{"id":5687,"date":"2018-01-26T13:48:04","date_gmt":"2018-01-26T12:48:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5687"},"modified":"2018-01-26T13:48:04","modified_gmt":"2018-01-26T12:48:04","slug":"musikproduktionstechnische-neuaufstellung-2018","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2018\/01\/26\/musikproduktionstechnische-neuaufstellung-2018\/","title":{"rendered":"Musikproduktionstechnische Neuaufstellung (2018)"},"content":{"rendered":"<p>Vor ziemlich genau einem Jahr, Anfang 2017, befand ich mich in einer musikproduktionstechnischen Orientierungsphase und habe dem auch in einem <a href=\"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/2017\/02\/09\/musikproduktionstechnische-orientierungsphase\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Blogartikel<\/a> Ausdruck verliehen. Ich hatte das Gef\u00fchl meine musikproduktionstechnischen Mittel ausgereizt zu haben, arbeitete mit veraltetem Ger\u00e4t, f\u00fchlte mich limitiert. Als ich das erkannt und mir eingestanden hatte, ergriff ich einige Ma\u00dfnahmen um eine Neuaufstellung einzuleiten. Ich sprach mit Kollegen, las Fachzeitungen und surfte durch Netzplattformen, besorgte mir Fachb\u00fccher und sah Tutorialvideos an. Es ging aber noch weiter: Ich nahm Kontakt auf zu regionalen Produzenten und Studios, vereinbarte Gespr\u00e4chstermine, oft erz\u00e4hlten mir meine Ansprechpartner sehr offenherzig von ihren Arbeitsmethoden, sp\u00e4ter besuchte sich einen DJ-Kurs, bastelte Beats am Rechner und arbeitete an einem eigenwilligen Remixalbum (Doro T). Die gesammelten Impulse f\u00fchrten zu neuen Einsichten. Besonders wichtig: Als Musiker und Produzent sollte ich meinen Wurzeln treu bleiben, meine besonderen F\u00e4higkeiten einsetzen, aber gleichzeitig offen bleiben f\u00fcr neue technische und musikalische Entwicklungen.<!--more--><\/p>\n<p>Nach Beendigung diverser Projekte, die sich \u00fcber die erste H\u00e4lfte des Jahres bis in den Sp\u00e4tsommer gezogen hatten, kaufte ich mir Ende November einen neuen iMac (27&#8243;, 3,8 GHz). Es dauerte allerdings noch bis ins neue Jahr bis er geliefert und von mir in Betrieb genommen wurde. Ich installierte Logic X inkl. der kompletten Soundbibliothek (&gt; 45GB), dazu kam noch das neue Interface Presonus Studio 68 USB. Installationen waren ganz einfach, es gab dabei keine ernstzunehmenden Probleme, letztlich braucht es dann aber doch seine Zeit, wenn man Hard- und Software verl\u00e4sslich als Arbeitsinstrumente einsetzen will.<\/p>\n<p>Mein erstes gro\u00dfes Projekt ist Produktion und Aufnahme von 18 neuen Tracks f\u00fcr meine eigene Tanz- und Unterhaltungsband <a href=\"http:\/\/www.musikstudenten.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Musikstudenten<\/a>, die in diesem Jahr seit 20 Jahren existiert (mit einigen Besetzungswechseln). Die ausgew\u00e4hlten Titel stammen gr\u00f6\u00dftenteils aus dem etablierten Repertoire und sind mir und beteiligten Musikern dadurch bestens bekannt. Vorab hatte ich festgelegt, dass diesmal die aktuelle Stammbesetzung ohne externe Overdubbs einspielt. Loops, Softewareinstrumente, Ampsimulationen etc. sollen nicht eingesetzt werden, stattdessen selbsteingespielte Perkussion, abgenommene R\u00f6hrenverst\u00e4rker, echtes Klavier. Diesen &#8222;ehrlichen&#8220; Ansatz hatte ich bei der vorangegangenen Produktion f\u00fcr <a href=\"https:\/\/sandrabuchner.wordpress.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Sandra Buchner<\/a> (&#8222;Zero Pop&#8220;) bereits angewandt und es hatte sich als \u00e4u\u00dferst musikalische und unmittelbare Arbeitsweise herausgestellt. Freilich sind Performance und Sounds im Nachhinein nicht mehr gro\u00df manipulierbar, andererseits ergab sich, auch durch kleine Unreinheiten, eine Realness, die manche meiner vorherigen Arbeiten im Detail vermissen lassen.<\/p>\n<p>F\u00fcr das aktuelle Projekt der Musikstudenten waren bereits am Tag nach 3K Kontrabass und Schlagzeug aufgenommen worden. Hierf\u00fcr konnte ich die abgezockten Vollprofis Friedrich Betz und Dominik Raab gewinnen. An nur einem Studiotag nagelten sie sage und schreibe 16 komplette Rhythmustracks im Studio von Jan Hees in Bretten. Vorab hatten sie sich zu Originalvorlagen und Vorproduktion (Tempoklick, epiano, voc) gr\u00fcndlich vorbereitet. Trotzdem gab es auch noch w\u00e4hrend der Aufnahme interpretatorischen Spielraum und Platz f\u00fcr Variationen. Knapp zwei Wochen sp\u00e4ter lagen mir diese Spuren in leicht aufgearbeiteter Form vor und ich konnte mit meinem Teil der Arbeit beginnen und das hei\u00dft: Sichtung und Sortierung der Files im neuen Logic, Inbetriebnahme des neuen Interface, erste Aufnahmeversuche. Zu den 16 Tracks kamen noch zwei weitere, aktuelle Tracks hinzu, weil ich in der Wartezeit beschlossen hatte statt einem Album mit 16 Tracks, lieber ein Doppelalbum\/zwei Alben mit jeweils 9 Tracks zu erstellen.