{"id":7362,"date":"2020-01-13T11:17:20","date_gmt":"2020-01-13T10:17:20","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=7362"},"modified":"2020-01-13T11:17:20","modified_gmt":"2020-01-13T10:17:20","slug":"buch-im-land-der-kaputten-uhren-von-miriam-spies","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2020\/01\/13\/buch-im-land-der-kaputten-uhren-von-miriam-spies\/","title":{"rendered":"Buch: \u201eIm Land der kaputten Uhren\u201c von Miriam Spies"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-7361\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover-193x300.jpg\" alt=\"\" width=\"193\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover-193x300.jpg 193w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover-658x1024.jpg 658w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover-768x1195.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover-987x1536.jpg 987w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover-1317x2048.jpg 1317w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover-1200x1867.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/01\/ImLandDerKaputtenUhrenCover.jpg 1609w\" sizes=\"(max-width: 193px) 100vw, 193px\" \/><\/a>Miriam Spies, Jahrgang 1982, stammt aus Mainz und studierte Germanistik und Kulturanthropologie. 2017 erschien die interessante Bandbiografie \u201eDas ist DAF\u201c, an der sie zusammen mit anderen mitgeschrieben hat. Nun hat sie mit \u201eIm Land der kaputten Uhren\u201c einen langwierigen Bericht \u00fcber eine chaotische Rundreise in Marokko geschrieben. Es ist ein durchwachsenes Debut.\u00a0Miriam Spies nennt ihre Reise einen Roadtrip, allerdings mit viel Road und wenig Trip. Sie ist von Anfang der Reise \u00fcberm\u00fcdet, kr\u00e4nklich, erk\u00e4ltet, ersch\u00f6pft, hungrig und pleite. Vor allem aber ist sie ahnungslos und planlos. Sie treibt und m\u00e4andert von einer marokkanischen Stadt zur n\u00e4chsten, wird von Fremden im Auto mitgenommen, f\u00e4hrt in \u00dcberlandbussen, schl\u00e4ft in Pensionen, Hostels, bei Bekanntschaften und deren Familien. Sie trifft zuf\u00e4llig irgendwelche Freunde und Bekannte, verliert sie aber genauso unvorhergesehen wieder aus den Augen, verplempert irgendwie ihre Zeit, f\u00e4hrt irgendwo hin, sitzt irgendwo rum bis dort dann auch wieder genau nichts passiert. Das ist als Einstieg schon okay, aber irgendwann h\u00e4tte man als Leser schon gerne mal so etwas \u00e4hnliches wie eine Handlung.<!--more--><\/p>\n<p>Mehrmals gibt sie sich als Bewunderin des deutschen Reisejournalisten Helge Timmerberg zu erkennen und so ist das Reiseziel Marokko leider nicht sehr originell. Hier hat Timmerberg etliche Jahre gelebt, etliche seiner Anekdoten haben hier ihren Ursprung. Die Autorin schwadroniert von New Journalism und Gonzo-Journalismus, erw\u00e4hnt Kerouacs \u201eOn the Road\u201c und den US-amerikanischen Autor Hunter S. Thompson. Dabei vergisst sie, dass es mehr als 50 Jahre her ist, dass deren Stile neu und innovativ waren und es heutzutage nicht nur ihr, sondern auch den meisten anderen schwer fallen d\u00fcrfte die Meister in ihren eigenen Genres zu \u00fcbertreffen oder auch nur ann\u00e4hernd mitzuhalten.<\/p>\n<p>Miriam Spies verf\u00fcgt sehr wohl \u00fcber eine besondere Beobachtungsgabe und kann grunds\u00e4tzlich auch schreiben, nur geben ihre Anschauungsobjekte und Geschichten einfach nicht sehr viel her. Da w\u00e4re ein roter Faden, ein Handlungsstrang, ein tieferer Beweggrund hilfreich gewesen, so wie es Timmerberg \u00fcbrigens immer hat und mag er noch so absurd sein. Auch der Buchtitel (\u201ekaputte Uhren\u201c) spielt im Verlauf des Textes quasi keine erw\u00e4hnenswerte Rolle mehr.<\/p>\n<p>Letztendlich erf\u00e4hrt man wenig \u00fcber Marokko und noch viel weniger \u00fcber Miriam Spies und das ist vielleicht das entt\u00e4uschendste, wenn man die knapp 300 Seiten hinter sich hat. Man wei\u00df weder warum sie die Reise auf sich nimmt, noch was sie sich erhofft hatte oder zu erfahren glaubte. Nach der ruhmlosen R\u00fcckkehr ist sie (und auch der Leser) einfach nur froh, dass die sinnlose Qu\u00e4lerei endlich vorbei ist. Auch warum sie von Beginn ihrer Reise zu wenig Geld dabei hat und sich in einem fremden, muslimischen Land am liebsten nur durchschnorren will bleibt unklar und man ist als Au\u00dfenstehender immer wieder etwas peinlich ber\u00fchrt. Angeblich f\u00e4hrt Spies seit 2014 j\u00e4hrlich mindestens einmal nach Marokko. Wenn das, was sie niedergeschrieben hat, alles ist, was dabei rauskommt, sollte sie mal dringend das Reiseziel oder noch besser den Ansatz \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Fazit: Planlos und hyperaktiv unterwegs ohne Sinn und Verstand.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miriam Spies, Jahrgang 1982, stammt aus Mainz und studierte Germanistik und Kulturanthropologie. 2017 erschien die interessante Bandbiografie \u201eDas ist DAF\u201c, an der sie zusammen mit anderen mitgeschrieben hat. 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