{"id":7316,"date":"2019-12-17T09:00:31","date_gmt":"2019-12-17T08:00:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=7316"},"modified":"2019-12-17T09:00:31","modified_gmt":"2019-12-17T08:00:31","slug":"liner-notes-one-man-band-2019","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2019\/12\/17\/liner-notes-one-man-band-2019\/","title":{"rendered":"Liner Notes: One Man Band (2019)"},"content":{"rendered":"<p>Das Album \u201eOne Man Band\u201c erscheint weltweit am 15. Dezember 2019 auf allen g\u00e4ngigen Download- und Streamingportalen. Weil es keine gepresste CD und demzufolge auch kein Booklet gibt, hier Einzelheiten zu Besetzung und ein pers\u00f6nlicher Kommentar zur Songauswahl.<\/p>\n<p><strong>01. One Man Band (Leo Sayer)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitar, harmonica, drums<\/p>\n<p>Diesen Song habe ich schon seit fast zwei Jahrzehnten in meinem pers\u00f6nlichen Repertoire, aber er hat es nie auf eine Setlist oder ein Album geschafft. Kennengelernt habe ich ihn auf der LP \u201eVery-Best of Leo Sayer\u201c (1979). Der Song wurde von Leo Sayer zusammen mit David Courtney im Jahr 1972 geschrieben und erstmals von Roger Daltrey (The Who) auf seinem Solo-Debutalbum \u201eDaltrey\u201c (1973) ver\u00f6ffentlicht. Ein Jahr sp\u00e4ter erschien Sayers eigene Version auf seinem Album \u201eJust a boy\u201c (1974). Mir hat der Song, aber auch der Text immer schon gut gefallen. Den sollte eigentlich jeder Stra\u00dfenmusiker und Folks\u00e4nger auf Zuruf spielen k\u00f6nnen. Falls niemand zuh\u00f6rt oder Geld in den Gitarrenkoffer wirft, kann man ihn sich auch selbst zum Trost vorsingen. F\u00fcr mich ist dieser alte Lieblingssong Ausgangspunkt, Klangkonzept und Titelgeber f\u00fcr das gleichnamige Album geworden. Viel mehr kann man von einer Fremdkomposition nun wirklich nicht verlangen.<\/p>\n<p><strong>02. Brand New Key (Melanie Safka)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitar, drums &amp; percussion<\/p>\n<p>Meine Schwester hei\u00dft Melanie. Deswegen liefen bei uns zuhause in den 1970ern immer mal wieder die Hits der gleichnamigen amerikanischen Folks\u00e4ngerin Melanie (Safka). Ich kann mich erinnern, dass die Singles in einem der unz\u00e4hligen Single-Sammelalben meines Vaters einsortiert war, unter M, nicht unter S, weil der Nachname damals keinem gel\u00e4ufig war. \u201eBrand New Key\u201c ist ein naives Kinderlied. Sexuelle Anspielungen, die dem Song nach der Ver\u00f6ffentlichung zugeschrieben wurden, hat die Singer\/Songwriterin mehrfach zur\u00fcckgewiesen, trotzdem wurde er auf manchen Radiostationen in den 1970er Jahre deswegen boykottiert. Heutzutage w\u00fcrde man \u00fcber derartige Anschuldigungen nur m\u00fcde lachen.<\/p>\n<p><strong>03. The Hard Way Every Time (Jim Croce)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitars, harmonica, drums<\/p>\n<p>Ein Jim-Croce-Song muss auf jedem meiner Alben dabei sein. Hier der Song \u201eThe Hard Way Every Time\u201c, weil ich in vielen (nicht allen) Situationen meines Lebens entsprechende Erfahrungen gemacht habe. Es war der letzte Song der B-Seite auf seinem letzten Studioalbum \u201eI got a name\u201c (1973) und erschien posthum. Dem Song k\u00f6nnte daher eine besondere Bedeutung zufallen. Weit \u00fcberstrahlt wurde er aber von \u201eTime in a bottle\u201c von seinem Debutalbum \u201eYou don\u2019t mess around with Jim\u201c (1972). Es gibt so viel wunderbare Songs von ihm. Ich will irgendwann jeden von ihnen gesungen und aufgenommen haben.