{"id":4093,"date":"2016-09-14T11:56:51","date_gmt":"2016-09-14T09:56:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4093"},"modified":"2016-09-14T11:56:51","modified_gmt":"2016-09-14T09:56:51","slug":"buch-dj-culture-von-ulf-poschardt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/09\/14\/buch-dj-culture-von-ulf-poschardt\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eDJ Culture\u201c von Ulf Poschardt"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/DJCulture.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4092\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/DJCulture-179x300.jpg\" alt=\"djculture\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/DJCulture-179x300.jpg 179w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/DJCulture.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a>Ulf Poschardt studierte Journalistik und Philosophie und promovierte zum Thema DJ Culture bei Friedrich Kittler an der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin. Von 1996-2000 arbeitete er als Chefredakteur f\u00fcr das SZ-Magazin, sp\u00e4ter als Berater und Chefredakteur f\u00fcr Welt am Sonntag und andere Publikationen des Axel Springer Verlags. Bekannt wurde er mit seiner Promotionsschrift, die gro\u00dfes \u00f6ffentliches Interesse hervorrief, das SZ-Magazin musste er aufgrund eines Skandals verlassen. Aufsehen in intellektuellen und subkulturellen Kreisen erregte sein Aufruf bei der Bundestagswahl im Jahr 2005 als revolution\u00e4rer Akt f\u00fcr die FDP zu w\u00e4hlen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Jahr 1995 wurde Poschardt zum Thema DJ Culture promoviert, kurz danach erschien erstmals seine Doktorarbeit \u201eDJ Culture. Diskjockeys und Popkultur\u201c. Dieses Thema aus kulturphilosophischer Sicht im Rahmen einer umfassenden akademischen Abschlussarbeit zu betrachten war zum damaligen Zeitpunkt sicherlich mutig und wegweisend. Poschardt hat damals mehr als vier Jahre an der Arbeit recherchiert und geschrieben und daf\u00fcr u.a. auch Zeit in New York verbracht. 20 Jahre sp\u00e4ter hat er nun die Schrift \u00fcberarbeitet, aktualisiert, mit einem Nachwort von Tim Renner (\u00fcberfl\u00fcssig) und Westbam (geht so) erg\u00e4nzt und als schickes, schwarzes Buch im VHS-Box-Format mit \u00fcber 500 Seiten neu- bzw. wiederver\u00f6ffentlicht.<!--more--><\/p>\n<p>Auch heute noch sind musikgeschichtliches Wissen, technische Sachkenntnis, emotionales Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen, weitreichender Informationsstand, dargelegte Zusammenh\u00e4nge und weiterf\u00fchrende Gedanken dieser Schrift tief beeindruckend und es verwundert nicht, dass das Buch in den Jahren nach der Ver\u00f6ffentlichung rasch zu einem Standardwerk werden konnte. Da es sich um ein vergleichsweise aktuelles Thema handelt, zum Teil seit Erstver\u00f6ffentlichung auch noch neue Kenntnisse dazu kamen, war es sicherlich geboten das epochemachende Jugendwerk des Autors einer \u00dcberarbeitung zu unterziehen. Im Vorwort wird das etwas verklausuliert formuliert, leider bleibt sowohl hier als auch im weiteren Verlauf des kompletten Textes unklar, welche Stellen denn nun \u00fcberarbeitet wurden und welche nicht. Zum Teil kann man das nat\u00fcrlich aus den Jahreszahlen ableiten, aber etwas klarere Angaben dazu w\u00e4ren schon interessant gewesen, so bleibt vieles ungewiss. Poschardt \u00e4u\u00dfert sich \u00fcbrigens auch an keiner Stelle dazu, ob zwei Jahrzehnte sp\u00e4ter Einsch\u00e4tzungen revidiert werden mussten. Ja, es bleibt sogar unklar in wie weit er an der Aktualisierung selbst beteiligt war, in einem Nebensatz wird erkl\u00e4rt, dass ein Heiko Hoffmann die Neuauflage \u201egeremixt\u201c h\u00e4tte. Mmh.<\/p>\n<p>Das Buch ist in drei Oberkapitel und unz\u00e4hlige Unterkapitel unterteilt. Die gro\u00dfen Bl\u00f6cke sind \u201e1. Vorwort, Einleitung, Vorgeschichte\u201c mit der Geschichte von Radio, Moderatoren und Diskjockeys in den ersten zwei Dritteln des 20. Jahrhunderts. In \u201e2. Die Geschichte\u201c folgt aufgeteilt in die Musikgenres Disco, Hip-Hop, House, Dancefloor ein ausf\u00fchrlicher \u00dcberblick \u00fcber die Professionalisierung der DJ Kultur und der \u00dcbergang von technischer Reproduktion zum kreativ-musikalischen Akt. Im letzten Teil wird \u201e3. Der Versuch einer Theorie\u201c unternommen. Hier und stellenweise auch schon fr\u00fcher wird es sehr kulturphilosophisch. Poschardt setzt DJ Kultur, Sampling, Remixing etc. ins Verh\u00e4ltnis zu anderen postmodernen K\u00fcnsten, Hochkulturen und Kulturtheorien des 20. Jahrhunderts, reihenweise werden bedeutende Philosophen zitiert und man muss schon sehr gro\u00dfes Interesse an dieser Sichtweise haben um dem Autor in allen Punkten folgen zu wollen.<\/p>\n<p>Sehr lohnenswert sind aber die ersten beiden Teile. Bzgl. Popmusikgeschichte st\u00fctzt Poschardt sich vorzugsweise auf Nik Cohn und ist damit gut beraten. Interessant sind auch seine Exkursionen in Hardwarewelten (303, 808, 909, Technics 1200, Sampler, etc.) und seine punktuellen Einblicke in mittlerweile als klassisch zu betrachtenden Produktionsprozesse.<\/p>\n<p>Fazit: Auch wenn mittlerweile sicherlich etliche andere Publikationen zum Thema erschienen sind, bleibt \u201eDJ Culture\u201c bis auf weiteres zu recht ein Standardwerk und bietet einen fundierten, wissenschaftliche abgesicherten, wenn auch kulturphilosophisch etwas \u00fcberladenen Einstieg.<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint im Tropen Verlag, hat 558 Seiten und kostet 26,95 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ulf Poschardt studierte Journalistik und Philosophie und promovierte zum Thema DJ Culture bei Friedrich Kittler an der Humboldt-Universit\u00e4t Berlin. 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