{"id":4060,"date":"2016-09-06T14:01:33","date_gmt":"2016-09-06T12:01:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4060"},"modified":"2016-09-06T14:01:33","modified_gmt":"2016-09-06T12:01:33","slug":"familiengeschichten-berlinbesuch-2016","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/09\/06\/familiengeschichten-berlinbesuch-2016\/","title":{"rendered":"Familiengeschichte(n): Berlinbesuch (2016)"},"content":{"rendered":"<p>Das letzte Wochenende habe ich verl\u00e4ngert und einige Tage in Berlin verbracht. Schon lange stand an, dass ich einige entfernte Verwandte besuche. Habe <a href=\"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/2015\/07\/01\/familiengeschichten-ein-ueberblick-teil-1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/2015\/07\/02\/familiengeschichten-ein-ueberblick-teil-2\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">hier<\/a> ja schon berichtet, dass ich seit Anfang letzten Jahres zur eigenen Familiengeschichte recherchiert habe und dabei einige erstaunliche Dinge entdecken durfte.\u00a0Seitdem konnte ich einiges pr\u00e4zisieren und genauer datieren. Infolge der Kontaktaufnahme mit Verwandten wurde mir noch mehr erz\u00e4hlt und zugetragen und nun war es eben auch mal geboten sich pers\u00f6nlich blicken zu lassen, sich zu treffen und auszutauschen. Ich hatte im Vorfeld die verschiedenen Termine einigerma\u00dfen unter einen Hut bringen k\u00f6nnen. <!--more-->Am Mittwoch\u00a0ging\u2019s in aller Fr\u00fche mit dem ICE los von W\u00fcrzburg Richtung Berlin und ohne Umsteigen ist man da in erstaunlich kurzer Zeit. Bei Ankunft dachte ich mir, ach komm, Berlin ist doch auch nur ein Dorf, die Strecke vom HBF nach Kreuzberg mache ich zu Fu\u00df, da sehe ich wenigstens was von der Stadt. Also via Reichstagsgeb\u00e4ude, Brandenburger Tor zur Friedrichstra\u00dfe in das Kulturkaufhaus Dussmann, B\u00fccher (auch gut sortierte, englischsprachige), CD-Abteilung, Kartenvorverkauf, Notenabteilung, danach noch kurz Programm im Admiralspalast checken (leider tote Hose), kleiner, kulinarisch wertvoller Snack im Peter Pane, schon waren die ersten Stunden vergangen und ich nicht mal halb am Ziel. Also weiter zu Fu\u00df zum Stadtschloss (immer noch im Bau), Stra\u00dfenmusik am Domvorplatz anh\u00f6ren, Hack\u2019sche M\u00e4rkte, Beatbox und Karaoke am Alexanderplatz, Durchmarsch durch\u2019s Nikolaiviertel, dann zog sich\u2019s etwas nach Kreuzberg, aber irgendwann war ich tats\u00e4chlich da und fand auch gleich meine \u00dcbernachtungsplatz in der Oranienstra\u00dfe. Hatte die Strecke etwas untersch\u00e4tzt und war ziemlich geschafft, vielleicht sollte ich noch erw\u00e4hnen, dass ich w\u00e4hrend der ganzen Lauferei vier Flaschen guten Frankenwein als Mitbringsel im Rucksack hatte, habe aber der Versuchung widerstanden sie im Laufe der anstrengenden Wanderung selbst zu trinken.<\/p>\n<p>Am Freitag habe ich mir ein Fahrrad bei der Regenbogenfabrik, einem alternativen Kinder-, Kultur- und Nachbarschaftszentrum mit etwas in die Jahre gekommenem 80er-Alternativ-Flair, geliehen, damit bin ich \u00fcber\u2019s Wochenende durch die Kieze geradelt. Ziemlich bald wurde mir allerdings klar, dass meine komplette Alt-Berliner Verwandtschaft im vormaligen West-Berlin wohnt und ich von Kreuzberg aus fast jeden Tag einmal quer durch die Stadt fahren musste (Hallo Gleisdreieck!), naja, egal, sieht man wenigstens was von der Stadt, zum Teil allerdings mehr als mir lieb war. Ich besuchte nachmittags meine Tante und nach einem willkommenen Mittagssnack und anschlie\u00dfendem Kaffee und Kuchen unterhielten wir uns sage und schreibe ca. sieben Stunden am St\u00fcck, bevor ich wieder in meinen Stadtteil zur\u00fcckfuhr. War ein sehr herzliches und intensives treffen, bei dem ich viel \u00fcber die Familie und mich erfahren habe. Guter Start.