<\/p>\n<p><strong>04. Daydream (John Sebastian)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals &amp; voices, acoustic guitars, drums<\/p>\n<p>In den 1960er Jahren \u00fcberschattete die Popularit\u00e4t von britischen Bands wie The Beatles, The Rolling Stones, Kinks, Animals etliche interessante Ver\u00f6ffentlichungen aus den bis dahin in der Popmusik so dominanten USA. So auch \u201eThe Lovin\u2018 Spoonful\u201c mit S\u00e4nger und Songschreiber John Sebastian. Auf ihrem zweiten Album \u201eDaydream\u201c (1966) erschien selbiger Song und erreichte Platz 2 der US-amerikanischen Top 40. Dieser und einige andere Dream-Songs der \u00c4ra (z.B. \u201eDream a little dream\u201c, \u201eCalifornia Dreamin\u2018\u201c, \u201eDreams are ten a Penny\u201c) wurden danach zu modernen Klassikern. Man kennt Melodie, Text und Titel aber fast nie die Interpreten oder gar Songschreiber. F\u00fcr mich ein wundersch\u00f6ner Song \u00fcber das Tagtr\u00e4umen. Es ist mindestens so gesund wie Yoga! Probier mal!<\/p>\n<p><strong>05. Freight Train (Elizabeth Cotton)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: acoustic guitar, harmonica, drums<\/p>\n<p>Mit 13 Jahren besch\u00e4ftigte ich zum ersten Mal ernsthaft mit der Gitarre, die bei uns ungespielt in der Wohnung rumstand. Nachdem ich mir m\u00fchsam ein paar Akkorde zusammengefingert und ein paar Tabulaturen durchgestochert hatte, kam mir durch irgendeinen Zufall das Gitarrenheft \u201eFolk Picking f\u00fcr Finger-Style Guitar\u201c des M\u00fcnchner Gitarristen Siegfried (Sigi) Schwab in die H\u00e4nde. In den folgenden Monaten und Jahren spielte ich Band 1 bis 3 und weitere B\u00fccher von ihm und Peter Horton im Selbststudium durch. Im ersten Band steht bald am Anfang der legend\u00e4re Pickingtune \u201cFreight Train\u201c von Elizabeth Cotton in einem einfachen Arrangement. Das habe ich gespielt bis meine Familie um Gnade gewinselt hat. Ich kann das heute noch zu jeder Tageszeit und in jedem Bewusstseinszustand spielen. Irgendwann musste ich ihn auch mal aufnehmen und habe festgestellt: ich spiele die Melodie immer noch gerne.<\/p>\n<p><strong>06. I don\u2019t know where I\u2019m going but I\u2019m going nowhere in a hurry to (Steve Goodman)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitar, drums<\/p>\n<p>Einer der irrsten und l\u00e4ngsten Songs des US-Folkrevivals der 1960er Jahre ist mit ziemlicher Sicherheit \u201eAlice\u2019s Restaurant\u201c von Arlo Guthrie, dem Hippiesohn des legend\u00e4ren US-amerikanischen Folks\u00e4ngers Woody Guthrie. Der Song ist eine kilometerlange, sehr unterhaltsame und lustige Geschichte \u00fcber eine Musterung f\u00fcr den Milit\u00e4rdienst w\u00e4hrend des Vietnamkriegs. Guthrie interpretierte jedoch auch das monumentale \u201eCity of New Orleans\u201c. Seine Version machte mich aufmerksam auf das Werk des leider viel zu jung verstorbenen Singer\/Songwriters Steve Goodman. \u201eCity\u201c habe ich bereits auf \u201eElectric Country Soul\u201c (2013) interpretiert. Auch gut gefallen tut mir das legend\u00e4re \u201eA dying Cup Fans Last Request\u201c, aber der Song \u00fcber eine erfolglose Baseballmannschaft aus Chicago w\u00e4re au\u00dferhalb der USA wohl schwer vermittelbar. Auff\u00e4llig in seinem Werk ist aber auch ein Song mit dem extra-langen Titel \u201eI don\u2019t know where I\u2019m going but I\u2019m going nowhere in a hurry to\u201c von seinem selbstbetitelten Debutalbum (1971). Es geht darin um Menschen und Tiere, die sich auch in brenzligen Situationen nicht aus der Ruhe bringen lassen und ganz langsam weiter machen. Geht nicht immer gut aus.