{"id":5789,"date":"2018-03-05T12:07:51","date_gmt":"2018-03-05T11:07:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=5789"},"modified":"2018-03-05T12:07:51","modified_gmt":"2018-03-05T11:07:51","slug":"album-tangents-von-gary-peacock-trio","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2018\/03\/05\/album-tangents-von-gary-peacock-trio\/","title":{"rendered":"Album: &#8222;Tangents&#8220; von Gary Peacock Trio"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-5788\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover-300x300.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover-150x150.jpg 150w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover-768x768.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover-1200x1200.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/03\/TangentsCover.jpg 1400w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Der US-amerikanische Kontrabassist Gary Peacock (*1935) kann auf ein bewegtes und facettenreiches Leben zur\u00fcckblicken. Nach seinem Milit\u00e4rdienst, den er in Deutschland absolvierte, lebte er an der amerikanischen Westk\u00fcste, darauf in New York, Japan und Seattle. Im Laufe seines Lebens durchlief er auch einige pers\u00f6nliche Metamorphosen: Er startete als Pianist, wechselte dann zum Kontrabass, war einige Jahre ZEN-Sch\u00fcler und studierte im Alter von 40 Jahren Biologie. Als Bassist arbeitete er seit den sechziger Jahren mit allem was Rang und Namen hat: Barney Kessel, Art Pepper, Bill Evans, Miles Davis, Keith Jarrett u.v.a.m., oft agierte er als Sideman in den Ensembles anderer, seit 1970 hat er jedoch auch als Bandleader ein gutes Dutzend Alben eingespielt. Ab 1977 erschienen sie alle auf dem deutschen Ausnahmelabel ECM.<!--more--><\/p>\n<p>Im Sommer 2017 wurde k\u00fcrzlich das Album &#8222;Tangents&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Eingespielt wurde es im Fr\u00fchjahr 2016 in klassischer Triobesetzung. Wie das Vorg\u00e4ngeralbum &#8222;Now This&#8220; (2015) ist es eine erneute Zusammenarbeit mit Marc Copeland (piano) und Joey Baron (drums). Klangsprache und Repertoire klassisch zu nennen ist bereits eine ma\u00dflose Untertreibung, aber wenn sich jemand erlauben darf den US-amerikanischen Jazz der 1960er Jahre zu spielen, dann wohl Peacock, der bereits vor \u00fcber 50 Jahren ma\u00dfgeblich zu dessen Entwicklung beigetragen hat. Wenn man es nicht besser w\u00fcsste, k\u00f6nnte man meinen eine gro\u00dfartige, aber bis heute vergessene Ensembleaufnahme aus den Archiven eines der gro\u00dfen Jazzlabels zu h\u00f6ren. Lediglich der fantastische Klang der Tonaufnahme k\u00f6nnte einem einen Hinweis darauf geben, dass die Einspielung im digitalen Zeitalter entstand.<\/p>\n<p>Klar und deutlich kann man die musikalischen Einfl\u00fcsse von Bill Evans auf alle drei beteiligten Musiker insbesondere nat\u00fcrlich auf den Pianisten Copeland heraush\u00f6ren. Neben zehn Eigenkompositionen im klassischen Stil ist mit &#8222;Blue in Green&#8220; auch ein ikonischer Standard dabei, dessen Komposition Miles Davis f\u00fcr sich in Anspruch nahm, der aber vermutlich mindestens zum gleichen Anteil, wenn nicht gar komplett, von Bill Evans selbst stammt.<\/p>\n<p>Das Trio ist gut austariert, die Arrangements sind fein, die Instrumentalisten finden ihren Platz, keiner dr\u00e4ngt sich hervor, alle kommen gut zu Geltung. Trotz \u00fcberwiegend neuem Musikmaterials und der Umsetzung auf h\u00f6chstem Niveau, wirkt das Album wie das Re-Enactment einer vergangenen Epoche, so wie es bei Musik der klassisch-romantischen Tradition \u00fcblich ist, nicht ganz so sachlich-n\u00fcchtern wie in der Sparte der historischen Auff\u00fchrungspraxis, aber in der Richtung. Wer die musikhistorischen Vorlagen sch\u00e4tzt, kann sich freuen, wer neuartiges erwartet wird vermutlich entt\u00e4uscht sein. Also eher was f\u00fcr konservative Traditionalisten, die trotzdem mal was neues h\u00f6ren wollen. Nicht so sehr geeignet ist das Album f\u00fcr Progressive, die auf der Suche nach neuesten Entwicklungen. Der innovative Kern des zeitgen\u00f6ssischen Jazz wird hier nicht einmal tangiert.<\/p>\n<p>Leider gibt es zum Album keinen Videotrailer, wie sonst oft \u00fcblich. Immerhin l\u00e4sst sich ein Livemitschnitt des Trios von einem Jazzfestival finden, der kurz nach oder vor den Aufnahmen zum Album entstanden sein muss.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"584\" height=\"329\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/NE4EAuXbh8o?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; encrypted-media\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der US-amerikanische Kontrabassist Gary Peacock (*1935) kann auf ein bewegtes und facettenreiches Leben zur\u00fcckblicken. 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