{"id":4270,"date":"2016-12-07T12:17:41","date_gmt":"2016-12-07T11:17:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4270"},"modified":"2016-12-07T12:17:41","modified_gmt":"2016-12-07T11:17:41","slug":"mein-album-2174","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/12\/07\/mein-album-2174\/","title":{"rendered":"Mein Album \u201e2174\u201c"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2174.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-4269 size-full\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2016\/12\/2174.jpg\" alt=\"2174\" width=\"197\" height=\"200\" \/><\/a>Am Donnerstag dieser Woche findet ab 20.00 im Blauen Adler in W\u00fcrzburg ein besonderes Konzert statt. Erstmals \u00fcberhaupt spiele ich in kleiner Besetzung alle Songs meines Debutalbums \u201e2174\u201c aus dem Jahr 2004. Die Songs des Albums sind in den letzten Jahren in meinen regul\u00e4ren Konzertprogrammen nicht mehr oft aufgetaucht, wurden nach Ver\u00f6ffentlichung relativ bald durch andere Songs von aktuelleren Alben ersetzt, einige der Songs habe ich sogar \u00fcberhaupt noch nie vor Publikum gespielt. Die Dennis Sch\u00fctze Combo wird in der ersten H\u00e4lfte des Abends die Songs dieses Albums in der vorbestimmten Reihenfolge interpretieren. Aus Alt mach Neu, sozusagen.<!--more--><\/p>\n<p>Es ist aber mehr als ein blo\u00dfes Recycling, das hat sich bereits in den Vorbereitungen und Proben abgezeichnet. Wenn man als Schreiber mit zeitlichem Abstand auf eine eigene Songsammlung und deren Inklangsetzung innerhalb einer abgeschlossenen Phase zur\u00fcckblickt, l\u00f6st das schon besondere Gef\u00fchle aus. So war es zumindest bei mir. Es kommt mir vor, als betrachte ich das Leben eines anderen Mannes mit einem anderen Leben unter anderen Umst\u00e4nden mit anderen M\u00f6glichkeiten und anderen Problemen. Kann kaum glauben, dass ich das gewesen sein soll.<\/p>\n<p>Die Entstehung des Albums \u201e2174\u201c war kein Spaziergang, es war eine \u00fcbermenschliche Anstrengung (so empfand ich das damals), die mich jahrelang besch\u00e4ftigt und gequ\u00e4lt hat, aber getan werden musste. Heute bin ich froh, dass ich dran geblieben bin, dass ich mich nicht habe entmutigen lassen, freue mich dass ich die CD heute in den H\u00e4nden halten und anh\u00f6ren kann. Der Prozess dazu wurde zu einem wesentlichen Bestandteil meiner k\u00fcnstlerischen Entwicklung. Vielleicht ist der irre Kraftaufwand, den ich mit der Erarbeitung des Album verbinde, der Grund, dass die Songs relativ schnell aus meinem regul\u00e4ren Programm verschwanden und ersetzt wurden. Ich wei\u00df es nicht, aber wenn ich heute dr\u00fcber nachdenke, klingt es plausibel. Dazu kam, dass w\u00e4hrend der langj\u00e4hrigen Produktionsphase l\u00e4ngst neue Lieder geschrieben worden waren, die mir wichtiger, unbelasteter und gestaltbarer erschienen.<\/p>\n<p>Eigene Musik begann ich im Alter von ca. 13 Jahren zu schreiben, erste Songs schrieb ich kurz danach, also mit ca. 16 und das wurde dann intensiver w\u00e4hrend meiner Zeit als Austauschsch\u00fcler in den USA und nach meiner R\u00fcckkehr. Mit Anfang 20 hatte ich erstes verwertbares Songmaterial und brachte das ins Liveprogramm und die Albumproduktionen meiner ersten Bluescombo ein. Damit machte ich gute Erfahrungen, fasste mir ein Herz und begann im Jahr 2000 mit den Aufnahmen an einem Album unter eigenem Namen. Ich arbeitete daran mit voller Energie und Leidenschaft, aber es gab einige Probleme, die ich nicht erkannte oder