{"id":4604,"date":"2017-04-21T14:51:45","date_gmt":"2017-04-21T12:51:45","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4604"},"modified":"2017-04-21T14:51:45","modified_gmt":"2017-04-21T12:51:45","slug":"truck-stop-tourauftakt-in-der-posthalle-wuerzburg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/04\/21\/truck-stop-tourauftakt-in-der-posthalle-wuerzburg\/","title":{"rendered":"Truck Stop: Tourauftakt in der Posthalle, W\u00fcrzburg"},"content":{"rendered":"<p>Mein Vater ist ein Mann mit liberalen \u00dcberzeugungen. Er hat mich ermutigt die Welt zu erkunden und mich im Wesentlichen vor drei Dingen gewarnt: Den Verzehr von Meeresfr\u00fcchten, der Springer-Presse und deutschsprachiger Countrymusik. Vermutlich hatte ich deswegen ein mulmiges Gef\u00fchl als ich zusagte ein Konzert der legend\u00e4ren deutschen Countryband Truck Stop zu besuchen und einen Bericht dar\u00fcber zu verfassen.<\/p>\n<p>Die Band formierte sich bereits 1973 in Seevetal-Maschen (Landkreis Harburg) \u201egleich bei der Autobahn\u201c und feierte ihre gr\u00f6\u00dften Erfolge Ende der 1970er mit Titeln wie \u201eIch m\u00f6cht so gern Dave Dudley h\u00f6r\u2019n\u201c (1978), \u201eTake it easy altes Haus\u201c (1979) und \u201eDer wilde, wilde Westen\u201c (1980). Im unterfr\u00e4nkischen W\u00fcrzburg, also weitab der geistigen und postalischen Heimat der Band, startete die als Clubtour angek\u00fcndigte Konzerttournee durch Deutschland. Das aktuelle Album \u201eMade in Germany\u201c (2017) war nur wenige Wochen zuvor erschienen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4602\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-300x200.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-768x512.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0039-1980x1320.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIch hatte mir in letzter Minute eine zauberhafte Begleitung organisiert und zu zweit liefen wir Richtung Eingang, vor der T\u00fcr war aber erstmal nicht viel los. In der Halle selbst konnten wir bei schummrigem Licht einige Cowboys mit Hut, Bandana und Stiefeln erkennen. Waffen trugen sie keine, mussten anscheinend beim Ritt in die Stadt an den Citylimits dem Sheriff \u00fcbergeben werden. Ich hatte mir vorsichtshalber ein kariertes Hemd angezogen, man will ja nicht unangenehm auffallen und da ist man mit angemessener Kleidung meist gut beraten. Es waren jedoch nicht nur Westernfans, Trucker und Rittmeister in der Halle, sondern auf den ersten Blick auch erstaunlich viele normale Menschen (na gut, was ist schon normal?). Quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten, klein, gro\u00df, dick, d\u00fcnn, alles dabei.<\/p>\n<p>P\u00fcnktlich wie die Tagessschau um 20.00 und also genau wie angek\u00fcndigt betrat die Band die B\u00fchne und legte routiniert los. Guter Sound, gute Band, gute Laune, so k\u00f6nnte man es zusammenfassen. Die Songs waren alle etwas kurz, Platz f\u00fcr freie Improvisation war nicht vorgesehen. Die Telecaster twangte, die Geige fiedelte und die Steel Guitar jaulte, knackige Arrangements, sch\u00f6ne Gesangsch\u00f6re und alles sehr sattelfest. Es wurde einige Klassiker und sehr viele Songs vom aktuellen und vergangenen Album gespielt. Das wei\u00df ich allerdings nur, weil zwischen den Songs unterhaltsam moderiert wurde, \u00fcbrigens immer mit dem Verweis, wie und wo man die neue CD kaufen kann.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4603\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-300x200.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-768x512.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/IMG_0043-1980x1320.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Band besteht aus vier altgedienten Mitgliedern und zwei jungen Neuzug\u00e4ngen an Fiddle\/Gitarre und E-Gitarre\/Mandoline. Arrangements, Sound und Performance sind sehr \u00fcberzeugend, eher traditionell als modern oder innovativ, dabei aber nicht altbacken, sondern durchaus ansprechend. Ich ertappte mich ein paar Mal dabei wie ich ordentlich mitgroovte, w\u00e4hrend neben mir lautstark mitgebr\u00fcllt wurde (\u201eDie Cowboys von der Waterkant mit ihrem Nashvillesound\u201c). Musikalische Highlights waren sicher die Einlagen von Steel Guitarist Knut Bewersdorff und Gitarrist Chris Kaufmann. Andreas Cisek singt sich ordentlich durchs Repertoire und Teddy Ibing darf mit ein paar kom\u00f6diantischen Einlagen gute Laune verbreiten. Songschreiberisch bewegen sich die Songs hart an der Grenze zum deutschen Schlager, auch wenn das von den gelungenen Arrangements klug kaschiert wird. Allenfalls kratzen sie hier und da mal an der Oberfl\u00e4che irgendwelcher Allerweltsthemen, textlichen Tiefgang jeglicher Art sucht man leider vergebens. Trotzdem ist die Band sympathisch, erf\u00fcllt ihren Auftrag und unterh\u00e4lt ihr Publikum bestens. Gibt schlie\u00dflich schlimmere Sachen als einen halben Saal voll Zuh\u00f6rer zum Mitsingen und Tanzen zu bewegen, schon klar.<\/p>\n<p>Selbst war ich hin und hergerissen zwischen Anerkennung und Skepsis. Schon ganz cool, was die da machen, aber irgendwie auch wieder nicht. Sehr cool ist, dass die Band sich, ihre Musik und das Publikum ernst nehmen, selbst wenn zum Tourauftakt vermutlich weniger Leute da waren, als sie sich gew\u00fcnscht h\u00e4tten. Nicht so cool ist das epigonenhafte, dieses oberfl\u00e4chliche, dieses seichte. Bei den witzigen Nummern geht das noch in Ordnung, die ernsteren Nummern ersticken dagegen in einfachen Floskeln und eindimensionalen Wortspielen. Da hat dann jede picklige Garagenpunkband aus Unterpleichfeld mehr Rock, Roll und Soul als diese gelackte Showband mit Hut.<\/p>\n<p>Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich, vielleicht auch wegen meiner netten Begleitung einen guten Abend hatte. Man darf bei der Bewertung auch nicht vergessen, dass einige der Herrschaften auf der B\u00fchne hart auf die 70 zugehen oder sie bereits \u00fcberschritten haben. Vermutlich auch deswegen war erstmal p\u00fcnktlich nach 90 Minuten Schluss, es folgte noch eine knackige Zugabe, dann ging das Licht an. Meinen Lieblingssong \u201eMein Opa, das bin ich\u201c (1983) spielte die Band in W\u00fcrzburg \u00fcbrigens leider nicht, schade. Da h\u00e4tte ich vielleicht sogar mit gesungen, fand ich als Kind unheimlich witzig. Bin mir allerdings nicht sicher, ob ich meinen Vater von dem Konzertbesuch erz\u00e4hlen werde. Will ihn auf seine alten Tage nicht zu sehr von mir entt\u00e4uschen.<\/p>\n<p>Weitere Termine der Clubtour finden sich auf der offiziellen Website. Howdy!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mein Vater ist ein Mann mit liberalen \u00dcberzeugungen. Er hat mich ermutigt die Welt zu erkunden und mich im Wesentlichen vor drei Dingen gewarnt: Den Verzehr von Meeresfr\u00fcchten, der Springer-Presse und deutschsprachiger Countrymusik. 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