{"id":4785,"date":"2017-06-11T10:21:05","date_gmt":"2017-06-11T08:21:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=4785"},"modified":"2017-06-11T10:21:05","modified_gmt":"2017-06-11T08:21:05","slug":"reise-party-in-paernu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/06\/11\/reise-party-in-paernu\/","title":{"rendered":"Reise: Party in P\u00e4rnu"},"content":{"rendered":"<p>In meiner letzten Nacht in Tallinn waren nur Frauen im Schlafsaal, also fast, bis auf einen Franzosen, aber der w\u00e4re auch fast als Frau durchgegangen. Angenehm zur\u00fcckhaltende Atmosph\u00e4re und keine Schnarcher! Bin trotzdem relativ fr\u00fch aufgestanden, ist ja immer auch sch\u00f6n, wenn Gemeinschaftsbadezimmer und Aufenthaltsr\u00e4ume noch nicht so voll sind. Ausserdem m\u00f6chte man als Mann nicht im Weg stehen, wenn die Damen sich h\u00fcbsch machen.<\/p>\n<p>Schnelles Fr\u00fchst\u00fcck, dabei verwickelte mich ein S\u00fcdkoreaner in ein Gespr\u00e4ch \u00fcber Gott und die Welt, ungew\u00f6hnlich f\u00fcr einen Asiaten, die bleiben ja sonst gern unter ihresgleichen. Im Verlauf kamen wir beide zum Ergebnis, dass es in jeder Form von menschlicher Gemeinschaft auch einen gewissen Anteil von Idioten gibt. Und er erweiterte diese Einsicht mit einem koreanischen Sprichwort: Wenn du in deinem Dorf keinen Idioten erkennen kannst, bist du es wahrscheinlich selbst. Haha, sehr gut, vielversprechender Start in den Tag. Zu uns gesellten sich noch eine amerikanische Ingenieurstudenten und ein spanischer Festivalhopper. Beruflich irgendwas mit IT, er bezeichnete sich als Developer, was er entwickelte wurde auch auf Nachfrage nicht ganz klar. Als ich erz\u00e4hlen sollte, was ich beruflich mache, sagte ich, ich w\u00e4re auch Developer, als Lehrer helfe ich Menschen dabei sich selbst zu entwickeln. Alles sehr freundlich und respektvoll, aber auch herzlich. Alle halten mich immer f\u00fcr deutlich j\u00fcnger als ich bin, keine Ahnung warum, wenn ich in den Spiegel schau, kann ich das nicht best\u00e4tigen, es kann nicht am Aussehen liegen. Und ein anderes immer wiederkehrendes Kompliment: Alle lieben Deutschland und die Deutschen, es ist fast ein wenig l\u00e4stig. Ich versuche immer die Begeisterung zu relativieren, aber meine Gegenargumente sind zum grossen Teil wirklich schwach, wenn ich von den Problemen in den Herkunftsl\u00e4ndern meiner Gespr\u00e4chspartner erfahre. Irgendwann reisse ich mich los, Fotos raussuchen, Blogartikel schreiben, aufr\u00e4umen, zusammenpacken, da sind die anderen schon l\u00e4ngst los- oder weitergezogen.<!--more--><\/p>\n<p>Fast gleichzeitig mit einer Japanerin ziehe ich los durch die Altstadt zur Tramstation, von da aus zum Busbahnhof etwas ausserhalb. Das schwer beladene, zarte M\u00e4dchen ist unsicher und navigiert sich mit ihrem Smartphone durch die fremde Stadt. Dabei ignoriert sie offensichtliche Orientierungpunkte, starrt wie hypnotisiert auf den kleinen Bildschirm, rennt einmal fast gegen ein Strassenschild, es ist faszinierend zu sehen wie wenig sie den Blick auf die Stadt richtet, die sie doch extra besucht hat. Meine vorsichtig angeboten Hilfe will sie nicht annehmen, sie kann wohl nicht glauben, dass man auch ohne Smartphone den richtigen Weg finden kann. Etwas panisch wird sie als sie ohne Karte in der Tram steht und feststellt, dass sie gerade schwarz f\u00e4hrt. Zum ersten Mal nimmt sie Kontakt zu mir auf und fragt mich, wo ich mein Ticket gekauft h\u00e4tte. Ich antworte ihr, ich h\u00e4tte auch keins, hab einfach nicht verstanden wie das gehen soll, aber ist doch egal, sind doch nur 3-4 Stationen, wird schon gut gehen, da muss schon was anderes passieren um mich aus der Ruhe zu bringen. Sie schaut mich fassungslos an, glaubt vermutlich, ich ticke nicht mehr ganz richtig, egal.