erkennen wollte. Die Songauswahl war nicht stark genug, die Arrangements unfertig, ich hatte keine klangliche Vorstellung, das schwerwiegendste aber war, ich hatte keine eingespielte Band, keinen Solisten, keinen Produzenten und verf\u00fcgte nicht \u00fcber die F\u00e4higkeit und Erfahrung das selbst in die Hand zu nehmen. St\u00e4ndig stand ich vor Entscheidungen, die ich nicht beurteilen konnte, f\u00fchlte mich hilflos und unsicher, war mit den Ergebnissen nicht zufrieden, konnte aber nicht sagen warum, wurde von allen m\u00f6glichen Leute belabert, h\u00f6rte denen auch zu, merkte aber, dass ich es anders empfand, konnte es jedoch nicht formulieren oder mitteilen. Ich nahm in einem Studio zehn oder zw\u00f6lf komplette Songtracks auf, am Ende verlie\u00df mich der Mut und ich brach die Produktion ab, noch bevor ich meine Ges\u00e4nge abgeliefert hatte. Ich zahlte ein kleines Verm\u00f6gen (Stichwort: Lehrgeld, in diesem Fall stimmt auch Leergeld) f\u00fcr diese unfertige und unbrauchbare Produktionsruine und habe das Material nie wieder angefasst. Die Mitmusiker waren entt\u00e4uscht, Kollegen, Freunde, Familie, Sympathisanten waren ratlos, mieden das Thema, ich selbst empfand es als furchtbare Niederlage, als Scheitern auf ganzer Linie, hatte mich komplett \u00fcbernommen und hatte das Gef\u00fchl mir fehlt irgendetwas entscheidendes, aber ich wusste nicht was. Handwerk, Erfahrung, Vorstellungskraft, whatever.<\/p>\n<p>Es dauert ca. zwei Jahre bis ich mich von diesem R\u00fcckschlag erholt hatte. In der Zeit machte ich andere, unverf\u00e4nglichere Aufnahmen, bei denen ich nicht die komplette Verantwortung trug. Und ganz langsam machte ich Erfahrungen, die mich mein Scheitern verstehen lie\u00dfen. Ich erkannte einige wesentliche Elemente, die mir gefehlt hatten: Starke Songs, stimmige Arrangements, stilistische Vorstellung, verl\u00e4ssliche Mitmusiker und vor allem: Gesundes Selbstbewusstsein, Durchhalteverm\u00f6gen und ein eiserner Wille.<\/p>\n<p>Eine Band hatte ich zwar immer noch nicht, aber ein kleines musikhandwerkliches Netzwerk und ich suchte mir die besten, sympathischsten und offensten Instrumentalmusiker, derer ich habhaft werden konnte. Ich checkte meine Optionen, kontaktierte verschiedene Instrumentalisten und Studios, erkl\u00e4rte mein Vorhaben, h\u00f6rte zu, sichtete Vorarbeiten potentieller Mitstreiter. Ich nahm Demos auf, schrieb Leadsheets, legte Klickzahlen fest, probte in verschiedenen Settings, las B\u00fccher, sprach mit erfahrenen Kollegen, \u00fcbernahm aber nicht alles, sondern verglich immer wieder mit meinen eigene Pl\u00e4nen, Ideen und finanziellen M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>2003 lie\u00df ich die Drumspuren zum Klick aufnehmen. Der eingeplante Bassist sagte kurzfristig ab, eine anderer sprang ein, ich kann mich erinnern, dass ich ihm Bassspuren vorsummte und er Notizen dazu machte. Ich spielte E&amp;A-Gitarren ein, w\u00e4hrend einsamer Stunden in einem Aufnahmeraum, hermetisch abgeriegelt bei Neonlicht hinter Panzerglas. W\u00e4hrend ich die Ergebnisse anh\u00f6rte lief der Taxameter, Zeit war gutes Geld, ich musste mich schnell entscheiden, die Studiobesitzer standen zwar nicht im Weg, waren aber meist auch nicht besonders hilfreich bei den Entscheidungen, weil sie immer nur Einzelspuren h\u00f6rten, die Gesamtidee in meinem Kopf konnte ich immer noch nicht kommunizieren, aber ich wusste diesmal, was ich tat. Mit jedem Instrument, das dazu kam, klang es besser, bald \u00fcberschritt