{"id":6714,"date":"2019-04-27T16:33:03","date_gmt":"2019-04-27T14:33:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=6714"},"modified":"2019-04-27T16:33:03","modified_gmt":"2019-04-27T14:33:03","slug":"alles-im-fluss-sunny-sweeney-ich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2019\/04\/27\/alles-im-fluss-sunny-sweeney-ich\/","title":{"rendered":"Alles im Fluss: Sunny Sweeney &#038; ich"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=jyuxiJhfcJc\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-large wp-image-6719\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-1024x685.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"391\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-1024x685.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-300x201.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-768x514.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-1536x1028.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-2048x1371.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-1200x803.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/04\/Sideburner-1980x1325.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a>Letzte Woche kontaktierte mich mein Label mit dem Hinweis, dass bei einem meiner Tracks auf Spotify gerade die Post abgeht. Und tats\u00e4chlich, unter all meinen Tracks hatte einer die Marke von 400.000 Streams gerissen. Das ist im Vergleich zu internationalen Stars nicht viel, f\u00fcr einen kleinen W\u00fcrzburger Indie-Songwriter, der seinen Zenit \u00fcberschritten hat aber doch ganz ordentlich. Leider handelt es sich dabei nicht um einen meiner eigenen Songs und um diesen Umstand noch zu toppen ist es eine Produktion, bei der ich nicht einmal singe.<\/p>\n<p>Den Song &#8222;Jolene&#8220; habe ich 2005, also noch weit vor der gro\u00dfen Welle von Jolene-Covers, f\u00fcr eine Produktion eingespielt, bei der zuerst eine S\u00e4ngerin ausstieg und kurz darauf die komplette Produktion zusammenbrach. Meine Anteile der unvollendeten Arbeit stellt ich alleine fertig, f\u00fcr &#8222;Jolene&#8220; und das Duett &#8222;Jackson&#8220; kontaktierte ich den Studiobetreiber Jim Stringer in Austin, Texas, den ich kurz zuvor kennengelernt hatte und der vermittelte mir eine ihm bekannte, talentierte, junge Countrys\u00e4ngerin, die den Auftrag als Studiojob routiniert erledigte. Ihr Name war Sunny Sweeney und den fand ich so einpr\u00e4gsam, dass ich ihn mir merkte. 2006 ver\u00f6ffentlichte ich das Album mit den inzwischen fertiggestellten und einigen zus\u00e4tzlich erstellten Tracks unter dem Titel &#8222;Sideburner&#8220;. Lief nicht so gut, weil die Band nicht mehr existierte und nur einzelne Tracks den Weg in mein Konzertrepertoire fanden. Ein \u00e4hnliches Schicksal wiederfuhr auch dem Album &#8222;Live fast, love hard, die young&#8220; meiner virtuellen Rockabillyband Will Handsome. Beides eigentlich mehr als ordentliche Alben, aber leider ohne Livepr\u00e4senz. Dass sie sich nicht gut verkaufen w\u00fcrden, war von Anfang an vollkommen absehbar, aber was h\u00e4tte ich tun sollen, die Studioarbeit von mehr als zwei Jahren in die Schublade schieben? Dann schon lieber ver\u00f6ffentlichen und mal sehen was passiert. Ein paar Jahre sp\u00e4ter wurden alle meine Alben dann \u00fcber das Label Fuego zum Download und Stream weltweit in alle g\u00e4ngigen Portale gestellt und fristeten da ihr Leben gr\u00f6\u00dftenteils in der &lt;1000 Kategorie. Bis vor zwei Wochen.<!