<\/p>\n<p>Der Busbahnhof ist klein und fein, Ticket f\u00fcr die Fahrt nach P\u00e4rdu schnell gekauft, Abfahrt in 30 Min. Die Japanerin f\u00e4hrt irgendwo anders hin, ich verliere sie aus den Augen. Sie hatte ihr Ticket f\u00fcr 7,20 vermutlich schon von Japan\u00a0aus online gebucht damit alles glatt geht. Ich warte in der Sonne auf den Bus, er kommt p\u00fcnktlich, boarding. Schon am Busbahnhof waren mir einige kurgeschorrenen M\u00e4nner aufgefallen, die angetrunken wirkten (um 13.00 mittags), beim Besteigen des Buses f\u00e4llt mir auf, dass einige von denen in den hinteren Reihen Platz genommen haben. Ich habe zwar eine Platzkarte im hinteren Teil des Buses, aber bereits auf halber H\u00f6he rieche ich die Alkoholfahnen und setzte mich lieber direkt hinter den Fahrer, der hat nichts dagegen, der Platz war sowieso frei. Vor mir eine kleine, halbhohe Trennwand, dar\u00fcber eine Vorhang aus dickem Stoff an einem kleinen Drahtgestell, das an der Plastikverkleidung verankert ist, dahinter der Fahrer. Die Fahrt selbst unspektakul\u00e4r, es gibt selbstverst\u00e4ndlich freies WLAN, ich lasse die Landschaft an mir vor\u00fcber ziehen, mache ein kleines Nickerchen. Als ich wieder aufwache, steht der kurze, aber heftige dramaturgische H\u00f6hepunkt meiner Reise unmittelbar bevor.<\/p>\n<p>Wir sind kurz vorm Ziel, befinden uns schon in einer Einfallsstrasse nach P\u00e4rnu. Von hinten kommt einer der angetrunkenen, offensichtlich wurde w\u00e4hrend der Fahrt weiter getrunken, er arbeitet sich nach vorne durch den Gang des fahrenden Buses und will dem Fahrer irgendwas sagen. Anscheinend will er nicht bis zum Zentrum mitfahren, sondern schon fr\u00fcher rausgelassen werden. Er steht neben meinem Platz im Gang, knapp hinter dem Fahrer, lallt den von der Seite an, der will sich verst\u00e4ndlicherweise auf den Verkehr konzentrieren, muss aus irgendeinem Grund leicht abbremsen, der Typ im Gang kippt nach vorne, verliert das Gleichgewicht, greift hektisch um sich, erwischt den Trennvorhang direkt vor mir, der reisst mit dem Drahtgestell aus der Verankerung und senkt sich mit einer majest\u00e4tischen Bewegung, etwas beschleunigt durch die Fliehkraft komplett \u00fcber den Kopf des Fahrers. Ich selbst habe schlagartig freie Sicht nach vorne und sehe einen Busfahrer bei fast voller Fahrt mit einem blaugrauen Vorhang \u00fcber seinen kompletten Kopf inklusive Schultern. Ich habe zwar nicht mein Leben in einem schnellen Film an mir vorbeirauschen sehen, aber ich dachte mir: Ach du scheisse, das k\u00f6nnte jetzt eng werden!<\/p>\n<p>Der Busfahrer reagierte extrem besonnen, es wirkte fast so als h\u00e4tte er genau diese Situation zigfach w\u00e4hrend der Fahrerausbildung einstudiert: Er h\u00e4lt das Steuer gerade mit beiden H\u00e4nden und bringt das Fahrzeug langsam, immernoch mit Vorhang auf dem Kopf, zum Halten. Dann befreit er sich mit meiner Hilfe von dem Stoff, f\u00e4hrt rechts ran, macht die Warnleuchten an und wendet sich dem Verursacher zu. Der ist bei der Bremsung in die Ecke an der Ausstiegst\u00fcr gefallen, h\u00e4lt sich den Kopf und jammert vor sich hin. Anscheinend ist ihm gar nicht bewusst, was f\u00fcr eine riesige Scheisse er gerade fast in Gang gesetzt hat. Alle im Bus sind gespannt was jetzt wohl passiert, wir haben gute Pl\u00e4tze und beste Sicht, es folgt der souver\u00e4ne Showdown. Von irgendwo her greift sich der untersetzte, aber durchaus st\u00e4mmige Fahrer einen Kleiderb\u00fcgel und schreit den armen Tropf am Boden stinksauer an, er holt aus, aber schl\u00e4gt nicht zu, es f\u00e4llt das Wort &#8222;idioti&#8220;, das versteh sogar ich (mein erstes Wort auf estnisch), dann schmeist er den Typ auf offener Strasse raus, das Publikum. begeistert, Szenenapplaus. Der Fahrer braucht nur ganz kurz, h\u00e4ngt die labile Vorhangskonstruktion an ihren Platz, er sieht mir dabei ins Gesicht, ich l\u00e4chle anerkennend, aber halte mein Klappe. 