{"id":6070,"date":"2018-07-05T12:10:44","date_gmt":"2018-07-05T10:10:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=6070"},"modified":"2018-07-05T12:10:44","modified_gmt":"2018-07-05T10:10:44","slug":"buch-die-musik-der-zukunft-von-robert-barry","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2018\/07\/05\/buch-die-musik-der-zukunft-von-robert-barry\/","title":{"rendered":"Buch: &#8222;Die Musik der Zukunft&#8220; von Robert Barry"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DieMusikDerZukunftCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-6069\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DieMusikDerZukunftCover-179x300.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DieMusikDerZukunftCover-179x300.jpg 179w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/DieMusikDerZukunftCover.jpg 298w\" sizes=\"(max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a>Robert Barry ist britischer Journalist und Autor. Sein erstes Buch &#8222;The Music of the Future&#8220; erschien 2017 im englischen Original. Im Fr\u00fchjahr 2018 erschien es unter dem Titel &#8222;Die Musik der Zukunft&#8220; in deutscher \u00dcbersetzung in der Edition Tiamat. Es geht darin allerdings nicht, wie man als Interessierter vielleicht annehmen k\u00f6nnte, um zuk\u00fcnftige musikalische Entwicklung aus heutiger Sicht. Die Schrift ist ein historischer R\u00fcckblick auf musikalische Zukunftsentw\u00fcrfe und kulturelle Utopien der Vergangenheit. Thematisiert werden herausragende Begebenheiten Westeuropas und Nordamerikas der vergangenen ca. 200 Jahre. Im absoluten Fokus stehen Betrachtungen und Entwicklungen der westlichen Kunstmusik.<!--more--><\/p>\n<p>Barry schreibt in der Rolle eines Suchenden und Forschenden. Immer wieder erz\u00e4hlt er von pers\u00f6nlichen Besuchen bei fachspezifischen Konferenzen und Tagungen in verschiedenen St\u00e4dten, er besucht Konzerte, nimmt an Vortr\u00e4gen und Diskussionen teil, agiert selbst als Vortragender und Autor von Artikeln. Dazwischen schreibt er von imposanten, aber vermutlich den wenigsten Lesern bekannten historischen Pers\u00f6nlichkeiten. Zumeist handelt es sich bei den Figuren um eine Mischung aus Musiker, Erfinder, Techniker, Kulturphilosoph, Idealist und Utopist. Quer- und Vordenker also, die versuchten, zuk\u00fcnftige Entwicklungen herzuleiten, vorherzusagen oder wenigsten durchzudenken. Die allermeisten dieser zum Teil umfangreichen Ideen und Prophezeiungen sind gar nicht oder anders gekommen und so versammelt der Text \u00fcberwiegend eine bisher unerz\u00e4hlte Geschichte von Fehleinsch\u00e4tzungen und Falschinterpretationen. Nichtsdestotrotz waren und sind Weitsicht und Imagination immer Triebfedern kultureller und k\u00fcnstlerischer Entwicklung. Es gibt auf der anderen Seite n\u00e4mlich auch etliche Beispiele daf\u00fcr, dass starke Ideen und Ideale das Potenzial haben eine neue Wirklichkeit zu erschaffen. Das funktioniert dann \u00e4hnlich wie eine selbsterf\u00fcllende Prophezeiung: Der Musiker, K\u00fcnstler oder sonstwie Kreative redet so lange von seiner Idee, dass andere auf ihn aufmerksam und hellh\u00f6rig werden. Idealerweise setzt er seine Ideen irgendwann selbst um, er gibt aber auch Anregungen daf\u00fcr, dass andere die im Umlauf befindlichen Ideen aufgreifen und seiner statt umsetzen.<\/p>\n<p>Der Buchtext ist interessant und anregend. Und wenn man eine Lehre daraus ziehen kann, dann die, dass der Mensch nicht aufh\u00f6ren soll zu tr\u00e4umen und zu idealisieren, auch wenn er sich dabei verhebt und grob daneben liegen kann. Ist das Ziel einmal formuliert, kann der Weg dorthin geplant und beschritten werden und selbst ein vermeintlicher Irrweg kann sich im nachhinein als Weg zu komplett neuen Welten offenbaren. Das Problem liegt nicht darin mit seiner Idee zu scheitern, das Problem w\u00e4re vielmehr, gar nichts zu machen allein um Fehler zu vermeiden. Diese Geschichte von Scheitern, Ver\u00e4nderung und Umsetzung musikalischer Utopien nachzuvollziehen ist allemal lohnend, nicht nur f\u00fcr historisch interessierte Utopisten!<\/p>\n<p>Das Taschenbuch erscheint bei Tiamat in der Reihe Critica Diabolis, hat 240 Seiten und kostet 20 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Robert Barry ist britischer Journalist und Autor. Sein erstes Buch &#8222;The Music of the Future&#8220; erschien 2017 im englischen Original. Im Fr\u00fchjahr 2018 erschien es unter dem Titel &#8222;Die Musik der Zukunft&#8220; in deutscher \u00dcbersetzung in der Edition Tiamat. 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