ich den Punkt an dem ich beim ersten Anlauf abgebrochen hatte. Dazu kamen die Instrumente Steel Guitar, Orgel und Wurlitzer, zum Teil extern in anderen St\u00e4dten aufgenommen und als Files auf gebrannten CDs angeliefert, das war damals im regionalen Indiebereich noch ungew\u00f6hnlich. Auch hier musste ich immer wieder hart ausw\u00e4hlen, mit freundlichen, diplomatischen Worten Absagen erteilen, wenn der Stil nicht getroffen wurde oder es mir aus irgendeinem anderen Grund nicht passte. Einige der Beteiligten nahmen es locker auf, andere eher nicht so. Das machte dann keinen Spa\u00df, aber ich konnte auf individuelle Befindlichkeiten in meiner Situation keine allzu gro\u00dfe R\u00fccksicht nehmen.<\/p>\n<p>Dann der Mix, der mich den letzten Nerv gekostet hat, immer wieder zu Hause auf verschiedenen Anlagen anh\u00f6ren, im Studio nachbessern, wieder anh\u00f6ren usw. Der Mischer Ali Lionnet war anstrengend, aber auch sehr geduldig mit mir. Er erkl\u00e4rte mir alles (und mehr), was ich wissen wollte (und wissen musste!), er lie\u00df mir Zeit, r\u00e4umte mir organisatorische Planungen ein, die mein \u00fcbersichtliches Budget und meine famili\u00e4re Situation ber\u00fccksichtigten (war gerade Vater geworden). Am Schluss waren wir beide ziemlich durch, aber das Album wurde so, wie ich es mir erhofft hatte. Nein, eigentlich wurde es sogar besser. Ich kann es heute noch anh\u00f6ren und bin zufrieden, das kann ich nicht von allen meinen Produktionen behaupten.<\/p>\n<p>Es gibt noch viel mehr zu sagen zu \u201e2174\u201c, aber es ist hoffentlich r\u00fcbergekommen, dass es eine entscheidende Albumproduktion f\u00fcr mich gewesen ist. Jede Albumproduktion (auch eine mittelm\u00e4\u00dfige oder schlechte) ist schwierig und besch\u00e4ftigt einen monate-, manchmal sogar jahrelang. Ich habe nie wieder so gelitten wie bei \u201e2174\u201c, h\u00e4tte ich es beim zweiten Anlauf wieder nicht geschafft, ich bin mir sicher, meine k\u00fcnstlerische Karriere w\u00e4re anders verlaufen, vielleicht w\u00e4re sie zu Ende gewesen. Ich freue mich daher die alten Songs beim Konzert am morgigen Donnerstag zu singen. Let the good times roll!<\/p>\n<p>Das Konzert ist eine musikalische R\u00fcckschau, bietet aber gleichzeitig auch einen musikalischen Ausblick auf das kommende Album \u201eUrban Chic &amp; Country Cool\u201c, das im Laufe des Jahres aufgenommen und in diesen Tagen fertig gestellt wurde. Es erscheint im Januar 2017 und im zweiten Teil des Konzerts spielen wir einige ausgew\u00e4hlte Songs unter Mitwirkung der W\u00fcrzburger S\u00e4ngerinnen Mandy St\u00f6hr und Sandra Buchner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Donnerstag dieser Woche findet ab 20.00 im Blauen Adler in W\u00fcrzburg ein besonderes Konzert statt. Erstmals \u00fcberhaupt spiele ich in kleiner Besetzung alle Songs meines Debutalbums \u201e2174\u201c aus dem Jahr 2004. Die Songs des Albums sind in den letzten &hellip; <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2016\/12\/07\/mein-album-2174\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,8,22,9,4,16],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4270"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4270"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4270\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4270"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4270"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4270"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}