{"id":5436,"date":"2017-10-26T11:45:59","date_gmt":"2017-10-26T09:45:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5436"},"modified":"2017-10-26T11:45:59","modified_gmt":"2017-10-26T09:45:59","slug":"buch-wo-ich-herkomme-sind-die-leute-freundlich-von-william-saroyan","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/10\/26\/buch-wo-ich-herkomme-sind-die-leute-freundlich-von-william-saroyan\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eWo ich herkomme, sind die Leute freundlich\u201c von William Saroyan"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5435\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover-191x300.jpg\" alt=\"\" width=\"191\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover-191x300.jpg 191w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover-653x1024.jpg 653w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover-768x1205.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover-979x1536.jpg 979w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover-1305x2048.jpg 1305w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover-1200x1883.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/WoIchHerkommeCover.jpg 1618w\" sizes=\"(max-width: 191px) 100vw, 191px\" \/><\/a>William Saroyan (1908-1981) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor armenischer Herkunft. Seine Geschichten beschreiben oft das Leben einfacher Einwanderer im Kalifornien der 1930er und 1940er Jahre. 1940 gewann er den Pulitzer Preis, dessen Empfang er jedoch aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden ablehnte. Der britische Autor Stephen Fry bezeichnet Saroyan als \u201eone of the most underrated writers of the [20th] century\u201c und stellt ihn auf eine Stufe mit Hemingway, Steinbeck und Faulkner.<!--more--><\/p>\n<p>Der Autor William Saroyan d\u00fcrfte den meisten deutschen Literaturinteressierten, vermutlich sogar vielen Amerikanisten nicht gel\u00e4ufig sein. Die wenigen seiner Romane und Kurzgeschichten, die \u00fcberhaupt einmal ins Deutsche \u00fcbersetzt wurden, sind seit Jahren vergriffen und nur antiquarisch erh\u00e4ltlich. Auch im amerikanischen Original ist die Auswahl \u00fcbersichtlich. Meist handelt es sich um eine Wiederver\u00f6ffentlichung seines Romans \u201eThe Human Comedy\u201c, der die Vorlage f\u00fcr eine einst prominente Verfilmung diente, die heute kein Mensch mehr kennt. Gesammelte Werke, gar eine kommentierte Gesamtausgabe sind bedauerlicherweise nicht erh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Nun hat immerhin der deutsche dtv-Verlag eine Auswahl von Short Stories erstmals \u00fcbersetzen lassen. Die 16 Geschichten stammen haupts\u00e4chlich aus den sp\u00e4ten 1930er Jahren und wurden bei verschiedenen amerikanischen Verlagen in Storykompilationen erstver\u00f6ffentlicht. Als \u00dcbersetzer konnte der erfahrene und renommierte Fachmann Nikolaus Stingl gewonnen werden, der bereits andere amerikanische Autoren wie John Irving, Thomas Pynchon und William Faulkner \u00fcbersetzt hat. Und um es gleich vorwegzunehmen: Seine \u00dcbersetzung ist ganz herausragend gut gelungen, obwohl es sicherlich eine fachliche Herausforderung gewesen ist, die Atmosph\u00e4re der Beschreibungen und Dialoge der depressionsgebeutelten US-amerikanischen Westk\u00fcste in die sprachliche Gegenwart des Deutschen zu transkribieren. Die \u00dcbersetzung wirkt unangestrengt, geschmeidig und ad\u00e4quat, dr\u00e4ngt sich niemals in den Vordergrund, dient dem urspr\u00fcnglichen Text, ja, l\u00e4sst ihn f\u00f6rmlich in neuem Glanz erstrahlen.<\/p>\n<p>Saroyan selbst war Trinker, Spieler, Liebhaber, aber er muss auch ein guter Zuh\u00f6rer gewesen sein, denn die Begebenheiten von denen er erz\u00e4hlt, kann er sich unm\u00f6glich alle selbst ausgedacht haben. Da waren sicherlich viele Abende an Kneipentheken, in Spielsalons und Rendezvous n\u00f6tig um die alle zusammenzusammeln und die besten daraus in konzentrierter Form zu fiktionalisieren. In seinen \u00e4u\u00dferst lebendigen und anregenden Geschichten schreibt er von Spielern mit todsicheren Pferdewettentipps, von jungen S\u00e4ngern im presbyterianischen Chor, von stolzen, mexikanischen Wanderarbeitern, von einem Mann, der eine Zwergin liebt, von einem menschenfreundlichen Versicherungsvertreter, einem desillusionierten Bestatter, einem fetten, sturen, philippinischen Ringer und einem naiven Birnendieb, dem unerh\u00f6rte Ungerechtigkeit widerf\u00e4hrt. Es geht dabei um Herkunft, Vielfalt der Ethnien, Anpassungsf\u00e4higkeit, Selbsteinsch\u00e4tzung, Freundschaft, Loyalit\u00e4t, Ehrlichkeit, Gerechtigkeit, Schicksal, Liebe und Leben, kurz um das gesamte, breite Spektrum universeller Menschlichkeit. Oft sind die Geschichten aus der Ich-Perspektive erz\u00e4hlt, immer wirken sie sehr authentisch, weil sie so nebenbei, ohne jede Herablassung oder Besserwisserei niedergeschrieben sind. Saroyan ist sich seiner Klasse durchaus bewusst, vergleicht einmal seine eigenen Texte mit anderen zeitgen\u00f6ssischen Autoren, Hemingway oder Faulkner, erkl\u00e4rt den Unterschied. Trotzdem wirkt er an keiner Stelle arrogant, sondern offen und empf\u00e4nglich f\u00fcr alles. Zusammengenommen sind das amerikanische Shorty Stories allererster G\u00fcte und man kann Stephen Fry in seiner Einsch\u00e4tzung nur Recht geben. Sehr lobenswert, dass dtv diesem wertvollen Autor diese Neuausgab in deutscher \u00dcbersetzung gewidmet hat. Man kann nur hoffen, dass vielleicht noch ein weitere Band oder gar einer seiner Romane folgen wird. Was f\u00fcr ein Gewinn, herzlichen Dank daf\u00fcr!<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint im dtv Verlag, hat 204 Seiten und kostet glatte 20 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>William Saroyan (1908-1981) war ein US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor armenischer Herkunft. 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