besprochen Ereignisse zum Teil etwa ein halbes Jahrhundert und mehr zur\u00fcck, es ist also keine \u00dcbertreibung zu behaupten, dass es sich im Gro\u00dfen und Ganzen um eine Sammlung ausf\u00fchrlicher historischer Gespr\u00e4che unter Popmusikexperten handelt, die als Dokumente mit musikgeschichtlicher Relevanz gewertet werden k\u00f6nnen. Man muss schon ein sehr gro\u00dfes Interesse an britischer Pop- und Rockmusik der 1960er Jahre haben um diese Ver\u00f6ffentlichungen goutieren zu k\u00f6nnen. Falls diese Voraussetzung erf\u00fcllt ist, wird man auf sehr hohem inhaltlichen und sprachlichen Niveau bedient. Ach ja: F\u00fcr Oktober 2016 wurde vom Fink Verlag bereits ein zweiter Teil mit Interviews amerikanischer Musiker angek\u00fcndigt, weitere k\u00f6nnten folgen.<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint bei Wilhelm Fink, hat 256 Seiten und kostet 25,90 \u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang Doebeling (*1950) studierte Geisteswissenschaften in Berlin und arbeitet seit Ende der 1970er Jahre als freier Publizist f\u00fcr Radiosender und Printmedien, u.a. der deutschen Ausgabe des Rolling Stone.\u00a0Bereits 2013 hat er, mit dem Untertitel \u201eWolfgang Doebeling trifft zum Interview\u201c, eine &hellip; <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/05\/10\/buch-pleased-to-meet-you-von-wolfgang-doebeling\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,11,14,8,15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3778"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3778"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3778\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3778"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3778"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3778"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}