{"id":4191,"date":"2016-11-07T15:33:24","date_gmt":"2016-11-07T14:33:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4191"},"modified":"2016-11-07T15:33:24","modified_gmt":"2016-11-07T14:33:24","slug":"buch-johnny-cash-von-robert-hilburn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/11\/07\/buch-johnny-cash-von-robert-hilburn\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eJohnny Cash\u201c von Robert Hilburn"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4190\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch-189x300.jpg\" alt=\"cashbuch\" width=\"189\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch-189x300.jpg 189w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch-645x1024.jpg 645w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch-768x1219.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch-968x1536.jpg 968w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch-1290x2048.jpg 1290w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch-1200x1905.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/CashBuch.jpg 1613w\" sizes=\"(max-width: 189px) 100vw, 189px\" \/><\/a>Man k\u00f6nnte annehmen, dass es eigentlich l\u00e4ngst mehr als gen\u00fcgend biographische Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber den US-amerikanischen Countrymusiker Johnny Cash gibt. Er selbst ver\u00f6ffentlichte bereits zu Lebzeiten zwei (!) Autobiographien (\u201eMan in Black\u201c, 1975; \u201eCash: The Autobiography\u201c, 1997), posthum erschien zus\u00e4tzlich eine autobiographische Textsammlung (\u201eRecollections\u201c, 2014). Dazu Erinnerungen und erg\u00e4nzende Texte von Familie, Freunden und Mitarbeitern, so z.B. von June Carter Cash: \u201eAmong my Klediments\u201c, 1979; \u201eFrom the Heart\u201c, 1987, Rosanne Cash: \u201eComposed: A Memoir\u201c, 2010, John Carter Cash: \u201eAnchored in Love\u201c, 2007, Vivian Cash: My life with Johnny\u201c, 2007, Marshall Grant: \u201eMy Life with Johnny Cash\u201c, 2006. Zus\u00e4tzlich gibt es ein popul\u00e4res Bio-Pic (\u201eWalk the Line\u201c, 2005) und unz\u00e4hlige Dokumentationen. Sucht man au\u00dferhalb der USA nach Literatur zu und \u00fcber Johnny Cash wird bald klar, dass in vielen westlichen L\u00e4ndern ein gro\u00dfe Zahl von Spezialisten zum Thema ver\u00f6ffentlicht haben und in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden unterschiedliche Lesarten des popkulturellen Ph\u00e4nomens Cash anbieten (in Deutschland z.B. Franz Dobler: \u201eThe Beast in me\u201c, 2002\/04, Reinhard Kleist: \u201eI see a Darkness\u201c, 2006 etc.) Es w\u00fcrde also durchaus eine Weile dauern allein diese naheliegenden Ver\u00f6ffentlichungen zu lesen um sich an das Thema heranzuarbeiten.<!--more--><\/p>\n<p>Der renommierte US-amerikanische Journalist und Autor Robert Hilburn hat im Jahr 2013 seine umfangreiche, eigene Cash-Biographie vorgelegt. Drei Jahre sp\u00e4ter, im Oktober 2016, erscheint sie nun auf gewichtigen 832 Seiten in deutscher \u00dcbersetzung (von Henning Dedekind &amp; Werner Roller) im Berlin Verlag. Hilburn hat daf\u00fcr bekannte und viele weit reichende Quellen konsultiert und zus\u00e4tzlich unz\u00e4hlige Gespr\u00e4che mit Freunden, Bekannten und Kollegen gef\u00fchrt. Er hat Bibliotheken und Archive besucht und ihm wurde Zugang zu zum Teil sehr pers\u00f6nlichen Sammlungen und Informationen gew\u00e4hrt (Sammlung Rosanne Cash, Sammlung John Carter