<\/p>\n<p>Ich startetet also mit der Preproduktion der zwei neuen Tracks und von Beginn an war ich \u00fcberrascht \u00fcber die leichte Bedienbarkeit und den phantastischen Grundsound des neuen Systems. Mikrofon (Neumann), Bitrate (24) und Abh\u00f6re sind unver\u00e4ndert, kann also eigentlich nur an Interface, Software und Rechner liegen. Meine externen Preamps hatte ich bis jetzt noch gar nicht im Einsatz, weil mir der Sound bereits so sehr gut gef\u00e4llt.<\/p>\n<p>Diese Woche ging&#8217;s dann richtig los. Um endlich mal Strecke zu machen und was auf den Tacho zu bekommen, nahm ich mir vor m\u00f6glichst viele Gitarrentracks einzuspielen. Erst zickte der R\u00f6hrenamp (Fender Blues Junior), musste kurzzeitig auf einen lauteren (Fender Hot Rod) ausweichen, dann r\u00fcckte ich die alten R\u00f6hren in ihren Fassungen zurecht und das st\u00f6rende Nebenger\u00e4usch war weg, konnte also wie gehabt mit dem Blues Junior weitermachen. Das Neumann steht etwas seitlich der Kalotte mit etwas Abstand (handbreit) damit auch etwas nat\u00fcrlicher Raumhall aufgenommen wird, Lautst\u00e4rke\/Gain je nach Bedarf, dazu fein dosierter, ampeigener Federhall nach Gutd\u00fcnken. Lief alles wie am Schn\u00fcrchen. Am Dienstag ganze sechs Tracks, am Mittwoch f\u00fcnf, am Donnerstag zwei. Die absteigende Leistungskurve hat damit zu tun, dass die leichten Parts an den Anfang gesetzt wurden. Der Rest folgt Anfang kommender Woche. Dann kommen Gesang und Saxophone, darauf freue ich mich jetzt schon.<\/p>\n<p>Ich muss feststellen, dass ich bei technischen Erneuerungen tendenziell z\u00f6gere und betr\u00e4chtliche Zeit und Muse brauche um mich innerlich auf Neuerungen einzulassen, bevor ich sie dann wirklich in die Tat umsetze, ab da l\u00e4uft es eigentlich. Andere sind da viel schneller und konsequenter. Immerhin habe ich dadurch den Vorteil, dass ich aus den Erfahrungen anderer lerne und nicht jeden Fehler selbst machen muss, etliche produktionstechnische Hypes gehen so auch einfach an mir vorbei, kosten mich keine Nerven und kein Geld. Habe mich nun entgegen meiner eigenen Erwartung gar nicht so sehr in Richtung moderne Produktionstechniken entwickelt, sondern wende mich im Gegenteil mehr den eigen St\u00e4rken zu: Schreiben, Instrumentieren, Arrangieren, Vorproduzieren, Aufnehmen, Mix optimieren, Videos erstellen. Der Handlungsspielraum ist breiter und tiefer geworden. Ich bediene mehr Instrumente als fr\u00fcher, arbeite effektiver und mit mehr Weitblick. Im Grunde ist es traditionelles Produktionshandwerk im besten Sinn. Ich brauche immer noch eine gute Idee, einen guten Song, starke Performance und brauchbares technisches Equipment. Habe aber das Gef\u00fchl, dass ich meine St\u00e4rken besser rausarbeiten und meine Schw\u00e4chen leichter akzeptieren kann.<\/p>\n<p>Es stehen nun jede Menge Projekte an, bei denen ich meine neuen Erkenntnisse anwenden kann. Bin gespannt, was aus der aktuellen Musikstudenten-Produktion wird, ob sich die &#8222;realere&#8220; Arbeitsweise im Mix niederschl\u00e4gt. Ziemlich sicher werde ich in diesem Jahr mit der Produktion eines neuen Dennis Sch\u00fctze-Albums starten. Die Songs sind geschrieben und es ist turnusm\u00e4\u00dfig, nach vier Jahren, wieder mal Zeit f\u00fcr eine musikalische Wortmeldung. Auch bei diesem Projekt wird mir der neue neo\/traditionelle Ansatz wohl entgegenkommen. Und nebenher stehen ja immer noch interessante Kleinproduktionen mit regionalen Songschreibern und S\u00e4nger an und auch da k\u00fcndigen sich einige neue Aufbr\u00fcche an. Technisch bin ich jetzt immerhin mal auf einem aktuellen Stand, das ist gerade ein gutes Gef\u00fchl. Es geht immer weiter, on and on!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor ziemlich genau einem Jahr, Anfang 2017, befand ich mich in einer musikproduktionstechnischen Orientierungsphase und habe dem auch in einem Blogartikel Ausdruck verliehen. 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