{"id":7251,"date":"2019-11-26T14:55:09","date_gmt":"2019-11-26T13:55:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=7251"},"modified":"2019-11-26T14:55:09","modified_gmt":"2019-11-26T13:55:09","slug":"op-zwoelf-monate-spaeter-kw48-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2019\/11\/26\/op-zwoelf-monate-spaeter-kw48-2019\/","title":{"rendered":"OP: Zw\u00f6lf Monate sp\u00e4ter (KW48\/2019)"},"content":{"rendered":"<p>Old man, take a look at your life.<br \/>\n(Neil Young, 1972)<\/p>\n<p>Nahezu auf den Tag genau vor zw\u00f6lf Monaten wurde im Zuge einer OP mein gerissenes Kreuzband im rechten Knie mit einer k\u00f6rpereigenen Sehne ersetzt. Gem\u00e4\u00df meines physiotherapeutischen Nachbehandlungsplans habe ich die ersten Wochen tags\u00fcber eine post-operative 4-Punkt Orthese getragen, nachts eine Mecronschiene, zur Fortbewegung habe ich immer Kr\u00fccken verwendet und das operierte Bein nur mit 20% belastet. Nach sechs Wochen begann das Aufbautraining, das von physiologischer Betreuung begleitet wurde: Zweimal die Woche Physiotherapie und zweimal die Woche Lymphdrainage. Es war atemberaubend wie sehr sich meine Muskulatur ums Knie in den sechs nahezu bewegungslosen Wochen zur\u00fcckgebildet hatte.<!--more--><\/p>\n<p>Streckung und Beugung liefen aber von Tag zu Tag besser, die allt\u00e4glichen, kleinen Bewegungen (langsames Gehen, Treppen) und erste t\u00e4gliche \u00dcbungen (leichte Kniebeugen, Einbeinstand) taten gut und zeigten Wirkung. Ich erweiterte meinen Bewegungsradius durch leichte Spazierg\u00e4nge mit Wanderst\u00f6cken (Mein Hausberg W\u00fcrzburger Stein). Ab der achten Woche war die Beugung weit genug, dass ich wieder kurbeln und Rad fahren konnte. Schwierig war dabei gar nicht das Fahren geradeaus, sondern eher das Auf- und das Absteigen und die Angst davor pl\u00f6tzlich bremsen oder ausweichen zu m\u00fcssen und dabei zu st\u00fcrzen. Weil das Knie nicht weh tat, ging es dann ziemlich schnell: Erst 5km, dann 10km und ab der zehnten Woche bereits mehrfach Ochsenfurt-W\u00fcrzburg, das sind ca. 20km. Ende der elften Woche bereits eine 2\u00bdh-Tour mit ca. 50km Strecke, war kein Problem, nicht das Knie, sondern R\u00fccken und Hintern taten danach weh.<\/p>\n<p>Weiterhin machte ich t\u00e4glich meine \u00dcbungen, die mittlerweile viel mit Strecken und Dehnen zu tun hatten. Kniebeugen, Ausfallschritt, Einbeinstand, Klappmesser, eigentlich nichts Besonderes, aber zuerst eine furchtbare Qu\u00e4lerei. Stehen, Gehen, Radfahren war kein Problem mehr, Schmerzen auch \u00fcberhaupt kein Thema, ich machte weiterhin langsam um nichts zu provozieren und bei irgendeiner unvorhergesehenen Bewegung dumm umzuknicken. Noch gar nicht ging dagegen Joggen, Rennen und H\u00fcpfen, da sp\u00fcrte ich bereits am allerersten Ansatz, dass ich das nicht machen sollte und mache es auch nicht.<\/p>\n<p>Physio war nach ca. drei Monaten beendet, Lymphen sogar schon etwas fr\u00fcher. Die t\u00e4glichen, kleinen und nervigen \u00dcbungen daheim und m\u00f6glichst viel allt\u00e4gliche Bewegung zwischendurch (Spazieren, Treppen, Radfahren) waren meiner Meinung nach der Schl\u00fcssel um z\u00fcgig wieder fit und bewegungssicher zu werden. Die \u00dcbungen machte ich im Laufe der Monate immer weniger, die t\u00e4gliche Bewegung dagegen immer mehr.<\/p>\n<p>Ein halbes Jahr nach der OP war ich f\u00fcr ein paar Tage Wandern im deutsch-\u00f6sterreichischen Grenzgebiet. Wald- und Feldwege, bergaufw\u00e4rts und eine lange Kammwanderung (4h) mit Wanderst\u00f6cken waren kein Problem, abw\u00e4rts ging\u2018s aber lieber mit der Gondel um (beide) Knie zu schonen. Davor und auch danach regelm\u00e4\u00dfige Radtouren (2-3 pro Woche, jeweils 20-60km), war \u00fcberhaupt kein Problem, sondern eher eine Wohltat.<\/p>\n<p>Vollkommen vermieden habe ich bis zum jetzigen Zeitpunkt Kontaktsportarten wie Fu\u00dfball, Basketball, Volleyball etc. Gehen, Laufen, Wandern dagegen funktioniert problemlos und vollkommen angstfrei. Vor vier Wochen war ich erstmals bei der lockeren Skigymnastik (60 Min, allround), inkl. leichtes Joggen, leichte Spr\u00fcnge, Kraft\/Ausdauer. Lief gut, aber ich sp\u00fcrte immer noch eine kleine Unsicherheit auf der operierten Seite, insbesondere bei Richtungswechseln (Turnhalle). \u00dcber den Winter will ich ganz lockeres Joggen ausprobieren, evtl. mit Geh-Einheiten, aber auf keinen Fall gro\u00dfen Schritte und auch nur kurze Distanz (5km).<\/p>\n<p>Habe mir \u00fcberlegt, dass ich im Juni 2020 gerne den M\u00fcnchner Stadtlauf (10km) mitmachen w\u00fcrde um mir zu beweisen, dass auch das wieder geht. Mal sehen, ist noch Zeit.<\/p>\n<p>W\u00fcrde sagen, dass ich auf einer Skala von 0-100, bei der 100 als urspr\u00fcnglicher Wert (vor dem Unfall) steht, auf ca. 75-80 angekommen bin und sehr viel mehr wird sich wohl nach meiner Einsch\u00e4tzung nicht mehr entwickeln. Bewegung ist und bleibt der Schl\u00fcssel, aber ich muss weiterhin vorsichtig sein. Nochmal will ich so einen langwierigen Heilungsprozess nach M\u00f6glichkeit nicht durchmachen m\u00fcssen. Daran denke ich bei jeder sportlichen Bet\u00e4tigung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Old man, take a look at your life. (Neil Young, 1972) Nahezu auf den Tag genau vor zw\u00f6lf Monaten wurde im Zuge einer OP mein gerissenes Kreuzband im rechten Knie mit einer k\u00f6rpereigenen Sehne ersetzt. 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