{"id":4482,"date":"2017-03-15T08:59:49","date_gmt":"2017-03-15T07:59:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4482"},"modified":"2017-03-15T08:59:49","modified_gmt":"2017-03-15T07:59:49","slug":"buch-jazz-standards-von-hans-juergen-schaal-hg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/03\/15\/buch-jazz-standards-von-hans-juergen-schaal-hg\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eJazz-Standards\u201c von Hans-J\u00fcrgen Schaal (Hg.)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/JazzStandards.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-4481\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/JazzStandards-209x300.jpg\" alt=\"\" width=\"209\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/JazzStandards-209x300.jpg 209w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/JazzStandards.jpg 348w\" sizes=\"(max-width: 209px) 100vw, 209px\" \/><\/a>Das Lexikon \u201eJazz-Standards\u201c, herausgegeben von dem deutschen Jazz-Journalisten Hans-J\u00fcrgen Schaal, erschien erstmals 2001 und wurde seitdem alle paar Jahre wiederaufgelegt. 2015 wurde die mittlerweile 6. un\u00fcberarbeitete (!) und nicht erweiterte (!) Auflage ver\u00f6ffentlicht und das sagt viel \u00fcber den Zustand des Jazz und seiner Geschichtsschreibung aus. Denn kann es sein, dass sich der Kanon der angeblichen Jazz-Standards seit der Jahrtausendwende kein bisschen ver\u00e4ndert hat? Ist nichts davon weniger bedeutend geworden, hat sich keine Interpretation gewandelt und vor allem: Ist wirklich nichts Neues dazu gekommen? Hier gewinnt man jedenfalls den Eindruck Jazz ist sp\u00e4testens seit Ende der 1980er Jahre ein abgeschlossenes, akademisches Untersuchungsfeld, in dem alle, wirklich wichtigen Fragen endg\u00fcltig beantwortet sind.<!--more--><\/p>\n<p>Das Buch ist angelegt wie ein klassisches lexikalisches Nachschlagewerk, die Standards sind alphabetisch nach Songtitel sortiert und werden abwechselnd in Einzelartikeln besprochen. Die Autoren setzen sich zusammen aus einer Gruppe studierter, meist s\u00fcddeutscher Jazzschreiber, zumeist in den 1960ern geboren. Die Artikel verzeichnen die mehr oder weniger offensichtlichen Stammdaten wie Titel, Komponist, Texter, Copyright, Verlag und einige wichtige Aufnahmen, dazu kommt je nachdem eine kleine Form- oder Harmonieanalyse, ein musikhistorisches Abriss und eine Rezeptionsgeschichte. F\u00fcr Nachgeborene ist vielleicht vor allem interessant in welcher Reihenfolge wesentliche musikalische Interpretationen entstanden und welche davon als \u201eamtlich\u201c abgesegnet allgemeine Bedeutung erlangten. Die Artikel sind informativ und angenehm zu lesen, man hat den Eindruck, dass die Autoren mit Herz und Verstand dabei sind und sich ausgiebig mit der Materie befasst haben.<\/p>\n<p>Allerdings kann man sich bei der Lekt\u00fcre heutzutage des Eindrucks nicht erwehren, dass die gesamte Betrachtung in erster Linie r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt angelegt zu sein scheint und unfreiwillig eine Linie, ja, einen Abschluss bildet. Man muss schon erweitertes jazzmusikhistorisches Interesse mitbringen um der Entwicklungsgeschichte einzelner Jazz-Standards so genau nachsp\u00fcren zu wollen. Und wenn einen das tats\u00e4chlich interessiert, gibt es heute dank Internet diversere und vielseitigere Quellen. Eine kurze Recherche beim (englischsprachigen) Wikipedia und das schnelle Nachh\u00f6ren der Studioeinspielungen bei einem Download oder Streamingdienst oder die Betrachtung einer Liveeinspielung bei Youtube bieten da ein vielleicht unsortierteren, aber deutlich lebendigeren und somit zeitgem\u00e4\u00dferen Eindruck von der unendlichen Vielfalt der Interpretationen.<\/p>\n<p>Fazit: So wie es ist, ist das Lexikon der Jazz-Standards ein nettes Nachschlagewerk f\u00fcr bibliophile Freunde des historisches Jazzideals. Leider ist es auch das papierene Dokument eines statischen und konservativen Blickwinkels deutscher Jazzgeschichtsschreibung. Jazz is not dead! Oder vielleicht doch?<\/p>\n<p>Das gebundene Buch hat 590 Seiten, erscheint bei B\u00e4renreiter und kostet knackige 42,50 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Lexikon \u201eJazz-Standards\u201c, herausgegeben von dem deutschen Jazz-Journalisten Hans-J\u00fcrgen Schaal, erschien erstmals 2001 und wurde seitdem alle paar Jahre wiederaufgelegt. 2015 wurde die mittlerweile 6. un\u00fcberarbeitete (!) und nicht erweiterte (!) 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