{"id":4433,"date":"2017-02-27T09:26:21","date_gmt":"2017-02-27T08:26:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4433"},"modified":"2017-02-27T09:26:21","modified_gmt":"2017-02-27T08:26:21","slug":"weekend-audition-kw12-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/02\/27\/weekend-audition-kw12-2017\/","title":{"rendered":"Weekend Audition (KW12 2017)"},"content":{"rendered":"<p>Gestern Nachmittag habe hintereinanderweg folgende Alben durchgeh\u00f6rt: \u201eBlue\u201c (1971) von Joni Mitchell, \u201eTransformer\u201c (1972) von Lou Reed, \u201eEveryboy knows this is nowhere\u201c (1969) von Neil Young, \u201ePink Moon\u201c (1972) von Nick Drake, \u201eSit down young stranger\/If you could read my mind\u201c (1970) von Gordon Lightfoot.<\/p>\n<p>Es sind alles Alben aus US-amerikanischer Produktion, die kurz vor oder kurz nach meiner Geburt erschienen sind. Beim H\u00f6ren fielen mir mehrere Sachen auf: Das Album, mit +\/-10 Tracks und einer Laufzeit von 35-45 Minuten, ist eine vollendete und sehr stimmige musikalische Form. Die Songwriter der fr\u00fchen 1970er haben das begriffen und keine Sammlung von Einzeltracks, sondern im besten Fall ein balanciertes Gesamtkunstwerk produziert. Zusammengehalten wird das ganze von einem S\u00e4nger und Songschreiber, seinen\/ihren Songs, gleichbleibender Instrumentierung und Arrangements, einer Attitude und dem Albumsound, der von Mitmusikern, Studio und Aufnahmeleiter gepr\u00e4gt war. Heraus kam eine Klang gewordene Momentaufnahme einer k\u00fcnstlerischen Entwicklung.<!--more--><\/p>\n<p>Dabei ist auff\u00e4llig, dass die Aufnahmen nicht immer einwandfrei oder fehlerlos sind, ganz im Gegenteil, immer wieder kommt es zu unpr\u00e4zisen Eins\u00e4tzen, leichten Verstimmungen, schleppender Rhythmik, missratenden Kl\u00e4ngen, unfreiwilligen Ger\u00e4uschen, hohes Bandrauschen, seltsamen Fadeouts etc. pp. Alles Artefakte, die man heutzutage problemlos und ohne jede Skrupel wegeditieren w\u00fcrde. Diese M\u00f6glichkeit gab\u2019s damals nur in begrenztem Umfang, vor allem aber gab\u2019s gar nicht das Bewusstsein daf\u00fcr, dass etwas derartiges falsch w\u00e4re und verbessert werden m\u00fcsste. Wenn man den Turnus ber\u00fccksichtigt, in dem zu der Zeit Alben ver\u00f6ffentlicht wurden (zum Teil 2-3 Alben pro K\u00fcnstler im Jahr), ist auch unwahrscheinlich, dass da jeweils lange rumgedoktert wurde. Man sammelte die st\u00e4rksten seiner neuen Songs zusammen, probte bestenfalls mal mit der Band, vielleicht aber auch nicht, ging ins Studio, dort blieb einem gar nichts anderes \u00fcbrig als sich den Technikern anzuvertrauen, sang und spielte seine Lieder, nach ein paar Tagen war das erledigt, an zus\u00e4tzlichen Spuren, Mix, Tracking oder Master war man meist schon nicht mehr beteiligt, anschlie\u00dfend ging man auf Tour und schrieb neue Lieder f\u00fcr die n\u00e4chsten Aufnahmen. Es waren viele Menschen an der Produktion eines Albums beteiligt, die sich zum Teil kaum oder gar nicht kannten, viele Entscheidungen waren destruktiv, soll hei\u00dfen, waren Entscheidungen mal getroffen und ausgef\u00fchrt, waren sie unumkehrbar und nicht mehr r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Dazu braucht man heute eine Menge Mut, damals nicht, denn es gab keinen anderen Weg, man musste im Hier und Jetzt sein, sich auf den Prozess einlassen, alles geben und auf das Beste hoffen.<\/p>\n<p>Ich finde, das h\u00f6rt man diesen alten Produktionen an. Da schwingt sehr viel Herzblut, Hingabe und Zeitgeist mit. Die aufnahmetechnischen Ungereimtheiten fallen gar nicht weiter auf, sondern f\u00fcgen sich problemlos in den klanglichen Flow, werden zum Teil des gro\u00dfen Ganzen.<\/p>\n<p>Wieder was gelernt. Mal sehen was ich davon in zuk\u00fcnftige eigene Projekte mitnehmen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern Nachmittag habe hintereinanderweg folgende Alben durchgeh\u00f6rt: \u201eBlue\u201c (1971) von Joni Mitchell, \u201eTransformer\u201c (1972) von Lou Reed, \u201eEveryboy knows this is nowhere\u201c (1969) von Neil Young, \u201ePink Moon\u201c (1972) von Nick Drake, \u201eSit down young stranger\/If you could read my &hellip; <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/02\/27\/weekend-audition-kw12-2017\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[5,8,22,4],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4433"}],"collection":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4433"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4433\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4433"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4433"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4433"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}