5 Min sp\u00e4ter kommen\u00a0wir am Busbahnhof von P\u00e4rnu an. Gerade nochmal gut gegangen. Und etwas gutes hatte die Sache bei aller Dramatik trotzdem: Immerhin steht bereits ab \u00dcberfahren der Stadtgrenze fest, wer der Idiot dieses St\u00e4dtchens ist.<a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4800\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-300x200.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-768x512.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0395-1980x1320.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Erstmal Tourist Info, nette \u00e4ltere Damen, die nur etwas Englisch k\u00f6nnen, aber wir kommen zurecht, das Hostel &#8222;Strangers in the Night&#8220; ist gleich um die Ecke, ich checke ein, stelle das Gep\u00e4ck ab und ziehe gleich wieder los. Heute ist Grillfest, es ist fast 17.00 ich habe tierischen Hunger, also hin. Der Name passt, \u00fcberall bruzzeln Grille und Riesepfannen, dazwischen kleine Marktst\u00e4nde mit regionalen Snacks, Lebensmittel, Grill- und K\u00fcchenutensilien. Kulturprogramm mit\u00a0folkloristischem Tanz und Musik, feine Sache. Ich esse mich zum ersten Mal seit Tagen satt und laufe weiter zum Strand.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4802\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-300x200.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-768x512.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0408-1980x1320.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a>Jetzt nach 18.00 ist nicht mehr viel los, ich laufe barfuss durch*s Meerwasser, irgendwann stosse ich auf den Strand- und Surfclub Aloha, leicht erh\u00f5hte Terrasse, Blick auf den Strand, ich setze meine Sonnenbrille auf, lasse mir die salzige Brise durch die Haare wehen\u00a0und die fetten Beats der Electronbis Dance Musikmassieren meine Trommelfelle. Genau f\u00fcr diese (Nicht)-T\u00e4tigkeit wurde die Wortsch\u00f5pfung Chillaxen erfunden.<a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-4801\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"390\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-300x200.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-768x512.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/IMG_0405-1980x1320.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Um ca. 20.00 zur\u00fcck zum Hostel, Lage checken und umziehen, es ist etwas k\u00fchler geworden. Im 5er-Zimmer lerne ich meine Mitbewohner kennen: Ein Este, der gerade keine Wohnung hat, ein Argentinier, der die ganze Zeit St\u00f5ppsel im Ohr hat und aufs sein Smartphone schaut und zwei hyperaktive, junge Frauen, beide alleinreisend, aber f\u00fcr diesen Abend zu zweit. Eine Deutsche und eine t\u00fcrkisch-st\u00e4mmige Schwedin, beide sehr gespr\u00e4chig und in formidabelster Party- und Sch\u00e4kerlaune. Sie erz\u00e4hlen etwas von sich, dann bin ich dran und bringe ein paar gute Geschichten zum besten, habe ja fast den ganzen Tag mit niemandem geredet, da bekamen sie ein ziemlich verdichtetes Konzentrat in feinster Stoytellermanier. War unterhaltsam und lustig, die beiden hatten eine wahnsinnig schnelle Auffassungsgabe, guten Humor, waren allerdings auch ein kleine