{"id":5607,"date":"2017-12-21T13:56:35","date_gmt":"2017-12-21T12:56:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5607"},"modified":"2017-12-21T13:56:35","modified_gmt":"2017-12-21T12:56:35","slug":"album-unloved-von-maciej-obara-quartet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2017\/12\/21\/album-unloved-von-maciej-obara-quartet\/","title":{"rendered":"Album: \u201eUnloved\u201c von Maciej Obara Quartet"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5606\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover-300x300.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover-150x150.jpg 150w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover-768x768.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover-1200x1200.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/UnlovedCover.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Maciej Obara ist ein polnischer Saxophonist und Komponist. Er spielte mit Antoine Roney, Tomasz Stanko, John Lindberg und Harey Sorgen. Nach etlichen Aufnahmen als Sideman und mit\u00a0der eigenen, wechselnden Quartettbesetzung hat er nun ein Album f\u00fcr das renommierte deutsche Label ECM ver\u00f6ffentlicht. Die Aufnahmen dazu fanden statt im Januar 2017 in Kopenhagen, beteiligt waren, neben Obara selbst, sein Landsmann Dominik Wania (piano) und die Norweger Ole Morten Vagan (kbass) und Gard Nilssen (drums), beide arbeiten u.a. f\u00fcr Mathias Eick.<!--more--><\/p>\n<p>Die entstandene Musik ist zeitlos\/zeitgen\u00f6ssisch, nordeurop\u00e4isch, instrumental und improvisiert. Im weitesten Sinne handelt es sich wohl noch um Jazz. Allerdings stellt sich die Frage, ob improvisierte Musik immer auch gleich Jazz sein muss. Der harte Drive, der hohe Energielevel und die Unmittelbarkeit des nordamerikanischen Modern Jazz ist hier kaum mehr zu sp\u00fcren. Bei Obara klingt alles lyrisch, farbenreich, ausgewogen, fast schon wie komponiert, es wirkt zurechtgelegt, durchgeplant und dann auf hohem musikalischen Level durchmusiziert. Keine Spur von Neugier, Abenteuerlust, Pioniergeist.<\/p>\n<p>Ausgegangen wird bei den sieben Albumtracks von sechs Eigenkompositionen, deren Themen Obara jeweils klar und pr\u00e4zise vorangestellt. Als Mittelst\u00fcck der sieben Tracks ist die einzige auf dem Album enthaltene Fremdkomposition \u201eUnloved\u201c des polnischen Jazzmusikers Krzysztof Komeda zu h\u00f6ren, das zugleich Namensgeber des Albums ist. Interpretation und Sound sind, wie immer bei ECM, herausragend gut. Allerdings wird hier zum wiederholten Mal ein musikalischer Stil und eine Klang\u00e4sthetik gepflegt, die l\u00e4ngst bestens etabliert und daher im hohen Ma\u00dfe vorhersagbar geworden ist. Man badet im gepflegten, nicht endenden Wohlklang, ausgewogene Harmonie und Finesse soweit das Auge und das Ohr reicht. Es ist der Soundtrack f\u00fcr arrivierte, graumelierte Herren im Vorruhestand. Es gibt kein Anfang und kein Ende, es k\u00f6nnte ewig so weiter gehen und wenn man nicht gestorben ist, d\u00f6st man langsam, aber durchaus angenehm weg in einen D\u00e4mmerzustand.<\/p>\n<p>Das bringt uns zur\u00fcck zur Frage, ob das hier eigentlich noch Jazz ist. Wenn man Jazz als im Kollektiv improvisierte Kunstmusik definiert, dann sicherlich ja. Wenn man Jazz als subversives musikalisches Statement begreift, dann ist das hier das absolute Gegenteil davon. Alles sehr entwickelt und kultiviert, aber eher was f\u00fcr\u2019s n\u00e4chste, von st\u00e4dtischen Subventionen getragene Jazzfest. Das ist Musik, die sogar die Verantwortlichen im Kulturamt problemlos als k\u00fcnstlerisch wertvoll und unterst\u00fctzenswert erachten. Eher nicht so der n\u00e4chste hei\u00dfe Schei\u00df, der junge Menschen begeistert und umdenken l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Dazu passt das klassische Albumdesign aus s\/w-Fotos und dass auf Linernotes einfach komplett verzichtet wurde. Was h\u00e4tte es schon gro\u00df zu sagen gegeben? Angaben zu Aufnahmeort und verantwortlichen Produzenten sind genug. Man will gar nicht mehr wissen.<\/p>\n<p>Das Teaservideo zum Album:<br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Egr_B-ilpyQ?feature=oembed\" frameborder=\"0\" gesture=\"media\" allow=\"encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Maciej Obara ist ein polnischer Saxophonist und Komponist. Er spielte mit Antoine Roney, Tomasz Stanko, John Lindberg und Harey Sorgen. 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