--more--><\/p>\n<p>Sunny Sweeney hat n\u00e4mlich nach unserer virtuellen Zusammenarbeit weiter an ihrer Karriere als Countrys\u00e4ngerin gearbeitet, ver\u00f6ffentlichte die Alben &#8222;Heartbreaker&#8217;s Hall of Fame&#8220; (2006), &#8222;Concrete&#8220; (2011), &#8222;Provoked&#8220; (2014) und &#8222;Trophy&#8220; (2017) und schaffte es zwischendurch auch mal in den mittleren Bereich der US-Countrycharts. Auf Spotify hat sie mit einigen Songs sogar die Millionengrenze \u00fcberschritten.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht genau wie, aber irgendwie scheint der alte Track auf irgendwelchen Playlisten gelandet zu sein, denn durch Einzelinteressen erreicht man keine sechsstelligen Zugriffszahlen. Reich werde ich dadurch \u00fcbrigens nicht, das f\u00e4ngt ab zweistelligen Millionen statt, aber mit etwas Gl\u00fcck bekomme ich die Kosten f\u00fcr die Pressung nach \u00fcber zehn Jahren wieder rein. Lieber w\u00e4re mir nat\u00fcrlich gewesen, ich h\u00e4tte alle CDs, die heute noch in meinem Keller liegen, verkauft, aber dieses Schicksal teile ich wohl mit anderen Musikern und Produzenten.<\/p>\n<p>So richtig freuen kann ich mich \u00fcbrigens nicht, bin eher erstaunt und ungl\u00e4ubig. Man redet sich als Musiker ja jahrelang ein, dass man mit der inspirierten Umsetzung seiner kreativen Ideen die Menschen erreicht. Gute Ideen, handwerkliche F\u00e4higkeiten, harte Arbeit, etwas Gl\u00fcck und dann wird es schon irgendwie laufen. Bei mir ist es ein weiteres Mal ein Hinweis, dass nebens\u00e4chliche Bet\u00e4tigungen ohne erkennbaren Grund Aufmerksamkeit erregen. Andere Projekte, an denen ich teilweise jahrelang gearbeitet habe (Promotion!), haben so gut wie nichts bewirkt und mich \u00fcber lange Umwege in die W\u00fcste gef\u00fchrt. Life&#8217;s a bitch.<\/p>\n<p>Einen tr\u00f6stlichen Nebeneffekt f\u00fcr mich pers\u00f6nlich gab&#8217;s trotzdem. Als ich in den letzten Tagen immer mal wieder nachsah, ob die Zugriffszahlen noch weiter steigen, nutze ich die Gelegenheit und h\u00f6rte mir meine eigenen Songs und Alben an, was ich sonst quasi nie mache, weil ich die Songs nach dem Abschluss einer Produktion nicht mehr h\u00f6ren will. Und ich muss &#8211; eingebildet und eitel wie ich nun mal bin &#8211; sagen, dass mir gut gefallen hat, was ich da geh\u00f6rt habe, konnte mich zum Teil gar nicht mehr losrei\u00dfen. Auch die schreckliche M\u00fche, die mich manche Produktion gekostet hat, war f\u00fcr mich nicht mehr h\u00f6r- oder sp\u00fcrbar, klang alles easy und entspannt, die Stimme ist \u00fcber die Jahre kr\u00e4ftiger geworden, die Arrangements stilsicherer, nichts dabei wof\u00fcr man sich nachtr\u00e4glich sch\u00e4men m\u00fcsste, nicht mal die Tracks, die als kritisch im Hinterkopf behalten habe. Falls also niemand oder auch nur ganz wenige meine Musik anh\u00f6ren sollten, ist das f\u00fcr mich inzwischen nicht entscheidend, f\u00fcr mich hat sich die Arbeit trotzdem gelohnt. Bin vollkommen \u00fcberrascht, was in den zur\u00fcckliegenden Jahren alles entstanden ist und es ist ja noch nicht vorbei, es geht sogar noch weiter. Wow!<\/p>\n<p>All the best to Sunny Sweeney, wherever you may roam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche kontaktierte mich mein Label mit dem Hinweis, dass bei einem meiner Tracks auf Spotify gerade die Post abgeht. Und tats\u00e4chlich, unter all meinen Tracks hatte einer die Marke von 400.000 Streams gerissen. 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