{"id":4109,"date":"2016-09-26T14:35:19","date_gmt":"2016-09-26T12:35:19","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4109"},"modified":"2016-09-26T14:35:19","modified_gmt":"2016-09-26T12:35:19","slug":"buch-stroebele-von-stefan-reinecke","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/09\/26\/buch-stroebele-von-stefan-reinecke\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eStr\u00f6bele\u201c von Stefan Reinecke"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4108\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele-183x300.jpg\" alt=\"stroebele\" width=\"183\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele-183x300.jpg 183w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele-625x1024.jpg 625w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele-768x1257.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele-938x1536.jpg 938w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele-1251x2048.jpg 1251w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele-1200x1965.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/09\/Str\u00f6bele.jpg 1508w\" sizes=\"(max-width: 183px) 100vw, 183px\" \/><\/a>Stefan Reinecke studierte Germanistik und Politik und arbeitet nach Stationen bei der Wochenzeitung Freitag und Tagesspiegel als Politikredakteur und Autor der taz. 2003 erschien seine Biographie \u00fcber Otto Schily.\u00a0Das Buch ist in zw\u00f6lf Kapitel unterteilt und beginnt ohne Einleitung oder Vorwort. Der Aufbau ist klassisch chronologisch, nimmt mit \u201eKindheit und Jugend\u201c seinen Anfang und reicht bis zur spektakul\u00e4ren \u201eReise zu Snowden\u201c (2013). Hin und wieder sind zeitliche Ebenen verschoben, wenn einheitliche Themenkomplexe in einem Abschnitt zu Ende erz\u00e4hlt werden, w\u00e4hrend andere Handlungsstr\u00e4nge bereits parallel laufen. Der Autor beh\u00e4lt allerdings stets souver\u00e4n den \u00dcberblick, die Darlegungen sind immer problemlos nachvollziehbar und bis in kleinste Details sorgf\u00e4ltig recherchiert.<!--more--><\/p>\n<p>Reinecke beschreibt die Vorkommnisse in klarem Stil und mit angenehmer Gewichtung. Neben den historischen Fakten werden auch Str\u00f6beles famili\u00e4re Herkunft, sein Charakter und seine grunds\u00e4tzliche Geisteshaltung immer wieder und ausf\u00fchrlich thematisiert. Nur so sind viele seiner politischen Einstellungen und Handlungsweisen f\u00fcr Au\u00dfenstehende wohl zu verstehen. Neben seinen offenkundigen links-liberalen, alternativen, von der 68-er Generationen gepr\u00e4gten Idealen kommt andererseits auch immer wieder sein bildungsb\u00fcrgerliches, ja fast spie\u00dfb\u00fcrgerliches Selbstverst\u00e4ndnis und seine juristisch-korrekte Vorgehensweisen in Denken und Arbeit zum Ausdruck. Bei aller Prinzipientreue ist Str\u00f6bele eine zum Teil auff\u00e4llig widerspr\u00fcchlich Figur. Er tritt f\u00fcr die Legalisierung von Marihuana ein, ist selbst aber gar kein Konsument, raucht nicht, trinkt nicht einmal Alkohol. Er ist Anwalt und Sympathisant, Parlamentarier und Systemkritiker, Freund von Hausbesetzern und Besitzer einer Eigentumswohnung, Direktkandidat in Kreuzberg ohne in seinem Wahlbezirk zu wohnen etc.<\/p>\n<p>Gerade diese Gegens\u00e4tze sind aber genau das besondere an ihm, er ist Fundi und Realo, Gegner und Bef\u00fcrworter, Macher und Blockierer und dabei, das attestieren ihm Freunde wie Gegner, immer freundlich, ausgeglichen, sachlich und l\u00f6sungsorientiert. In allen Fragen spielen \u00f6ffentliche Meinung, Fraktionszwang, Opportunismus, Karriere eine erkennbar nachgeordnete bis gar keine Rolle. Str\u00f6bele, auch das attestieren Freunde wie Gegner, ist stets hervorragend in die Materie eingelesen, bestens informiert, hat eine klare Haltung, die er begr\u00fcnden kann und f\u00fchlt sich einzig und allem seinem Gewissen verpflichtet. Auch wenn uns diese Haltung heutzutage naiv, idealistisch, sperrig vorkommen mag, das Recht auf eine eigene Meinung war und ist die freiheitliche Grundlage unserer parlamentarischen Demokratie gedacht und wurde so auch in Gesetzestexten manifestiert. Vermutlich ist genau das der Grund f\u00fcr Str\u00f6beles Popularit\u00e4t nicht nur in seinem Wahlkreis, sondern weit dar\u00fcber hinaus. Er arbeitet ohne doppelten Boden, argumentiert transparent, man kann sich bei ihm absolut sicher sein, dass er Entscheidungen gem\u00e4\u00df Sachlage und eigener \u00dcberzeugung trifft. Lobbyisten und Interessensverb\u00e4nde jedweder Couleur d\u00fcrften bei ihm einen schweren Stand haben.<\/p>\n<p>Reinecke beschreibt Str\u00f6beles Rolle in Studentenrevolten, RAF-Prozessen, deutscher Herbst, Friedenbewegung, Gr\u00fcndung von Alternativer Liste und Gr\u00fcnen, Mauerfall, Irakkrieg, Kosovo-Resolution, 11. September, Afghanistankrieg bis zum NSA-Abh\u00f6rskandal und dem Fall Snowden. Str\u00f6beles gesellschaftlicher und politischer Werdegang wird genau und mitunter durchaus kritisch beschrieben. Sein Privatleben bleibt allerdings komplett au\u00dfen vor. Man erf\u00e4hrt gerade noch, dass und mit wem er verheiratet ist, ob er z.B. Kinder oder Enkel hat, bleibt unerw\u00e4hnt. Auch \u00fcber etwaige pers\u00f6nliche Krisen kann man nur mutma\u00dfen.<\/p>\n<p>Fazit: Eine kritische Biografie \u00fcber einen gesellschaftlich engagierten, links-alternativen Ausnahmepolitiker. Ganz nebenbei erf\u00e4hrt man dabei viel \u00fcber deutsche Nachkriegsgeschichte.<\/p>\n<p>Das Buch enth\u00e4lt einige kleinformatige s\/w-Abbildungen aus verschiedenen Lebensphasen. Das gebundene Buch erscheint im Berlin Verlag, hat 464 Seiten und kostet 24,00 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Stefan Reinecke studierte Germanistik und Politik und arbeitet nach Stationen bei der Wochenzeitung Freitag und Tagesspiegel als Politikredakteur und Autor der taz. 2003 erschien seine Biographie \u00fcber Otto Schily.\u00a0Das Buch ist in zw\u00f6lf Kapitel unterteilt und beginnt ohne Einleitung oder &hellip; <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/09\/26\/buch-stroebele-von-stefan-reinecke\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,11,21,15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4109"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4109"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4109\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4109"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4109"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4109"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}