Cash). Zus\u00e4tzlich konnte er seine Erkenntnisse auf Interviews aufbauen, die er selbst in der Funktion als Musikjournalist mit Cash selbst und Angeh\u00f6rigen \u00fcber mehrere Jahrzehnte hinweg immer wieder gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Die Biographie ist in f\u00fcnf Kapitel und etliche Unterkapitel unterteilt, verl\u00e4uft streng chronologisch und beginnt ohne lange Vorgeschichte mit Cashs Kindheit in Dyess, Arkansas. Die Familie ist gl\u00e4ubig und arm, eine im S\u00fcden oft anzutreffende Kombination, die Eltern arbeiten hart, schaffen es aber kaum sich aus den Schulden herauszuarbeiten. Einzige Lichtblicke sind ihr unersch\u00fctterlicher baptistischer Glaube und die positive Strahlkraft der Musik: Im Hause Cash wird viel gesungen und Radio geh\u00f6rt. Erster heftiger Einschnitt im Leben des jungen Cash ist der Unfalltod seines gro\u00dfen, charismatischen Bruders Ray, der ihn sein ganzes Lebend lang besch\u00e4ftigen wird. Nach ein paar unr\u00fchmlichen Irr- und Umwegen geht Cash zum Milit\u00e4r, macht dort eine Ausbildung zum Funker und verbringt als Soldat mehrere Jahre in Landsberg, Deutschland. Hier macht er erste, bescheidene musikalische Gehversuche. Erst nach seiner R\u00fcckkehr in die USA startet er ab 1955 seine musikalische Karriere, die bei der legend\u00e4ren SUN-Label ihren Anfang nimmt.<\/p>\n<p>Hilburn informiert sehr sachlich, informiert und detailreich, eigenen Interpretation r\u00e4umt er nur hin und wieder etwas Platz ein. Immer wieder flechtet er direkte Aussagen aus Interviews und Gespr\u00e4chen mit Beteiligten in den laufenden Text mit ein. Obwohl der Text lang und ausf\u00fchrlich ist, ist er an keiner Stelle langweilig oder ausufernd. Klug platziert der Autor auch immer wieder kleine thematische Exkurse, die dem Leser die Alltagswirklichkeit und Verh\u00e4ltnisse der zeitgen\u00f6ssischen Musikszene vergegenw\u00e4rtigen. Ein klein wenig mehr eigene Sichtweise h\u00e4tten dem Ganzen noch etwas mehr Charakter gegeben, aber das ist nicht Hilburns Herangehensweise. Er sieht sich in der Rolle des n\u00fcchternen Chronisten.<br \/>\nBesonders interessant d\u00fcrften f\u00fcr die meisten Leser insbesondere die Passagen ab Anfang der 1990er Jahre sein. Kurz zuvor l\u00e4sst sein Label Columbia den Vertrag auslaufen, Cash ist somit vertragslos und befindet sich auch k\u00fcnstlerisch an einem deutlich erkennbaren Tiefpunkt. Erst die gar nicht naheliegende Zusammenarbeit mit dem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Musikproduzenten Rick Rubin hilft ihm wieder auf die F\u00fc\u00dfe und es folgt mit seinem Alterswerk, den American Recordings, eine Albumserie, mit der so wohl niemand mehr gerechnet h\u00e4tte, am wenigsten vielleicht sogar Cash selbst.<\/p>\n<p>Der Autor hat seine Quellen im Anhang ausf\u00fchrlich dokumentiert. Selbst eingefleischt Cashfans d\u00fcrften hier noch auf die ein oder andere Anregung sto\u00dfen. Das Buch enth\u00e4lt einige seltene, kleinformatige s\/w-Abdrucke u.a. aus den Sammlungen Rosanne Cash und John Carter Cash. Das gebundene Buch erscheint im Berlin Verlag, hat 832 Seiten und kostet 34,00 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man k\u00f6nnte annehmen, dass es eigentlich l\u00e4ngst mehr als gen\u00fcgend biographische Ver\u00f6ffentlichungen \u00fcber den US-amerikanischen Countrymusiker Johnny Cash gibt. 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