{"id":4246,"date":"2016-11-28T14:36:28","date_gmt":"2016-11-28T13:36:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4246"},"modified":"2016-11-28T14:36:28","modified_gmt":"2016-11-28T13:36:28","slug":"buch-jack-white-von-nick-hasted","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/11\/28\/buch-jack-white-von-nick-hasted\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eJack White\u201c von Nick Hasted"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4245\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch-201x300.jpg\" alt=\"jackwhitebuch\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch-201x300.jpg 201w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch-686x1024.jpg 686w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch-768x1146.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch-1030x1536.jpg 1030w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch-1373x2048.jpg 1373w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch-1200x1790.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/11\/JackWhiteBuch.jpg 1716w\" sizes=\"(max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><\/a>Nick Hasted ist ein britischer Musikjournalist und hat mit \u201eThe Kinks: You really got me\u201c (2011) und \u201eThe dark Story of Eminem\u201c (2003) bereits zwei musikhistorische Monographien vorgelegt. Seine neueste Publikation besch\u00e4ftigt sich nun mit dem US-amerikanischen Ausnahmemusiker, Produzenten und Konzeptk\u00fcnstler Jack White. Der Untertitel der englischen Originalausgabe erg\u00e4nzt \u201eHow he built an Empire from the Blues\u201c.<!--more--><\/p>\n<p>Das Buch ist in 15 Kapitel unterteilt, die mit Lebensstationen und Albentiteln \u00fcberschrieben sind. Hasted arbeitet sich chronologisch durch Whites Biographie, er beginnt erwartungsgem\u00e4\u00df mit seiner Kindheit als elftes Kind und siebter Sohn einer gro\u00dfen Familie und den damit einhergehenden besonderen Lebensbedingungen. Die pers\u00f6nlichen Entwicklungen finden statt in Detroit, einem vom wirtschaftlichen Niedergang gepr\u00e4gten, ehemaligem Industriestandort, der ab Ende der1980er Jahre dem Untergang geweiht zu sein schien. Hasted erz\u00e4hlt gut informiert von Whites Jugend und Schulzeit, seiner kurzen Zeit an einem College und der Ausbildung und Arbeit als Polsterer. Mit 19 ger\u00e4t White an einen biographischen Wendepunkt, innerhalb k\u00fcrzester macht er sich selbst\u00e4ndig, heiratet und agiert als S\u00e4nger und Gitarrist in diversen lokalen Garagenrockformationen. Die Ehe geht zu Bruch, doch er gr\u00fcndet kurz danach mit seiner Ex-Frau das ungew\u00f6hnliche E-Gitarre\/Schlagzeug-Duo The White Stripes. Bereits erste Konzerte der Miniaturband verlaufen vielversprechend, sie sto\u00dfen auf Interesse beim Publikum, Musikmanagern und kleinen Plattenfirmen. Jack White entwickelt ab jetzt erstaunliche autodidaktische F\u00e4higkeiten, plant ein visuelles Konzept f\u00fcr die Band, leitet und produziert folgende Aufnahmen, verwendet ausschlie\u00dflich analoges Equipment und erweist sich auch als kluger Gesch\u00e4ftsmann, indem er die Z\u00fcgel von Anfang an in der Hand beh\u00e4lt, keine Vorsch\u00fcsse annimmt, Aufnahmen selbst finanziert und lediglich lizenziert und nicht verkauft. Es folgen Konzerttourneen, Singles, Alben und schlie\u00dflich der weltweite Erfolg mit \u201eElephant\u201c und dem internationalen Hit \u201eSeven Nation Army\u201c, der bereits kurz nach Ver\u00f6ffentlichung zur Hymne bei sportlichen