{"id":4098,"date":"2016-09-19T10:30:53","date_gmt":"2016-09-19T08:30:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4098"},"modified":"2016-09-19T10:30:53","modified_gmt":"2016-09-19T08:30:53","slug":"buch-freddie-mercury-von-lesley-ann-jones","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/09\/19\/buch-freddie-mercury-von-lesley-ann-jones\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eFreddie Mercury\u201c von Lesley-Ann Jones"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FreddieMercury.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4097\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FreddieMercury-188x300.jpg\" alt=\"freddiemercury\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FreddieMercury-188x300.jpg 188w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/FreddieMercury.jpg 314w\" sizes=\"(max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a>Lesley-Ann Jones ist eine britische Journalistin und Autorin. In den vergangenen Jahrzehnten ver\u00f6ffentlichte sie Biographien u.a. von Kylie Minogue, Naomi Campbell und Marc Bolan (T. Rex). Bereits 1997 erschien ihre Biographie \u00fcber Freddie Mercury, den Frontmann der britischen Rockband Queen. Diese wurde einem Re-Write unterzogen und im Jahr 2011 neu ver\u00f6ffentlicht. 2016 erscheint davon nun die deutsche \u00dcbersetzung bei Piper, es ist das Jahr in dem Mercury 70 Jahre alt geworden w\u00e4re.<!--more--><\/p>\n<p>Er\u00f6ffnungsszene der Biographie ist der legend\u00e4re, ca. 20-min\u00fctige Auftritt der Band Queen beim Live Aid Konzert 1985, den Jones als Wendepunkt in der Karriere von Band und Frontmann interpretiert. Zuvor habe es nach einer gut 10-j\u00e4hrigen gemeinsamen Karriere Unstimmigkeiten in der Band gegeben, angeblich stand die Band kurz vor der Aufl\u00f6sung, danach raffte man sich auf, arbeitete an weiteren Alben, diverse Soloalben der Queenmusiker kamen hinzu, die Musiker waren flei\u00dfig und auff\u00e4llig produktiv. Zuletzt war die Arbeit \u00fcberschattet von der AIDS-Erkrankung Mercurys, die er allerdings, genauso wie seine homosexuelle Neigung, bis unmittelbar vor seinem Tod nicht publik machte. Mercury, der ein ausschweifendes Sexualleben gef\u00fchrt hatte, starb im November 1991 an den Folgen der Autoimmunerkrankung.<\/p>\n<p>Jones unterteilt ihre Schrift in 25 ausf\u00fchrliche Kapitel. Sie ist gut informiert, berichtet detailreich und hat einen angenehmen Erz\u00e4hlstil (\u00dcbersetzung: Stefan Rohmig). Teilweise f\u00e4llt es ihr allerdings erkennbar schwer konzeptuelle Entscheidungen zu treffen. Es ist beispielsweise nicht immer klar, ob es sich nun um eine Mercury oder um eine Queen-Biographie handelt. Freilich sind die Grenzen hier flie\u00dfend, aber es werden \u00fcber weite Strecken haupts\u00e4chlich Bandentwicklung, Chartpositionen und Konzerttourneen verhandelt. Mercurys musikalische Entwicklung, kreativer Prozess oder Arbeitsweisen bleiben nahezu unangetastet. Einen besonderen Schwerpunkt der Biographie bildet dagegen die Ausbreitung seines Beziehungs- und Liebesleben, das er aus verschiedenen und absolut verst\u00e4ndlichen Gr\u00fcnden (Homo-\/Bi-Sexualit\u00e4t, religi\u00f6ser Hintergrund, Familie etc.) nicht \u00f6ffentlich machte. Auffallend ist au\u00dferdem, dass die Journalistin immer wieder auch ihre pers\u00f6nlich N\u00e4he zu Mercury betont, die sich in verschiedenen, wohl zuf\u00e4lligen Treffen niederschlug. Wahrscheinlich will sie damit ausdr\u00fccken, dass sie den Star tats\u00e4chlich kannte, ihn leibhaftig erlebt hatte, es klingt aber so als wenn in diesen Passagen ein hingerissener Fan spricht, der durch die k\u00f6rperliche Pr\u00e4senz seines Idols den gebotenen sachlichen Abstand verliert. Offizielle Interviews der Autorin fanden offensichtlich nicht statt.<\/p>\n<p>Die Biographie ist angef\u00fcllt mit unendlich vielen Hergangsschilderungen und garniert mit erstaunlichen Kleinstinformationen, man erkennt wie viel m\u00fchsame Recherchearbeit der Schrift zu Grunde liegen m\u00fcssen. Fehlen tut dagegen die substantielle Interpretation dieser Materialien seitens der Autorin. Zu selten stellt sie Zusammenh\u00e4nge her, denkt oder spekuliert \u00fcber faktisches hinaus, der Leser erh\u00e4lt so zwar viele Informationen, aber es fehlen die narrativen Ideen, grunds\u00e4tzliche Aussagen, selten bis nie wird mal tats\u00e4chlich einer Stellung bezogen, ein Standpunkt begr\u00fcndet, eine Kontroverse diskutiert etc. Eine Biographie sollte doch etwas mehr bieten als korrekte Datierungen und das Ausplaudern von Intimit\u00e4ten. Da w\u00e4re in diesem Fall noch ordentlich Luft nach oben gewesen. So wie es ist, macht das Buch den Ausnahmek\u00fcnstler Mercury kleiner als er war. Er bestand eben nicht nur aus Konzerten, Partys, Drogen, Sex und Aff\u00e4ren. Er war mehr als nur S\u00e4nger, Rampensau, Schwuler und AIDS-Opfer. Er war auch Parse, Immigrant, Au\u00dfenseiter, Texter, Songschreiber, Performer, Stilikone, setzte Ma\u00dfst\u00e4be in den Bereichen Rockproduktion, Musikvideo, Stadionkonzerten, Rock\/Klassik-Crossover und ist r\u00fcckblickend eine wegweisende und dabei g\u00e4nzlich unaufdringliche Integrationsfigur.<\/p>\n<p>Fazit: Im englischen Original wird das Buch als \u201eThe Definitive Biography\u201c bezeichnet, das ist es vermutlich nicht. Aber eine gut recherchierte, ausf\u00fchrliche, leider nicht immer aussagekr\u00e4ftige Lebensgeschichte von Freddie Mercury und seiner Band Queen, das ist das Buch allemal. Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr Queen-Fans!<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint bei Piper, es enth\u00e4lt 87 gr\u00f6\u00dftenteils farbige Abbildungen hat 448 Seiten und kostet 24 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesley-Ann Jones ist eine britische Journalistin und Autorin. In den vergangenen Jahrzehnten ver\u00f6ffentlichte sie Biographien u.a. von Kylie Minogue, Naomi Campbell und Marc Bolan (T. Rex). Bereits 1997 erschien ihre Biographie \u00fcber Freddie Mercury, den Frontmann der britischen Rockband Queen. &hellip; <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/09\/19\/buch-freddie-mercury-von-lesley-ann-jones\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,11,8,15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4098"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4098"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4098\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4098"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4098"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4098"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}