{"id":5420,"date":"2017-10-18T17:22:04","date_gmt":"2017-10-18T15:22:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5420"},"modified":"2017-10-18T17:22:04","modified_gmt":"2017-10-18T15:22:04","slug":"buch-als-wir-fuer-immer-jung-waren-von-matthias-kalle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/10\/18\/buch-als-wir-fuer-immer-jung-waren-von-matthias-kalle\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eAls wir f\u00fcr immer jung waren\u201c von Matthias Kalle"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5419\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover-188x300.jpg\" alt=\"\" width=\"188\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover-188x300.jpg 188w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover-643x1024.jpg 643w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover-768x1223.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover-964x1536.jpg 964w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover-1286x2048.jpg 1286w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover-1200x1911.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/AlsWirF\u00fcrImmerJungCover.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 188px) 100vw, 188px\" \/><\/a>Matthias Kalle (*1975) studierte Journalistik, arbeitete f\u00fcr den SZ-Verlag und ist heute stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins. In den letzten Jahren ver\u00f6ffentlichte er B\u00fccher mit alltagsphilosophischen Betrachtungen (\u201eVerzichten auf\u201c, \u201eErstmal f\u00fcr immer\u201c, \u201eNormal h\u00e4lt das\u201c) aus verschiedenen bundesdeutschen Lebensbereichen. Im Fr\u00fchjahr 2017 erschien sein neuestes Werk \u201eAls wir f\u00fcr immer jung waren\u201c, darin geht es um kollektive Kindheits- und Jugenderinnerungen der Generation X in anekdotischer Form.<!--more--><\/p>\n<p>Die Soziologie spricht bei Gruppen von Personen, die gemeinsam ein bestimmtes l\u00e4ngerfristig pr\u00e4gendes Ereignis erlebt haben, von sogenannten Bev\u00f6lkerungskohorten. Eine dieser Kohorten sind die Menschen, die zwischen 1965 bis ca. 1980 geboren wurden. Sie werden als Generation X bezeichnet (nach dem gleichnamigen Buch von Robert Capa). Zu dieser geh\u00f6rt auch der Autor und in seinem neuesten Buch erz\u00e4hlt er von den \u201epr\u00e4genden Erinnerungen unserer Jugend\u201c. Man k\u00f6nnte nun meinen, dass es da in einem Zeitraum von ca. 15 Jahren so unterschiedliche Erinnerungen geben muss, dass es schwer ist einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ist aber nicht so, zumindest beim Rezensenten haben nahezu alle Themen Erinnerungen an pers\u00f6nliche Erlebnisse getriggert.<\/p>\n<p>Kalle hat sich f\u00fcr seine Ausf\u00fchrungen rund 90 Themen vorgegeben, die in Einzelkapiteln n\u00e4her betrachtet werden. Schon auf dem Cover des broschierten Buches werden einige davon fotografisch gestreift: Ein Sony-Walkman, eine Swatch-Uhr, eine Mixkassette, ein Poster zum Film \u201eWir Kinder vom Bahnhof Zoo\u201c, die erste Zigarette, ein Gameboy, ein Monchichi. Weitere Schlagworte aus dem Inhaltsverzeichnis sind beispielsweise Tschernobyl, Miami-Vice, Aids, E.T., Nike, La Boum, Ein Colt f\u00fcr alle F\u00e4lle, Pulp Fiction, Britpop, Boybands, Wetten, dass&#8230;?, Sitcoms, Harald Schmidt, MTV, Otto, Rocky, C64 und Star Wars. All diesen Begriffen widmet Kalle einige Seiten und schafft dabei das Kunstst\u00fcck seiner Betrachtung gleichzeitig individuell und allgemeing\u00fcltig erscheinen zu lassen. Die Einzelartikel sind unterhaltsam und interessant, teilweise auch \u00fcberraschend tiefsinnig. Maxim Biller bezeichnet die Textsammlung als \u201egro\u00dfes poetisches Erinnerungslexikon\u201c und das trifft es eigentlich ganz gut.<\/p>\n<p>Literarischen Anspruch haben die Texte noch dazu. Der Autor formuliert abwechselnd in verschiedenen Personen (ich, du, er\/sie\/es, wir, ihr, sie) und Zeiten. Das wirkt allerdings keineswegs aufgesetzt oder konstruiert, sondern f\u00fcgt sich elegant zu einem nat\u00fcrlichen Erz\u00e4hlfluss. Zum Gro\u00dfteil werden die eigenen Erinnerungen aufgefrischt, erweitert und vertieft. Manchmal erf\u00e4hrt man auch Details, die damals mangels Informationsquellen, komplett an einem vorbei gegangen sind. So kl\u00e4ren sich ganz nebenbei auch subkulturelle Mysterien der eigenen Jugend, wie z.B. die Frage wie ein perfektes Mix-Tape dramaturgisch aufgebaut sein sollte oder wer die Sch\u00f6ne auf dem Filmplakat von \u201eBetty Blue\u201c eigentlich war.<\/p>\n<p>Fazit: Ein sch\u00f6nes Lese- und Erinnerungsbuch \u00fcber die eigene Jugend in Westdeutschland. Dabei gar nicht arg sentimental, aber schon etwas nostalgisch und zwar auf die nette Weise. Vielleicht geht es in dem Buch genau um die Sachen, die \u00fcbrig bleiben, wenn man auf seine alten Tage auf popkulturellen Skurrilit\u00e4ten der eigenen Jugend in den 70ern und 80ern des letzten Jahrhunderts zur\u00fcckblickt. Auf jeden Fall wunderbarer Lesestoff f\u00fcr die Generation X. Und erkl\u00e4rt eventuell auch einige weitere, seltsame Entwicklungen.<\/p>\n<p>Das Buch erscheint bei Fischer, hat 364 Seiten und kostet glatte 14,99\u20ac.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matthias Kalle (*1975) studierte Journalistik, arbeitete f\u00fcr den SZ-Verlag und ist heute stellvertretender Chefredakteur des ZEITmagazins. In den letzten Jahren ver\u00f6ffentlichte er B\u00fccher mit alltagsphilosophischen Betrachtungen (\u201eVerzichten auf\u201c, \u201eErstmal f\u00fcr immer\u201c, \u201eNormal h\u00e4lt das\u201c) aus verschiedenen bundesdeutschen Lebensbereichen. 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