{"id":7145,"date":"2019-09-25T10:04:33","date_gmt":"2019-09-25T08:04:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=7145"},"modified":"2019-09-25T10:04:33","modified_gmt":"2019-09-25T08:04:33","slug":"musikeigentherapie-kw39-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2019\/09\/25\/musikeigentherapie-kw39-2019\/","title":{"rendered":"Musikeigentherapie (KW39\/2019)"},"content":{"rendered":"<p>Am vorletzten Tag der Sommerferien bin ich von meiner dreiw\u00f6chigen Reise durch Tansania zur\u00fcckgekehrt. Am n\u00e4chsten Tag startete die Terminplanung f\u00fcr das neue Unterrichtsjahr und einen weiteren Tag sp\u00e4ter war ich bereits wieder in der Unterrichtsroutine angekommen. Die Erlebnisse aus Afrika hatten aber noch einen geh\u00f6rigen Nachhall, es war eine geballte Extremerfahrung, die etliche meiner Gewissheiten in Frage stellte und zum gro\u00dfen Teil habe ich immer noch keine Antworten oder L\u00f6sungen gefunden. Ich musste lernen akute Missst\u00e4nde so zu akzeptieren, wie sie nun einmal sind und merke, wie schwer mir das f\u00e4llt. Schwierig ist auch, dass man die Erfahrungen kaum mit anderen teilen kann. Davon zu erz\u00e4hlen ist das eine, aber man wird es nicht wirklich los, steht am Ende immer ratlos und alleine da und irgendwann will man anderen mit den Elendsgeschichten auch nicht mehr auf die Nerven gehen.<!--more--><\/p>\n<p>Tr\u00f6stlich und erbaulich war daher die Lekt\u00fcre des Buchklassikers \u201eSerengeti darf nicht sterben\u201c (1959) von Bernhard Grzimek. Die Ver\u00f6ffentlichung liegt heuer genau 60 Jahre zur\u00fcck, k\u00f6nnte aber aktueller kaum sein. Es handelt eigentlich davon wie Grzimek zusammen mit seinem Sohn Michael die Wildtierpopulation und Herdenwanderung in der Serengeti beschreibt um gute Argumente f\u00fcr die Erhaltung des Nationalparks zu sammeln. Neben der Arbeit mit den Tieren geht es aber auch um Afrika, Kolonialismus, Postkolonialismus, die Bev\u00f6lkerung, verschiedene Sprachen und Volksst\u00e4mme und nicht zuletzt um die Geschichte der Menschheit. Erstaunlicherweise spielen auch schon menschengemachte klimatische Ver\u00e4nderungen, das massenhafte Artensterben und die r\u00fccksichtslose Ausbeutung der Natur eine zentrale Rolle. Es ist beeindruckend wie Grzimek und sein Sohn selbstlos und in m\u00fchevollster Kleinarbeit einen Beitrag dazu leisten ein Wunder der Natur zu erhalten. Getreu seinem Leitspruch: \u201eIt\u2019s better to light a candle, than to curse the darkness.\u201c Eine \u00e4u\u00dferst empfehlenswerte Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p>Ansonsten haben sich einige Dinge anders entwickelt als ich dachte. Mein Vater ist auf seine alten Tage von M\u00fcnchen nach W\u00fcrzburg umgezogen um besser versorgt zu sein. Umzug, Neueinrichtung und Ummeldungen waren anstrengend und zeitraubend. Auch hier sp\u00fcre ich, dass ich die Umst\u00e4nde so akzeptieren muss, wie sie nun einmal sind, und froh sein kann, wenn es irgendwie l\u00e4uft. Arbeiten m\u00fcssen einfach erledigt werden, hilft ja nichts. Mit der Erstellung von Blogtexten, Fotos und Videoclips ist der gr\u00f6\u00dfte Teil meiner Arbeit an der Afrikadokumentation erledigt. Christof Balling wird den Schnitt zusammen mit einem anderen Partner vornehmen. F\u00fcr mich bleibt noch die Aufbereitung der Fotos und Audioaufnahmen. Ach ja: Mein Jahresvertrag bei der Berufsfachschule wurde auf unglamour\u00f6se Art nicht verl\u00e4ngert, Gr\u00fcnde wurden nicht genannt. Kein Feedback zur Arbeit, keine Kritik, kein Lob, keine Verabschiedung, seltsam.<\/p>\n<p>Ich habe daher unerwarteter Weise wieder mehr Freir\u00e4ume als in den letzten Jahren. Die Arbeiten am geplanten Album mit neuen Songs ruhen seit Juli und ich muss mich erst wieder reinarbeiten. Da fiel mir pl\u00f6tzlich auf, dass ich im laufenden Jahr 2019 noch kein Album pr\u00e4sentiert habe, obwohl ich mir vor 20 Jahren fest vorgenommen hatte jedes Jahr mindestens eines zu ver\u00f6ffentlichen. Da ich das Album mit eigenen Songs bis zum Jahresende wohl nicht mehr fertigkriege und ich f\u00fcr DS-Alben auch gerade Jahreszahlen bevorzuge (z.B. 2020), brauchte es eine andere, schnell umsetzbare Idee. Seit der inoffiziellen Aufl\u00f6sung der DS-Combo mangels bezahlter Auftrittsm\u00f6glichkeiten lag es nahe einmal ein Solo-Album zu produzieren. Das w\u00e4re unaufw\u00e4ndig und w\u00fcrde musikalisch der augenblicklichen Situation entsprechen. Bei einem Spaziergang machte ich eine Liste von wenig bekannten Songs, die mich in meiner Jugend gepr\u00e4gt hatten, darunter Rab Noakes, Paul McCrane, Steve Goodman, nat\u00fcrlich auch Jim Croce. Titel und Titelsong wird \u201eOne Man Band\u201c von Leo Sayer. Das wiederum erinnerte mich an meine kurze, aber lehrreiche Zeit als unprofessioneller Stra\u00dfenmusiker und wie sehr ich damals bedauerte nicht eine Basstrommel auf dem R\u00fccken und einen Hihat mit einem Faden zu einem meiner F\u00fc\u00dfe gehabt und gespielt zu haben. Das wird nun aber nachgeholt. Die meisten der sechs geplanten Songs werden mit Akustikgitarre und Uff-za-uff-za-Begleitung eingespielt, dazu hier und da etwas schlampige Mundharmonika, so wie man es mit etwas M\u00fche auch wirklich alleine performen k\u00f6nnte, fertig. Songs sind ausgew\u00e4hlt, Tonarten und Tempi festgelegt, die Vorbereitungen laufen. Oktober und November wird aufgenommen, mischen werde ich selbst, soll unbedingt noch 2019, also vor Weihnachten erscheinen.<\/p>\n<p>Musikeigentherapie f\u00fcr den junggebliebenen Middle Ager. K\u00f6nnte schlimmer sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am vorletzten Tag der Sommerferien bin ich von meiner dreiw\u00f6chigen Reise durch Tansania zur\u00fcckgekehrt. Am n\u00e4chsten Tag startete die Terminplanung f\u00fcr das neue Unterrichtsjahr und einen weiteren Tag sp\u00e4ter war ich bereits wieder in der Unterrichtsroutine angekommen. 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