{"id":3924,"date":"2016-07-07T16:49:18","date_gmt":"2016-07-07T14:49:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3924"},"modified":"2016-07-07T16:49:18","modified_gmt":"2016-07-07T14:49:18","slug":"buch-gehaltsaesthetik-eine-kunstphilosophie-von-harry-lehmann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/07\/07\/buch-gehaltsaesthetik-eine-kunstphilosophie-von-harry-lehmann\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eGehalts\u00e4sthetik. Eine Kunstphilosophie\u201c von Harry Lehmann"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Gehalts\u00e4sthetik.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3923\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Gehalts\u00e4sthetik-187x300.jpg\" alt=\"Gehalts\u00e4sthetik\" width=\"187\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Gehalts\u00e4sthetik-187x300.jpg 187w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Gehalts\u00e4sthetik.jpg 311w\" sizes=\"(max-width: 187px) 100vw, 187px\" \/><\/a>Harry Lehmann ist Kunstphilosoph und Autor von B\u00fcchern, Aufs\u00e4tzen und Essays. Er studierte nacheinander Physik und Philosophie in Sankt Petersburg (RU), Berlin (BRD) und Leeds (GB). In den vergangenen Jahren erschienen \u201eDie fl\u00fcchtige Wahrheit der Kunst\u201c (2006), \u201eAutonome Kunstkritik\u201c (Hg., 2012) und \u201eDie digitale Revolution der Musik. Eine Musikphilosophie\u201c (2013). Nun hat er mit \u201eGehalts\u00e4sthetik\u201c einen eigenen Entwurf einer breit angelegten Kunstphilosophie vorgelegt, die neben Musik auch bildende Kunst, Literatur, Architektur etc. umfasst.<!--more--><\/p>\n<p>Lehmann betrachtet darin exemplarisch nicht nur diverse Kunstsparten, sondern entwickelt seine Erkenntnisse anhand einer Evolutionsgeschichte der hochkulturellen K\u00fcnste, die sich \u00fcber mehrere Jahrtausende von der Steinzeit bis zur Gegenwart und ausgehend von Mitteleuropa um den gesamten Globus, angefangen von Mitteleuropa bis Nordamerika und China, erstreckt. Angesicht dieses irrwitzigen Pensums ist die Schrift mit gut 230 Seiten plus Anhang geradezu kompakt, allerdings auch \u00e4u\u00dfert dicht ausgefallen. Man kann dieses B\u00fcchlein nicht lesen, man muss es durcharbeiten, kommt dabei immer nur Abschnittsweise voran, muss durchdenken, reflektieren, nachlesen, eventuell mit anderen Interessierten dar\u00fcber sprechen und dann St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck weiter machen. Doch die M\u00fche lohnt sich: Lehmanns Betrachtungen sind sinnvoll und nachvollziehbar, anregend und spannend, komplex und faszinierend in ihrer G\u00fcltigkeit.<\/p>\n<p>Das Buch beginnt mit einem kurzen Vorwort, danach folgen die vier Kapitel Erfahrung, Eigenwerte, \u00dcbertragungswerte und Reflexionswerte. Die ersten drei Kapitel dienen zur Einf\u00fchrung in Lehmanns prinzipielle Sichtweise, hier wird das kunstphilosophische Fundament gelegt f\u00fcr den nachfolgenden Hauptteil, in dem es ausf\u00fchrlich um konzeptuelle K\u00fcnste und Gehalts\u00e4sthetik geht.<\/p>\n<p>Lehmanns Kunstphilosophie ist gr\u00fcndlich und bis zum Ende durchdacht und das l\u00e4sst sich unter anderem daran erkennen, dass er komplizierte Sachverhalte mit einigen wenigen gut gew\u00e4hlten und pr\u00e4gnanten Beispielen auf engstem Raum veranschaulichen kann. Es changiert elegant zwischen verschiedenen Kunstsparten um die Allgemeing\u00fcltigkeit seiner grunds\u00e4tzlichen Aussagen verst\u00e4ndlich zumachen. Untermauert werden die Ausf\u00fchrungen meist noch mit zusammenfassenden modellhaften Darstellungen, die einen geordneten \u00dcberblick bieten und im Ged\u00e4chtnis des Lesers haften bleiben. Beispiele aus den bildenden K\u00fcnsten werden zus\u00e4tzlich bildlich dargestellt, allerdings leider nur kleinformatig und in s\/w, das ist etwas schade. Gedichte sind abgedruckt, Musik l\u00e4sst vermutlich im Internet finden, wenn man danach sucht.<\/p>\n<p>Zusammen ergeben die Ausf\u00fchrungen und Beispiele einen klug strukturierten Einblick in die Kunstphilosophie des Autors. Dass so eine Ausf\u00fchrung komplex und mitunter schwierig zu lesen ist, liegt in der Natur der Sache und ist kein Nachteil. Bem\u00e4ngeln lie\u00dfe sich allenfalls, dass alle genannten Beispiele aus den anerkannten Hochkulturen der Weltgeschichte stammen. Popul\u00e4rkultur aus Musik, Film, Games, Internet ist leider \u00fcberhaupt nicht vertreten, dabei w\u00e4re es doch sehr spannend gewesen, ob sich die neue Kunstphilosophie auch auf zeitgen\u00f6ssische Kommerz- und Massenkultur anwenden l\u00e4sst. Hier zieht der Autor eine unsichtbare, nicht erkennbare Grenze, obwohl die \u00dcberg\u00e4nge zwischen den Kulturbereichen erkannterma\u00dfen l\u00e4ngst flie\u00dfend und durchl\u00e4ssig geworden sind. Aber vielleicht ist das eine Aufgabe f\u00fcr den Leser, die der Autor noch \u00fcbrig lassen wollte. Wenn der Leser sich bis zum Schluss durchgearbeitet hat, ist er f\u00fcr eigenst\u00e4ndige, kunstphilosophische Analysen bestens gewappnet.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch erscheint bei Wilhelm Fink, hat 261 Seiten und kostet 19,90 \u20ac.<\/p>\n<p>Videovortrag: Gehalts\u00e4sthetik \u2013 Eine Kunstphilosophie<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/kx4POGrihlU?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harry Lehmann ist Kunstphilosoph und Autor von B\u00fcchern, Aufs\u00e4tzen und Essays. 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