<\/p>\n<p><strong>07. Take this letter (Rab Noakes)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitar, drums<\/p>\n<p>Mitte der 1980er Jahre lief ich bei einem Besuch bei meiner Gro\u00dfmutter in Berlin alleine in den Schallplattenladen im Europcenter in der N\u00e4he der Ged\u00e4chtniskirche am Ku\u2019damm. Im Laden lief Musik, die mich sofort elektrisierte. Ich fragte den Verk\u00e4ufer und er zeigt wortlos auf ein Plattencover auf einem Regal, gerade vom Vertrieb eingetroffen und gleich auf den Plattenteller gelegt. Zum ersten Mal h\u00f6rte ich (evtl. als einer der ersten in Berlin\/Deutschland\/Kontinentaleuropa) das Album \u201eUnder the Rain\u201c (1984) des schottischen Singer\/Songwriters Rab Noakes, der Verk\u00e4ufer wollte sich wohl gerade selbst mal ein Bild davon machen. Ich kaufte das Album sofort, machte mir daheim eine Kassette und die h\u00f6rte ich jahrelang, immer wieder. Mir ist sie gel\u00e4ufiger als viele Hits der 80er, ich kennen sie in- und auswendig. Noakes ist ein gro\u00dfartiger S\u00e4nger, tolle Phrasierung, er sang schon Background f\u00fcr u.a. Gerry Rafferty. Er hat eine hohe Tenorlage, ich dagegen kann weder hoch, noch richtig tief singen, bei einem der Albumsongs funktionierte es aber: \u201eTake this letter\u201c. Noch dazu hat der Song eine sch\u00f6ne Pickingbegleitung in Drop D. Das Album erschien nie auf CD und ist bis heute auch nicht als Download oder Stream erh\u00e4ltlich. Mein Vinylalbum von damals ist dagegen noch wie neu, habe es nur einmal abgespielt um die Kassette zu ziehen, danach nie wieder aus der H\u00fclle genommen. Hat alle Umz\u00fcge \u00fcberlebt und steht unversehrt in meinem Wohnzimmerschrank.<\/p>\n<p><strong>08. Walk right in (Rooftop Singers)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitar, drums<\/p>\n<p>Die Rooftop Singers waren ein US-amerikanische Folk-Gesangs-Trio. Im Dezember 1962 ver\u00f6ffentlichten sie ihre Version des einstrophigen Folksongs \u201eWalk right in\u201c mit dreistimmigem Gesang in einem starken Arrangement, begleitet von einer zw\u00f6lfsaitigen Gitarre. Die Vorlage f\u00fcr den einfachen, aber auf den Punkt arrangierten Song war ein Country Blues aus dem Jahr 1929 und stammte von Gus Cannon. Mit der Zeile \u201eWalk right in, sit right down, Daddy, let you mind roll on\u201c ist der Song ein stimmungsvolles Pl\u00e4doyer f\u00fcr den leider vollkommen aus der Mode gekommenen M\u00fc\u00dfiggang. Daran muss ich mich auch selbst in unregelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden erinnern. Die Gitarrenbegleitung ist noch dazu eine wohlklingende Strummingstudie im Carter-Stil.<\/p>\n<p><strong>09. Is it okay if I call you mine? (Paul McCrane)<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, ukulele, drums<\/p>\n<p>Der Song ist Teil des Soundtracks des Musicalfilms \u201eFame\u201c (1980). Es geht um fiktive Studenten der High School of Performing Arts in New York, die es damals tats\u00e4chlich gab und die unter einem anderen Namen heute noch existiert. Die Sch\u00fcler\/Studenten dort sind junge S\u00e4nger, Musiker, Schauspieler und T\u00e4nzer am Anfang ihrer Ausbildung\/Karriere. Verschiedenste Kunstsparten, Klassik und Pop, Tradition und Moderne prallen ungebremst aufeinander und es entsteht ein neues Gemisch. Die Geschichte hat aber auch tragische Momente u.a. verliebt sich ein Junge in ein M\u00e4dchen, stellt aber fest, dass er selbst eigentlich schwul ist. In einer Szene singt der Darsteller Paul McCrane selbst den von ihm selbst verfassten Song \u201eIs it okay if I call you mine?\u201c Es ist ein wunderbares Liebeslied, viel besser geht\u2019s nicht mehr.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Album \u201eOne Man Band\u201c erscheint weltweit am 15. Dezember 2019 auf allen g\u00e4ngigen Download- und Streamingportalen. Weil es keine gepresste CD und demzufolge auch kein Booklet gibt, hier Einzelheiten zu Besetzung und ein pers\u00f6nlicher Kommentar zur Songauswahl. 01. 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