{"id":3995,"date":"2016-08-05T09:43:28","date_gmt":"2016-08-05T07:43:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=3995"},"modified":"2016-08-05T09:43:28","modified_gmt":"2016-08-05T07:43:28","slug":"buch-the-longest-way-von-christoph-rehage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/08\/05\/buch-the-longest-way-von-christoph-rehage\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eThe Longest Way\u201c von Christoph Rehage"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/LongestWay.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-3994\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/LongestWay-202x300.jpg\" alt=\"LongestWay\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/LongestWay-202x300.jpg 202w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/08\/LongestWay.jpg 337w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>2007 wollte der damalige Student Christoph Rehage von seinem Studienort Beijing zur\u00fcck in seine Heimat nach Norddeutschland zu Fu\u00df laufen. Er startete im November am Morgen seines 26. Geburtstages mit 30 Kilo Gep\u00e4ck und legte innerhalb von knapp zw\u00f6lf Monaten zusammengenommen 4646 Kilometer bis zur westchinesischen Stadt \u00dcr\u00fcmqi zur\u00fcck. Ganz bis nach hause schaffte er es zwar nicht, trotzdem handelt es sich ohne Frage um eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Unternehmung. Rehage dokumentierte seine Wanderung damals mit Texten, Fotos und Filmen auf einem eigenen Reiseblog. Nach seiner R\u00fcckkehr arbeitete er mehrere Jahre an einer umfassenden Verschriftlichung. 2012 erschien das gebundene Buch \u201eThe Longest Way\u201c bei Malik, es folgten \u00dcbersetzungen auf chinesisch und russisch, 2014 erschien die deutsche Taschenbuchausgabe bei Malik \/ National Geographic.<!--more--><\/p>\n<p>Rehage hat sich f\u00fcr sein erstes Reisebuch umfangreich vorbereitet und sich viel Zeit daf\u00fcr genommen. Immerhin vergingen vom Ende der Wanderung bis zur Ver\u00f6ffentlichung des Buches ganze vier Jahre. Allerdings gab es auch viel zu erz\u00e4hlen und dem Autor ist tats\u00e4chlich das Kunstst\u00fcck gelungen eine von vielen langweiligen Routinen gepr\u00e4gte Zeit sehr spannend und unterhaltsam aufzubereiten. Nat\u00fcrlich spielen auch hier wie bei anderen Extremwandertouren Ern\u00e4hrung, Ausr\u00fcstung, Kondition, Motivation etc. eine zentrale Rolle. Dar\u00fcber hinaus geht Rehage aber auch auf direkte Tuchf\u00fchlung mit Land und Leuten, berichtet von Landschaften und Volkskultur, von klimatischen Bedingungen und dem Wechsel der Jahreszeiten, von verschiedenen Bev\u00f6lkerungsgruppen, vom Unterschied zwischen Stadt und Land und von sehr vielen besonderen Begegnungen mit einfachen, aber oftmals sehr hilfsbereiten Menschen im chinesischen Hinterland. Zugute kam ihm dabei seine relative Vertrautheit mit Sprache und Kultur (er hat vor Beginn der Wanderung bereits l\u00e4ngere Zeit in Beijing gewohnt und studiert). Aufgepeppt wird die ausgedehnte Reisebeschreibung zus\u00e4tzlich durch die ein oder andere Selbstbetrachtung. Dabei werden die eigene Herkunft, Familienverh\u00e4ltnisse, freundschaftliche, partnerschaftliche und k\u00f6rperliche Beziehungen thematisiert. Manchem mag das eventuell etwas zu detailliert erscheinen und sicherlich zeigt Rehage hier leicht narzisstische Z\u00fcge. Wen interessieren z.B. schon seine One-Night-Stands? Andererseits finden in eben diesem Passagen auch die Einsamkeit und Verlorenheit des Wanderers einen deutlichen Ausdruck. Seine allgegenw\u00e4rtige Muse w\u00e4hrend der gesamten Wanderung ist seine chinesische Freundin Juli, die zeitgleich in M\u00fcnchen studiert. Sie mailen, smsen und skypen, treffen sich zwischendurch auch mehrmals, sehr viel erf\u00e4hrt man von der sympathischen, jungen und \u00e4u\u00dferst geduldigen jungen Dame allerdings nicht. Auch wie das Verh\u00e4ltnis schlie\u00dflich endet bleibt mehr oder weniger offen. Man kann diese Ich-Bezogenheit und Nicht-Festlegung des Autors allerdings auch als eine der gro\u00dfen St\u00e4rken des Buches verstehen. So wie die Wanderung irgendwann trotz eiserner Prinzipien abgebrochen werden musste, so werden auch manche Anekdoten und Geschichten eben gerade nicht bis auf\u2019s Letzte ausgebreitet und zu Ende erz\u00e4hlt. An den entsprechenden Stellen bekommt der Reisebericht mitunter fast schon eine gewisse literarische Qualit\u00e4t. Zur Dokumentation hat der Filmstudent Rehage eine Auswahl seiner Fotos zu einem preispr\u00e4mierten Kurzfilm zusammengestellt. Der Clip besteht aus einer rasend schnell aneinandergereihten Folge von Selfies vom Anfang bis Ende seiner langen Reise, unterlegt mit einem treibenden musikalischen Songtrack.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/5ky6vgQfU24?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>In den Sommern 2010 und 2012 ist Rehage erneut aufgebrochen und hat seine Wanderung Richtung Westen in zwei Etappen bis zur Landesgrenze nach Kirgisistan fortgef\u00fchrt. Dazu gibt es erneut Blogeintr\u00e4ge und kleine Filmchen, zu einem weiteren Buch wird es vermutlich nicht reichen, seine Geschichte ist auserz\u00e4hlt. Er sollte sich nun neuen Dingen zuwenden, das Laufen wird er vermutlich beibehalten, dazu muss man ihn wohl nicht dr\u00e4ngen. Unbedingt pflegen sollte er aber auch seine erz\u00e4hlerisches Talent, seine Schreibweise und sein Stil machen unbedingt Lust auf mehr.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch enth\u00e4lt etliche stimmungsvolle Farbfotos, erscheint bei Malik \/ National geographic und kostet 14,99 \u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2007 wollte der damalige Student Christoph Rehage von seinem Studienort Beijing zur\u00fcck in seine Heimat nach Norddeutschland zu Fu\u00df laufen. Er startete im November am Morgen seines 26. Geburtstages mit 30 Kilo Gep\u00e4ck und legte innerhalb von knapp zw\u00f6lf Monaten &hellip; <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/08\/05\/buch-the-longest-way-von-christoph-rehage\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,11,12,10,15,7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3995"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3995"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3995\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3995"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3995"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3995"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}