wenig fahrig. Alles richtete sich auf die unmittelbar anstehende Abendgestaltung, umziehen, schminken, Party. So nett wie das Aufeinandertreffen war, ich habe andere Pl\u00e4ne und mir schliesst sich der Este an, der die lustige Konversation zwischen mir und den M\u00e4dels mitgeh\u00f6rt hat, aber sehr zur\u00fcckhaltend, ja etwas gehemmt wirkt. Keine Ahnung warum, aber ich finde ihn eigentlich ganz nett und wir gehen zusammen zum Grillfest, dort spielt zum Abschluss \u00a0eine ber\u00fchmte estnische Folkband, bestehend aus Fidel, Akkordeon, Gitarre\/HiHat und E-Bass. Die erfahrenen Veteranen spielen richtig gute Tanz- und Unterhaltungs und singen abwechselnd auf estnisch. Die Leute: begeistert. Es wird mitgesungen und getanzt von jung bis alt, es wird geschunkelt, paargetanzt und einmal gibt es sogar eine spontane Polonaise, sehr sch\u00f6n, der Este agiert derweil als mein pers\u00f6nlicher Spontan\u00fcbersetzer, anscheinend geht er normalerweise gar nicht aus, aber die Band kennt er, ein sch\u00f6ner Abend um 23.00 ist das Konzert zu Ende und buchst\u00e4blich mit dem letzten Akkord startet das Abschlussfeuerwerk.<\/p>\n<p>Aber die Nacht ist noch nicht zu Ende. Eingeplant ist noch ein Hardrockkonzert im Tempel, gleich in der N\u00e4he vom Grillfest. Der Este geht mit, erz\u00e4hlt mir auf dem Weg von seiner Begeisterung f\u00fcr Elvis Presley, da ist er bei mir nat\u00fcrlich an den richtigen geraten. Als er merkt, dass ich seine Vorliebe ernst nehme, ja teile, h\u00f6rt er nicht mehr auf zu reden. Wir treffen am Eingang zum Tempel noch einen anderen begeisterten und leicht angetrunkenen Esten, der uns enthusiastisch\u00a0von seiner Lieblingshardrockband berichtet, die ja auch gleich spielen wird und er bietet uns selbstlos ein Bier (Marke: Rock, keine Witz) aus dem Kofferraum seines Autos an. Nein danke, f\u00fcr mich nicht, habe heute ja gesehen wozu Alkoholkonsum f\u00fchren kann, mein Begleiter schl\u00e4gt auch aus, aber scheint verwundert. Anscheinend hat er das noch nie gesehen: Ein erwachsener Mann schl\u00e4gt ein Freibier aus.<\/p>\n<p>Die Show im Tempel war auf 22.00 angesetzt, es gab aber irgendwelche technischen Probleme oder Missverst\u00e4ndnisse. Die finnische Openerband &#8222;Smokin&#8216; Aces&#8220; beginnt erst um 23.30, aber passt ja f\u00fcr uns, wir waren ja eben erst eingetroffen. Klassischer Hardrock ala Aerosmith, eigene Songs, tierischer S\u00e4nger, saugut, leider nur 5-6 Songs wegen der Verz\u00f5gerung. Der estnische Hauptact des Abends startet um ca. 0.30, gut gemachter Progressive Rock, mag ich eigentlich nicht so, aber heute Abend passt&#8217;s, hoher Rock and Rollanteil, kein selbstverliebtes Gefuddel, E-Gitarren fahren voll in die Fresse, Drummer pr\u00fcgelt sich die Seele aus dem Leib, Basser schon beim zweiten Song mit nacktem Oberk\u00f6rper. Zus\u00e4tzlicher Hingucker: Eine charmante Blondine an Rhythmusgitarre und Keyboard, ungew\u00f6hnlich bei dieser m\u00e4nnerdominierte Musikart. Um 1.30 klingeln mir die Ohren, ich organisiere mir noch die aktuellen Alben der Bands mit dem Versprechen nach meiner R\u00fcckkehr dar\u00fcber auf dem Blog zu schreiben, werde ich sicher auch machen.<\/p>\n<p>Ab ins Hostel und ins Bett. Morgen ist Sonntag, morgens noch mal kurz zum Strand, dann geht&#8217;s weiter nach Riga.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meiner letzten Nacht in Tallinn waren nur Frauen im Schlafsaal, also fast, bis auf einen Franzosen, aber der w\u00e4re auch fast als Frau durchgegangen. Angenehm zur\u00fcckhaltende Atmosph\u00e4re und keine Schnarcher! 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