{"id":5518,"date":"2017-11-22T12:13:20","date_gmt":"2017-11-22T11:13:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5518"},"modified":"2017-11-22T12:13:20","modified_gmt":"2017-11-22T11:13:20","slug":"album-suiten-fuer-violoncello-von-thomas-demenga","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/11\/22\/album-suiten-fuer-violoncello-von-thomas-demenga\/","title":{"rendered":"Album: \u201eSuiten f\u00fcr Violoncello\u201c von Thomas Demenga"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SuitenF\u00fcrCelloCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-5517 size-medium\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SuitenF\u00fcrCelloCover-300x266.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"266\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SuitenF\u00fcrCelloCover-300x266.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SuitenF\u00fcrCelloCover-1024x908.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SuitenF\u00fcrCelloCover-768x681.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SuitenF\u00fcrCelloCover-1200x1065.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/SuitenF\u00fcrCelloCover.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Den schweizerischen Cellisten Thomas Demenga und das deutsche Label ECM verbindet eine lang anhaltende Zusammenarbeit. Bereits seit den fr\u00fchen 1980er Jahren wurden bei dem au\u00dfergew\u00f6hnlichem Label besondere Einspielungen mit seiner Mitwirkung ver\u00f6ffentlicht darunter Werke von z.B. Demenga selbst, aber auch Arvo P\u00e4rt, Benjamin Britten, Heinz Holliger und immer wieder: Johann Sebastian Bach. 1987 hat Demenga schon einmal die Bach\u2019sche Cello Suite No. 4 aufgenommen und ver\u00f6ffentlicht. Nun folgt ein Doppelalbum mit der Neueinspielung aller sechs <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Suiten_f\u00fcr_Violoncello_solo_(Bach)\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Suiten f\u00fcr Violoncello (BWV 1007-1012)<\/a> in chronologischer Reihenfolge.<!--more--><\/p>\n<p>Die sechs Suiten werden im Begleitheft zu den CDs als \u201eEvangelium jedes Cellisten\u201c beschrieben. Jeder Cellist besch\u00e4ftige sich ein Leben lang mit diesem Zyklus: \u201e\u00dcbt, liest, liest nochmals und wieder, \u00fcbt abermals, ohne Unterlass, erneuert sich dabei, genie\u00dft und verzweifelt&#8230;\u201c So oder so \u00e4hnlich muss es auch bei Demenga gewesen sein. Erstmals begegnete er den Cellosuiten als Kind im zarten Alter von nur 10 Jahren, spielte sie auf Anregung seiner Cellolehrerin bei einem Musikwettbewerb. Sie haben ihn in den weiteren Jahren durch viele Phasen der Musikerkarriere begleitet. Jahrzehnte sp\u00e4ter hat er sich dem Zyklus nun mit der Erfahrung und Weisheit eines langen und erf\u00fcllten Musikerlebens neu gewidmet. Eingespielt wurden die S\u00e4tze im Hans-Huber-Saal unter Live-Bedingungen, aber ohne Publikum und am St\u00fcck ohne Unterbrechung.<\/p>\n<p>Beim verwendeten Cello handelt es sich um ein Instrument aus der Testore-Schule, Mailand, 18. Jahrhundert. Es wurden unumsponnene Darmsaiten verwendet und historisch korrekt einen Ganzton tiefer gestimmt. So wird der Klang des Cellos nicht nur dunkler und voller, sondern auch holziger und nuancenreicher. Man h\u00f6rt den Einspielungen diese informierte und reflektierte Ann\u00e4herung an, trotzdem wirken sie keinesfalls n\u00fcchtern oder distanziert, ganz im Gegenteil, sie strotzen vor Kraft und Lebendigkeit. Hier verbinden sich kompositorische Genialit\u00e4t und interpretatorische Meisterschaft. Man muss, um das zu erkennen, gar kein Barockspezialist oder Celloliebhaber sein, es ist un\u00fcberh\u00f6rbar, liegt v\u00f6llig offen zu Tage.<\/p>\n<p>Auch die auf den ersten Blick etwas sture chronologische Anordnung geht vollkommen in Ordnung, war von Bach wohlm\u00f6glich so gedacht und konzipiert, die Folge der Tonarten impliziert das wenigstens und innerhalb der Suiten sollte sowieso nicht willk\u00fcrlich getauscht oder ausgelassen werden (wozu auch?). Freilich laden die stilisierten Tanzs\u00e4tze heute keinen H\u00f6rer mehr zu reglementierter Bewegung ein, die historischen Tanzschritte sind heute l\u00e4ngst vergessen. Innerlich setzen sie sowohl beim Spieler, als auch beim H\u00f6rer jedoch einiges in Bewegung. Die Musik wirkt in Demangas Auslegung w\u00fcrdevoll, befreiend, erhebend, \u00fcberirdisch und transzendierend. Bach eben. Aber selbst in Bachs umfangreichem und anspruchsvollem Werk ragen seine Cellosuiten sp\u00fcrbar heraus.<\/p>\n<p>Die Produktion ist wie so oft bei ECM einwandfrei, fein abgestimmter Mix, fantastischer Hallraum. Verantwortlich daf\u00fcr ist Tonmeister Laurentius Bonitz, Labelchef Manfred Eicher war diesmal \u201enur\u201c Ausf\u00fchrender Produzent. Aufgenommen wurde bereits im Februar 2014, warum die feine Aufnahme solange im Archiv schlummerte wird nicht erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Fazit: Wunderbare Neueinspielung der legend\u00e4ren Cellosuiten von J.S. Bach von einem Meisterinstrumentalisten seines Fachs. Auch wenn es bereits viele Interpretationen gibt, diese ist ein willkommener und wichtiger Beitrag und setzt wieder einmal neue Standards.<\/p>\n<p>Das Album hat zwei CDs mit jeweils 18 Tracks. Das Booklet umfasst einen einleitenden Text (dt.\/eng.) von Thomas Meyer und einige Miniaturreproduktionen von Originalmanuskripten in der Abschrift von Anna Magdalena Bach.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den schweizerischen Cellisten Thomas Demenga und das deutsche Label ECM verbindet eine lang anhaltende Zusammenarbeit. Bereits seit den fr\u00fchen 1980er Jahren wurden bei dem au\u00dfergew\u00f6hnlichem Label besondere Einspielungen mit seiner Mitwirkung ver\u00f6ffentlicht darunter Werke von z.B. 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