Veranstaltung auf der ganzen Welt wird. White unterst\u00fctzt weiterhin Musikerkollegen und Bands aus Detroit, verl\u00e4sst seine Heimatstadt jedoch und zieht nach Nashville, wo er ein als Lager geplantes Geb\u00e4ude innerhalb k\u00fcrzester Zeit als Kombination von Laden, Label, Plattenfirma, Studio, Liveb\u00fchne und Thinktank installiert. Es folgen Ver\u00f6ffentlichungen mit den Raconteurs, mit der Band Dead Weather (als Schlagzeuger!) und etliche als Produzent (Loretta Lynn, Wanda Jackson). Kurz nach der offiziellen Bekanntgabe der Aufl\u00f6sung der White Stripes im Jahr 2011) ver\u00f6ffentlicht White sein erstes Soloalbum \u201eBlunderbuss\u201c (2012), eine weiteres Album folgt mit \u201eLazaretto\u201c (2014).<\/p>\n<p>Hasted gelingt es diese Entwicklungen detailreich und unterhaltsam zu vermitteln. Das funktioniert, weil seine Schrift mehr ist als eine reine Biographie. Es wird darin zus\u00e4tzlich die Garagenrockszene Detroits portraitiert und wertvolle Einblicke in das Selbstverst\u00e4ndnis der amerikanischen Indierockszene geboten. Der Autor konnte dabei nicht auf eine Zusammenarbeit mit Jack White zur\u00fcckgreifen. Seine Darstellungen basieren auf frei zug\u00e4nglichem Material wie Alben, Konzertdokumentationen, Webseiten, Zeitungsberichten und Buchpublikationen, zus\u00e4tzlich hat er historische Schaupl\u00e4tze besucht und Interviews mit Bandkollegen, Weggef\u00e4hrten, Veranstaltern und Mitarbeitern gef\u00fchrt. Es ist erstaunlich welche F\u00fclle von Materialien Hasted auf diese Weise gesammelt, gesichtet und sortiert haben muss. Die Biographie ist in der ersten H\u00e4lfte noch dicht und prall gef\u00fcllt, im letzten Drittel d\u00fcnnt die Erz\u00e4hlung allerdings zunehmend aus. Ob dem Autor zum Ende hin schlichtweg die Luft ausging oder hier einfach zu wenige interpretierbare Informationen vorlagen, ist schwer zu sagen. Immerhin arbeitet er sich noch bis ins Publikationsjahr Anfang 2016 voran, h\u00e4lt sich am Ende mit etwaigen Prognosen oder k\u00fcnstlerischen Ausblicken auff\u00e4llig zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Fazit: Hasted ist es gelungen ein ausf\u00fchrliches, facettenreiches und faktensattes Portrait eines herausragenden, zeitgen\u00f6ssischen K\u00fcnstlers vorzulegen, dessen Schaffen und Wirken weit \u00fcber Singen und Songschreiben hinausreicht, ja, der mit seiner Denk- und Arbeitsweise ein neue \u00c4sthetik entwickelt hat, die zugleich traditionell und zukunftsweisend, konservativ und fortschrittlich ist. Es ist eine besondere St\u00e4rke des Buches, dass es \u00fcber die Form einer Biographie hinausreicht und zus\u00e4tzlich besondere Einblicke, wohl strukturierte Gedanken und eigene Interpretationen bietet. Der Mythos, der diesen K\u00fcnstler umgibt, wird auf diese Weise nicht verkleinert, sondern wirkt noch faszinierender.<\/p>\n<p>Tipp: W\u00e4hrend des Lesens am besten die angesprochenen Alben zum Mith\u00f6ren bereit halten! Am besten nat\u00fcrlich als Vinylausgabe, denn: Your Turntable\u2019s not dead!<\/p>\n<p>Das Buch enth\u00e4lt mehrere Farbfotoabdrucke. Das gebundene Buch erscheint bei Omnibus Press, hat 320 Seiten und kostet im englischen Original ca. 24,00 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nick Hasted ist ein britischer Musikjournalist und hat mit \u201eThe Kinks: You really got me\u201c (2011) und \u201eThe dark Story of Eminem\u201c (2003) bereits zwei musikhistorische Monographien vorgelegt. 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