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag traf ich meine Gro\u00dfcousine und ihren wunderbaren Lebensgef\u00e4hrten zuerst bei einem Tr\u00f6delflohmarkt am Fehrbellinger Platz, danach in ihrem stilvoll gestalteten und mit viel pers\u00f6nlicher Kunst ausgestattetem Zuhause. Wir a\u00dfen, tranken und quatschten bis in die Nacht und waren in der Zeit so zusammenger\u00fcckt, dass sie mir zu voranger\u00fcckter Stunde freundlicherweise anboten dort zu \u00fcbernachten. Kurz w\u00e4gte ich ab, es war ein langer Weg mit dem Rad zur\u00fcck, aber war mir dann doch lieber, als meine Kreuzberger Gastgeberin im Ungewissen zu lassen (hatte kein Tel.# dabei). Es fiel mir schwer mich loszurei\u00dfen, bin aber durch die Nacht von Charlottenburg nach Kreuzberg geradelt und war bei Ankunft durch die k\u00fchle Luft und die k\u00f6rperliche Anstrengung auch wieder komplett n\u00fcchtern ;-). Interessant \u00fcbrigens, dass ich ohne Licht quer durch die Stadt fuhr und mich auf dem langen Weg weder irgendjemand zurechtwies oder anhupte und ich auch nicht von der Polizei rausgezogen wurde, nicht mal dann, wenn ich Polizisten oder Polizeiautos direkt, ohne Beleuchtung und bei roter Amperstellung passierte. Ditt is Berlin, wa, derma\u00dfen unbehelllicht bzw. unterbelichtet w\u00e4re ich jedenfalls in meiner bayerischen Heimatstadt nicht mal bis zur n\u00e4chsten Stra\u00dfenkreuzung gekommen ohne mir \u00c4rger einzuhandeln.<\/p>\n<p>Am Sonntag war ich dann bei meinen Gro\u00dfcousins zum Fr\u00fchst\u00fcck eingeladen. Beim Aufstehen sp\u00fcrte ich noch die Vorkommnisse des Vorabends in den Knochen. Egal, auf\u2019s Fahrrad und entlang der mir mittlerweile vertrauten Tangente \u201eGneisenaustra\u00dfe \u2013 Yorckstra\u00dfe \u2013 Hohenstaufenstra\u00dfe\u201c zum verabredeten Ort, habe ich auch gleich gefunden, diesmal war\u2019s erstmal eine reine M\u00e4nnerrunde. Einen kannte ich schon, den anderen gar nicht, f\u00fchlte sich aber gleich wie Familie an und wir quatschten, als wenn wir uns schon ewig kennen w\u00fcrden. Das scheint \u00fcbrigens das zentrale und gemeinsame Merkmal meiner Familie zu sein: Quatschen bis der Arzt kommt, zu Kaffee und Kuchen, Lik\u00f6rchen, Wein oder Bier, die Themen gehen uns nicht aus und gew\u00fcrzt wird das ganze mit guten Geschichten und feinem Humor, die Stunden vergehen, irgendwann ist es drau\u00dfen dunkel und ich hatte jedes Mal den Eindruck, ich bin doch gerade erst gekommen, wie konnte die Zeit nur so schnell vergehen?<\/p>\n<p>Von meiner Gro\u00dfcousine und \u2013cousins habe ich zum Abschluss jeweils noch wertvolle Aufzeichnungen, Urkunden, Briefe, Fotos und andere Dokumente vertrauensvoll \u00fcbereignet bekommen, darunter Abstammungsurkunden, die bis ins sehr fr\u00fche 19. Jahrhundert zur\u00fcckreichen und Autographe meines ber\u00fchmten Urururgro\u00dfvaters <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Eduard_Sch\u00fctz_(Schauspieler)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Johann Nikolaus Eduard Sch\u00fctze (*1799)<\/a> und pers\u00f6nliche Tagebuchaufzeichnungen meines Urgro\u00dfvaters Ludwig Hermann Sch\u00fctze (*1869), dessen Lebensf\u00fchrung eine ganz besondere Wirkung auf mich aus\u00fcbt. Die Texte sind alle in altdeutscher (?) Schreibschrift verfasst und ich brauche jetzt Zeit und Muse um die Texte zu sichten und zu entziffern. Bin aber guten Mutes, dass ich mich da einlesen werde, bin ja immerhin Nachkomme und Namenstr\u00e4ger und werde die Hinterlassenschaft in Ehren halten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das letzte Wochenende habe ich verl\u00e4ngert und einige Tage in Berlin verbracht. Schon lange stand an, dass ich einige entfernte Verwandte besuche. 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