{"id":5304,"date":"2017-08-21T16:41:25","date_gmt":"2017-08-21T14:41:25","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5304"},"modified":"2017-08-21T16:41:25","modified_gmt":"2017-08-21T14:41:25","slug":"buch-jazz-hoeren-jazz-verstehen-von-ted-gioia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/08\/21\/buch-jazz-hoeren-jazz-verstehen-von-ted-gioia\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eJazz h\u00f6ren, Jazz verstehen\u201c von Ted Gioia"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/JazzH\u00f6renCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5301\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/JazzH\u00f6renCover-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/JazzH\u00f6renCover-188x300.jpg 188w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/JazzH\u00f6renCover.jpg 313w\" sizes=\"(max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a>Ted Gioia ist US-amerikanischer Pianist, Jazzautor und Musikwissenschaftler. Er wuchs im Gro\u00dfraum Los Angeles auf, studierte englische Literatur, Politik und Philosophie in Oxford und Stanford und arbeitete jahrelang als Wirtschaftsberater. In den 1980er Jahren entwickelte er ein Jazz-Studienprogramm f\u00fcr die Universit\u00e4t Stanford, teilweise in Zusammenarbeit mit dem Jazzsaxophonisten Stan Getz. Er ist Autor von \u201eThe Imperfect Art\u201c (1988), \u201eHistory of Jazz\u201c (1997) und \u201eWest Coast Jazz\u201c (1998). 2016 erschien \u201eHow to listen to Jazz\u201c bei Basic Books, im Sommer 2017 wurde die deutsche \u00dcbersetzung unter dem Titel \u201eJazz h\u00f6ren, Jazz verstehen\u201c bei Henschel B\u00e4renreiter ver\u00f6ffentlicht.<!--more--><\/p>\n<p>Ted Goitia ist zweifellos ein Fachmann auf seinem Gebiet. Im Laufe seines Lebens hat er sich als Musiker, Wissenschaftler, P\u00e4dagoge und Autor verschiedenste Herangehensweisen an Blues und Jazzmusik erarbeitet und damit sich und anderen neue Perspektiven er\u00f6ffnet. In seinem aktuellen Buch gibt er nun eine Anleitung dazu, wie man sich der Stilisitk Jazz mit den eigenen Ohren n\u00e4hert. Es fasst seine umfangreichen Tipps, Tricks und Empfehlungen unter dem Begriff \u201eH\u00f6rstrategien\u201c zusammen. Dies ist aller Ehren wert, denn der Begriff Jazz umfasst nicht nur eine mehr als hundertj\u00e4hrige Geschichte, sondern auch eine ideologisch aufgeladene Mythologie, die Nachgeborenen und\/oder Nicht-Amerikanern das Genre heutzutage unzug\u00e4nglich erscheinen l\u00e4sst. Will man sich einen Zugang schaffen, so ist Gioias nachvollziehbare These, dass Jazz nur h\u00f6rend begriffen werden kann. So weit, so naheliegend bei einer \u00fcberwiegend nicht notierten Musik, die vorwiegend konzertant und in Form von Tonaufzeichnungen weitergegeben wird. Aber wo f\u00e4ngt man an, worauf achtet man, was sind wesentliche Elemente, formale Strukturen, grunds\u00e4tzliche Ideen dieser Musik? Hier bietet \u201eJazz h\u00f6ren, Jazz verstehen\u201c einen sehr hilfreichen und n\u00fctzlichen Einstieg. Alles, was ein Interessent dazu braucht, sind ein Satz funktionst\u00fcchtiger Lauscher und die entsprechenden Einspielungen.<\/p>\n<p>Nach einer pers\u00f6nlichen Einleitung erkl\u00e4rt Gioia den rhythmischen Aufbau, Form und Strukturen der Stilistik. Immer wieder kommt er dabei r\u00fcckblickend auf seine eigene Ann\u00e4herung an die Musik als junger Mann zur\u00fcck, er bleibt dabei bodenst\u00e4ndig, verzichtet auf Fachsprache und verliert sich nicht unn\u00f6tig in Details. Grunds\u00e4tzlich empfiehlt er klassische Einspielungen, zeitgen\u00f6ssische Konzerte und Jamsessions anzuh\u00f6ren und zwar einerseits herausragend gute von etablierten Profis, aber auch durchwachsene z.B. von studentischen Combos. Gioia r\u00e4t das gro\u00dfe Ganze intuitiv zu genie\u00dfen, sich aber auch immer wieder analytisch auf bestimmte Details zu konzentrieren. Hilfreich sind dabei die Kapitel \u201eEntwicklung der Jazzstile\u201c und \u201eJazz-Neuerer\u201c, in denen er die entscheidenden, stilistischen Ver\u00e4nderungen aus H\u00f6rersicht darlegt und erl\u00e4utert und gleichzeitig auf musiktheoretische Ausf\u00fchrungen verzichtet. Er gibt hier jeweils sehr konkrete und deswegen wertvolle H\u00f6rempfehlungen. Das erspart dem unerfahrenen Einsteiger einige l\u00e4stige Umwege und unn\u00f6tige Anschaffungen. Er verweist dabei auch immer wieder auf mittlerweile klassische Mitschnitte von Liveeinspielungen, die als Filmclips frei im Internet zu finden sind und somit neben der eigentlichen H\u00f6rerfahrung auch noch eine visuelle Komponente bieten.<\/p>\n<p>Fazit: Gioias B\u00fcchlein ist erfahrungsges\u00e4ttigter, au\u00dfergew\u00f6hnlicher und wertvoller Beitrag zur H\u00f6rerziehung und Geh\u00f6rbildung. Er schreibt zug\u00e4nglich, unterhaltsam und pointiert. Er wechselt in seinem Erz\u00e4hlstil geschickt zwischen pers\u00f6nlichen Erfahrungen und allgemeinen Erkenntnissen. Dadurch ist es eine Freude den Text zu lesen. Au\u00dferdem w\u00e4re es wohl sehr in seinem Sinne, wenn man die Lekt\u00fcre nach Lust und Laune unterbricht und einigen seiner unz\u00e4hligen Empfehlungen nachgeht und sich feine Musik zu Gem\u00fcte f\u00fchrt. Dem Autor gelingt eine ungew\u00f6hnlich anregende und inspirierende H\u00f6ranleitung zu dieser einzigartigen, amerikanischen Musikkultur. Dicke Empfehlung!<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint bei Henschel B\u00e4renreiter, hat 208 Seiten und kostet 24,95 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ted Gioia ist US-amerikanischer Pianist, Jazzautor und Musikwissenschaftler. Er wuchs im Gro\u00dfraum Los Angeles auf, studierte englische Literatur, Politik und Philosophie in Oxford und Stanford und arbeitete jahrelang als Wirtschaftsberater. 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