{"id":4348,"date":"2017-01-17T09:13:01","date_gmt":"2017-01-17T08:13:01","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4348"},"modified":"2017-01-17T09:13:01","modified_gmt":"2017-01-17T08:13:01","slug":"buch-americana-von-dirk-rohrbach","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/01\/17\/buch-americana-von-dirk-rohrbach\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eAmericana\u201c von Dirk Rohrbach"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4347\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch-202x300.jpg\" alt=\"\" width=\"202\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch-202x300.jpg 202w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch-690x1024.jpg 690w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch-768x1139.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch-1036x1536.jpg 1036w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch-1381x2048.jpg 1381w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch-1200x1780.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/AmericanaBuch.jpg 1726w\" sizes=\"(max-width: 202px) 100vw, 202px\" \/><\/a>Dirk Rohrbach ist Radiomoderator, Fotograf und leidenschaftlicher Amerikareisender. Sein Buch \u201eAmericana\u201c \u00fcber die Umrundung der USA mit dem Fahrrad in einem halben Jahr ist im Februar 2015 in zweiter Auflage als Taschenbuch erschienen. Die erste Auflage stammt aus dem Jahr 2011. Nicht vermerkt ist in der Taschenbuchausgabe allerdings, dass die gebundene Erstauflage noch einmal etliche Jahre vorher ver\u00f6ffentlicht wurde. Wann genau l\u00e4sst sich schwer sagen, auch wann der langwierige Radtrip stattgefunden hat, wird auf gut 250 Buchseiten an keiner Stelle erw\u00e4hnt. Und diesem Umstand darf man wohl getrost den Vorsatz unterstellen, eine alte Schrift durch fehlende Angaben zeitlos machen zu wollen.<!--more--><\/p>\n<p>An manchen Stellen f\u00e4llt das im laufenden Text auf, wenn z.B. der Autor sackweise Plastikdosen mit Analogfilm mit sich rumschleppt, Audioaufnahmen im l\u00e4ngst verschwundenen Format Minidisk aufgenommen werden oder das Wort Online-Tagebuch (statt Blog) verwendet wird. Nach akribischer Suche war zu ermitteln, dass die Fahrt wohl von Fr\u00fchjahr bis Herbst 2004 stattgefunden haben muss.<\/p>\n<p>Dieser Geiz mit harten Fakten setzt sich in der kompletten Schrift fort. Kein Wort wird z.B. verloren \u00fcber Planung, Berufsausstieg, private Beziehungen (am Ende taucht wie aus dem Nichts \u201edie Freundin\u201c aus Germany auf), Finanzierung, Ausr\u00fcstung, psychische Verfassung, R\u00fcckkehr. Auch so banale Sachen wie Fl\u00fcge, Krankenversicherung, Kommunikation etc. werden gar nicht oder kaum erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Das ist schade, denn das Unternehmen ist ja erst mal ziemlich imposant. Rohrbach ist als zigfacher USA-Reisender gut mit den kulturellen und geographischen Gegebenheiten vertraut, besucht einige Orte schon zum wiederholten Mal, hat hie und da auch Freunde und Bekannte, die ihm Unterschlupf gew\u00e4hren. Er hat einen soliden, ehrlichen Schreibstil, dem man gut folgen kann. Neben dem erwartbaren Verlauf und einigen netten Anekdoten, die er zuf\u00e4llig erlebt, hat er jedoch nicht allzu viel zu erz\u00e4hlen. Man erf\u00e4hrt nicht, warum er sich diese anstrengende Reiseform vorgenommen hat , was es in ihm bewegt oder wie es ihm dabei geht. Man muss fast froh, sein, dass hin und wieder der Reifen platt ist oder eine Speiche rei\u00dft, sonst h\u00e4tte es gar keine Abweichung vom sturen Kilometerfressen gegeben.<\/p>\n<p>Dabei gibt er sich selbst immer wieder brauchbare Stichw\u00f6rter. Der titelgebende Musikstil Americana scheint ihm durchaus vertraut zu sein. Er behauptet auch, dass er Countrymusik mag, viel weiter kommt er dann aber nicht mehr. Nicht einmal als er eine kleine Unterbrechung der Tour macht um spontan an einem mehrt\u00e4gigen Countrymusikfestival in Nashville (Country Capital of the World) teilzunehmen. Keine Ausf\u00fchrung dazu vom Radiomoderator (!), es ist kaum zu glauben.<\/p>\n<p>Man folgt ihm dann als Leser treu von Ost nach West durch die S\u00fcdstaaten an die Westk\u00fcste, rauf nach Seattle, von dort aus \u00fcber die Great Plains zur\u00fcck Richtung Osten und schlie\u00dflich wieder s\u00fcdw\u00e4rts nach Florida. Ioah, alles sch\u00f6n und nett, aber wirkliche Highlights waren leider nicht dabei. Wie immer bei solchen Gewalttouren, nimmt die Nahrungsaufnahme auch in der Niederschrift wertvollen Platz ein. Wenn\u2019s denn kulinarisch interessant w\u00e4re, aber es geht immer nur um convenience food der unges\u00fcndesten Art (Bagels, Brownies, Cup Cakes, Cookies, alle Arten von Soda Pops). Dabei ist er doch auch ein halbes Jahr lang durch verschiedenste kulinarische Regionen gefahren (S\u00fcdstaaten, Tex-Mex, Kalifornien, Great Planes, New England), da w\u00e4re doch alles erdenkliche dabei gewesen.<\/p>\n<p>Anscheinend wurde parallel zur Reise auch ein Blog gef\u00fchrt, der ist allerdings bereits offline, man findet noch einige uralte Audio-Beitr\u00e4ge, wenn man eine Weile sucht. Rohrbach ist der Grundidee dieses Trip anscheinend treu geblieben, hat weitere Reisen unternommen und sich zum hauptberuflichen Reisejournalisten gewandelt. Na immerhin einer, der im Nachhinein was davon hatte. Man kann als Leser nur hoffen, dass der Autor bei zuk\u00fcnftigen Reiseberichten etwas mehr von sich preisgibt, es w\u00e4re ein deutlicher Mehrwert.<\/p>\n<p>Das Taschenbuch enth\u00e4lt etliche stimmungsvolle Farbfotos, erscheint bei Malik \/ National Geographic und kostet 14,99 \u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dirk Rohrbach ist Radiomoderator, Fotograf und leidenschaftlicher Amerikareisender. Sein Buch \u201eAmericana\u201c \u00fcber die Umrundung der USA mit dem Fahrrad in einem halben Jahr ist im Februar 2015 in zweiter Auflage als Taschenbuch erschienen. 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