{"id":7178,"date":"2019-10-17T08:28:28","date_gmt":"2019-10-17T06:28:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=7178"},"modified":"2019-10-17T08:28:28","modified_gmt":"2019-10-17T06:28:28","slug":"buch-leopold-mozart-eine-biografie-von-silke-leopold","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2019\/10\/17\/buch-leopold-mozart-eine-biografie-von-silke-leopold\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eLeopold Mozart. Eine Biografie\u201c von Silke Leopold"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/LeopoldMozartCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7165\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/LeopoldMozartCover-205x300.jpg\" alt=\"\" width=\"205\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/LeopoldMozartCover-205x300.jpg 205w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/10\/LeopoldMozartCover.jpg 341w\" sizes=\"(max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/a>Die Autorin Silke Leopold ist eine profilierte, deutsche Musik- und Theaterwissenschaftlerin. Nach diversen Ver\u00f6ffentlichungen in der Reihe \u201eB\u00e4renreiter Studienb\u00fccher Musik\u201c und zuletzt einer Biografie \u00fcber Claudio Monteverdi (2017) legt sie mit \u201eLeopold Mozart\u201c diesmal eine besondere biografische Schrift vor. Die Hauptfigur ist nicht in erster Linie als Musiker bekannt, sondern vor allem als Vater, Erzieher und F\u00f6rderer seiner beiden hochbegabten Kinder Wolfgang und Nannerl. Im November 2019 j\u00e4hrt sich Leopold Mozarts Geburtsjahr zum 300. Mal. Anlass genug f\u00fcr eine ausf\u00fchrliche, n\u00e4here Betrachtung.<!--more--><\/p>\n<p>Nach einer kurzen fachlichen Einleitung unterteilt die Autorin Leopold Mozarts facettenreichen Charakter, seine T\u00e4tigkeitsfelder und Lebensstationen in sieben thematische Bereiche: Sohn des Buchbinders, Musiker, Komponist, Schriftsteller, Wegbereiter, Ratgeber und Gro\u00dfvater. Das mag erstmal wie ein grobes Raster klingen, funktioniert als Kategorien aber erstaunlich gut. Wie zu erwarten sind die ersten Kapitel relativ kurz und knackig geraten. Quellen daf\u00fcr sind Familienstammbaum, erhaltene Kompositionen und der rege und in weiten Teilen erhaltende Briefwechsel des Familienvaters mit allen m\u00f6glichen Leuten. Die Ereignisse rund um die Person werden immer wieder aufw\u00e4ndig in Zusammenhang gesetzt mit historischen Ereignissen w\u00e4hrend seiner Lebenszeit. Die Autorin st\u00fctzt sich dabei auf zeitgen\u00f6ssische Quellen, zitiert und kommentiert diese ausgiebig, pr\u00e4sentiert in Abbildungen gemalte und gezeichnete Portraits, Titelbl\u00e4tter, Briefe, etc.<\/p>\n<p>Besonders interessant sind die gut ausgew\u00e4hlten Briefzitate von Vater Leopold und Sohn Wolfgang. Die Notizen der gro\u00dfen Europareisen und der schriftliche Austausch w\u00e4hrend weiterer Reisen zeichnen sehr sorgf\u00e4ltig recherchierte, detailreiche Innenansichtigen. Dagegen wirken die musiktheoretischen Analysen an der ein oder anderen Stelle etwas zu ausf\u00fchrlich und abstrakt, auch weil die Schrift ohne Klangbeispiele oder Notenabdrucke erscheint. Gespannt ist man auf die letzten Kapitel, in denen das au\u00dfergew\u00f6hnliche Verh\u00e4ltnis zwischen Vater und Sohn abgehandelt wird. Obwohl sowohl Vater, als auch Tochter und Sohn lebenslang gro\u00dfe Teile ihres Einkommens als Instrumentallehrer verdient haben, erf\u00e4hrt der Leser bzgl. musikp\u00e4dagogischer Arbeit leider erstaunlich wenig. Auch die aufschlussreichen Londoner Skizzenb\u00fccher werden nur nebenbei erw\u00e4hnt. Etwas mehr Raum wird zwar der Violinenschule des Vaters einger\u00e4umt, aber es geht dabei eher um sein Gesp\u00fcr f\u00fcr finanzielle Angelegenheiten als musikp\u00e4dagogische Inhalte.<\/p>\n<p>Die Biografie endet abrupt mit dem Tod des Portraitierten und der Versteigerung seines Besitzes. Ein kurzer Abriss \u00fcber die Einsch\u00e4tzung seiner Position im Laufe der folgenden Jahrhunderte und die weitere Wirkung seines musikp\u00e4dagogischen und kompositorischen Werkes w\u00e4re sicherlich interessant gewesen.<\/p>\n<p>Silke Leopolds Schreibstil ist erfahren, kompetent und routiniert, aber auch etwas trocken, umst\u00e4ndlich und humorlos. Zum Gl\u00fcck sind die zahlreichen Zitate klug gew\u00e4hlt und lockern mit ihren eigenen Skurrilit\u00e4ten den etwas zu wissenschaftlich anmutenden Text etwas auf. Fachlich ist der Autorin nichts vorzuwerfen. Alle Zitate und Darstellungen sind l\u00fcckenlos belegt.<\/p>\n<p>Fazit: Silke Leopold wird dem facettenreichen und teilweise auch widerspr\u00fcchlichen Leben Leopold Mozarts gerecht. Es muss viel M\u00fche gemacht haben die vielen verschiedenen Zitate, Darstellungen und Belege zusammenzusammeln und zu bewerten. Weil Leopold Mozart als einfacher Handwerkssohn aus Augsburg, \u00fcber die Anstellung als Kammerdiener in Salzburg bis zu Besuchen bei K\u00f6nigs- und F\u00fcrstenh\u00e4usern in halb Europa einen f\u00fcr damalige Verh\u00e4ltnisse unglaublichen gesellschaftlichen Bogen geschlagen hat, ist sein Lebensweg besonders spannend und diese Biografie in h\u00f6chstem Ma\u00dfe lesenswert.<\/p>\n<p>Das gebundene Buch erscheint bei B\u00e4renreiter | Metzler, hat 280 Seiten und kostet knapp 30 Euro.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Autorin Silke Leopold ist eine profilierte, deutsche Musik- und Theaterwissenschaftlerin. Nach diversen Ver\u00f6ffentlichungen in der Reihe \u201eB\u00e4renreiter Studienb\u00fccher Musik\u201c und zuletzt einer Biografie \u00fcber Claudio Monteverdi (2017) legt sie mit \u201eLeopold Mozart\u201c diesmal eine besondere biografische Schrift vor. 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