{"id":5402,"date":"2017-10-09T12:40:42","date_gmt":"2017-10-09T10:40:42","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5402"},"modified":"2017-10-09T12:40:42","modified_gmt":"2017-10-09T10:40:42","slug":"buch-paul-mccartney-von-philip-norman","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/10\/09\/buch-paul-mccartney-von-philip-norman\/","title":{"rendered":"Buch: \u201ePaul McCartney\u201c von Philip Norman"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5400\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover-188x300.jpg 188w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover-643x1024.jpg 643w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover-768x1223.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover-964x1536.jpg 964w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover-1286x2048.jpg 1286w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover-1200x1912.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/PaulMcCartneyCover.jpg 1607w\" sizes=\"(max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a>Philip Norman ist britischer Journalist und Autor. Seine fr\u00fch erschienene Beatles-Biographie \u201eShout!\u201c (1981) ist aufgrund pers\u00f6nlichen Tendenzen (pro-Lennon, anit-Paul) in Kennerkreisen \u00e4u\u00dferst umstritten. Es folgten in kurzen Abst\u00e4nden weitere Biographien britischer Musiker: \u201eJohn Lennon\u201c (1990), \u201eElton John\u201c (1991) etc. Nun also sein Beitrag zur McCartney-Forschung, die ja mit unz\u00e4hligen Werken und einer Autobiographie bereits recht umfangreich ist.<!--more--><\/p>\n<p>Paul McCartney stand bei der Recherche zum Buch nicht als Ansprechpartner zur Verf\u00fcgung, andererseits verhinderte er aber auch nicht die Befragung von Verwandtschaft und Kollegen. Norman hat zur Recherche viele Interviews gef\u00fchrt, greift aber, davon kann man ausgehen, auch tief ins eigene Archiv, denn es gibt ja offensichtliche thematische \u00dcberschneidungen zu fr\u00fcheren Arbeiten. Am Ende bedankt er sich zwar brav bei einigen Informanten, Quellen irgendwelcher Art sind aber erstaunlicherweise nicht angegeben.<\/p>\n<p>Ebenfalls \u00fcberraschend ist, dass der Autor bei der Einordnung der Geschehnisse diesmal zu g\u00e4nzlichen anderen, teilweise gar gegenteiligen Beurteilungen kommt, als bei seinen vorangegangenen Werken. Immer wieder hat man den Eindruck, dass er sein hartes, oft genug erkennbar parteiisches Urteil von zuvor mit diesem Werk relativieren bzw. revidieren will. Trotzdem unterlaufen ihm auch diesmal wieder viele Einsch\u00e4tzungen, die einen entscheidenden Tick zu weit gehen und ihm einfach nicht zustehen. Das betrifft meist die sehr pers\u00f6nliche Ebene, wo er McCartney und seinem engeren Umfeld Gedankeng\u00e4nge und Motive unterstellt, die er als Au\u00dfenstehender gar nicht kennen kann. Dieser \u00fcberhebliche und selbstgerechte Unterton f\u00e4llt bei der Lekt\u00fcre immer wieder unangenehm auf.<\/p>\n<p>Zur wirklich schweren Hypothek werden Umfang und Ausma\u00df des Buches. Bei aller Liebe zum Detail sind knapp 1000 Seiten schon deutlich \u00fcbertrieben. Wann McCartney was gefr\u00fchst\u00fcckt hat oder mit wem er wo ausgegangen ist, d\u00fcrfte nur f\u00fcr sehr wenige, Hardcore-Fans interessant sein. Das w\u00e4re etwas f\u00fcr eine pr\u00e4zise Chronik, statt f\u00fcr eine Biographie, da sollte Nebens\u00e4chliches von Wesentlichem getrennt werden. Dagegen \u00e4u\u00dfert er sich kaum zu musikalischen Entwicklungen oder produktionstechnischen Feinheiten. Der Leser muss sich damit zufrieden geben zu erfahren, welche Besetzung eingespielt hat und welche Chartplatzierung die Ver\u00f6ffentlichungen erreichten.<\/p>\n<p>Die Geschichte mit den Beatles ist ca. zur Mitte des Buches auserz\u00e4hlt. Danach kommen, Linda Eastman, die Wings, Solo-Projekte, klassische Kompositionen, Familiengeschichte und last but not least die unselige Liaison mit der Skandalnudel und notorischen L\u00fcgnerin Heather Mills. Gut, geh\u00f6rt auch zur Geschichte, h\u00e4tte man aber k\u00fcrzer abhandeln k\u00f6nnen und die Rechenschaft, woher Norman in diesem Zusammenhang die genauen Zahlen \u00fcber Privatverm\u00f6gen, Immobilienbesitz und Anwaltskosten hat, bleibt er leider auch schuldig.<\/p>\n<p>Am Ende des Buches kommt es dann doch noch zu einer Begegnung zwischen dem Autor und dem Beschriebenen. Beim Meet &amp; Greet am Rande eines Konzerts wechseln die beiden ein paar Worte. McCartney erscheint verst\u00e4ndlicherweise nur oberfl\u00e4chlich interessiert. Norman erz\u00e4hlt ihm davon, dass er im Zuge seiner Recherche herausgefunden habe, dass der verschollene, erste H\u00f6fner-Bass (der sog. Cavern-Bass) in Kanada aufgetaucht sei, im weiteren Verlauf des Textes \u00e4u\u00dfert er sich dazu dann aber nicht mehr. Eine kurze Websuche ergibt, dass das wohl eine Falschmeldung ist.<\/p>\n<p>Fazit: Man hat als Leser den Eindruck, dass Philip Norman mit diesem umfangreichen Werk versucht eine Schuld zu begleichen und seine eigenen Aussagen aus fr\u00fcheren B\u00fcchern zu korrigieren. Das gelingt ihm leider nur zum Teil und knapp 1000 Seiten verlangen dem geneigten Leser einfach zuviel Geduld ab, um dieser biographischen Selbsttherapie zu folgen. Noch dazu kommt Norman nicht aus seiner Haut, er ist hin und hergerissen zwischen intellektueller Ablehnung und kindlicher Bewunderung. Wirklich souver\u00e4n geht aus dieser Schrift vor allem einer hervor: Paul McCartney selbst, der trotz seiner erstaunlichen Lebensgeschichte und Verdienste ein h\u00f6flicher, freundlicher und positiver Mensch geblieben ist. Wenn man diese charakterliche Seite n\u00e4her kennenlernen will, empfiehlt sich allerdings die Autobiographie \u201eMany Years from now\u201c (1998), die McCartney in enger Zusammenarbeit mit Barry Miles verfasst hat, f\u00fcr Fans am besten gleich auf Englisch.<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint bei Piper, enth\u00e4lt viele, gr\u00f6\u00dftenteils farbige Abbildungen, hat 974 Seiten und kostet 32 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Philip Norman ist britischer Journalist und Autor. Seine fr\u00fch erschienene Beatles-Biographie \u201eShout!\u201c (1981) ist aufgrund pers\u00f6nlichen Tendenzen (pro-Lennon, anit-Paul) in Kennerkreisen \u00e4u\u00dferst umstritten. 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