{"id":7568,"date":"2020-04-24T10:27:34","date_gmt":"2020-04-24T08:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.dennisschuetze.de\/blog\/?p=7568"},"modified":"2020-05-08T18:10:48","modified_gmt":"2020-05-08T18:10:48","slug":"neue-normalitaet-kw17-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2020\/04\/24\/neue-normalitaet-kw17-2020\/","title":{"rendered":"\u201eNeue Normalit\u00e4t\u201c (KW17\/2020)"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/IMG_1414-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-7567 size-large\" src=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-1024x736.jpg\" alt=\"\" width=\"584\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-1024x736.jpg 1024w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-300x216.jpg 300w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-768x552.jpg 768w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-1536x1104.jpg 1536w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-2048x1472.jpg 2048w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-1200x863.jpg 1200w, https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/IMG_1414-1-1980x1424.jpg 1980w\" sizes=\"(max-width: 584px) 100vw, 584px\" \/><\/a>Hinter mir liegt die erste Woche in der \u201eneuen Normalit\u00e4t\u201c. Meine Familie und ich hatten so sehr gehofft, dass am Montag nach den Osterferien die Schulen wieder ge\u00f6ffnet werden, meine Kinder von ihren Lehrern unterrichtet werden und ich meinem Beruf als Instrumentallehrer nachgehen kann. Aber es kam anders bzw. wie bef\u00fcrchtet.<\/p>\n<p>Es ist schon erstaunlich. Angebliche Experten empfehlen erst dringend das eine (keine Maske!), dann das Gegenteil davon (Maske!), Politiker beschlie\u00dfen erst gemeinsam (!) das eine, dann macht jeder der Beteiligten etwas anderes, viele Entscheidungen sind mit gesundem Menschenverstand beim besten Willen nicht mehr nachvollziehbar (800m2) und schon gar nicht in die Praxis umzusetzen. Wer dazu Beispiele braucht, dem empfehle ich nur mal versuchsweise als Selbst\u00e4ndiger mit vier Kindern und einer Frau in einer 100m2-Wohnung bei allgemeiner Ausgangsbeschr\u00e4nkung und Kontaktverbot f\u00fcr sechs Wochen Homeschooling und Home-Office zu betreiben. Kluge Ratschl\u00e4ge bekommt man da gerne von Menschen, die kinderlos, finanziell vollversorgt und\/oder von der Arbeit quasi freigestellt sind.<!--more--><\/p>\n<p>H\u00f6hepunkt des absoluten Irrsinns war der Montagmorgen. \u00dcber\u2019s Wochenende waren Duschkopf und Schlauch in unserem Bad zerbr\u00f6selt, was f\u00fcr ein Gl\u00fcck, dass die Baum\u00e4rkte zum Wochenbeginn wieder \u00f6ffneten. Ich also hin, obwohl erst kurz nach 8.00 standen schon viele Kunden vor der T\u00fcr. Am Eingang eine Bierbank, dahinter und au\u00dfenrum keine Baumarktmitarbeiter, sondern private Security, die f\u00fcr 50 Cent \u201eMasken\u201c nach Yps-Gymmick-Art verkauften: Ein orangener Bastelbogen aus perforierter Pappe zum selber zusammenfalten und auf die Nase setzen, unten, oben, seitlich tritt ungefilterte Atemluft aus\/ein. Ich denke allen Beteiligten war vollkommen klar, dass dieser Schwachsinn aus epidemiologischer Sicht einfach mal \u00fcberhaupt gar nichts bringt, sondern nur aufzeigt wie hilflos durchgedreht unsere Gesellschaft bereits geworden ist. Im Baumarkt drinnen dann nat\u00fcrlich keine Mitarbeiter, sondern noch mehr Securitym\u00e4nner, die wohl dazu da waren die Einhaltung der selbstauferlegten Maskierung zu \u00fcberwachen, aber weder Lust hatten irgendwelche Konflikte mit Kunden auszufechten, noch irgendeine Chance hatten in dem G\u00e4nge- und Regallabyrinth irgendwie den \u00dcberblick zu behalten. Und warum auch? In welcher Art Ladengesch\u00e4ft gibt es bitte mehr Ausweichraum als in einem Baumarkt?<\/p>\n<p>Um meinen eigenen Unterrichtsbetrieb aufrecht zu erhalten hatte ich bereits Ende letzter Woche die Umstellung auf Videoschalte angek\u00fcndigt. Lief etwas schleppend an, ganz wenige Sch\u00fcler habe ich anscheinend ohne weitere Erkl\u00e4rung verloren, aber die allermeisten haben sehr positiv reagiert und ohne Murren mitgemacht, vielleicht waren die Eltern auch froh, dass die Kinder sinnvoll besch\u00e4ftigt sind, einen kleinen Impuls von au\u00dfen bekommen und mit dem Unterricht ein bisschen althergebrachter Alltag in den neuen Familientrott zur\u00fcckkehrt. Wie immer waren die Ansprechpartner innerhalb der Familien die M\u00fctter meiner Sch\u00fcler. Es ist auch hier wieder sehr auff\u00e4llig, dass fast immer die Frauen das Homeschooling, die Kommunikation mit den Lehrern und sogar die technischen Aspekte dieser Aufgaben ohne viel Heckmeck erledigen und zwar so, dass es am Ende einfach klappt. Danke schon mal daf\u00fcr, vergesst die Lehrer, auf die M\u00fctter ist Verlass. Das unterrichten war dann fast so wie immer, nur musste ich aufgrund der technischen Bedingungen lernen mein Gegen\u00fcber aussprechen zu lassen, nicht immer ins Wort zu fallen und deren angefangene S\u00e4tze nicht selbst zu beenden (wie ich es anscheinend sonst oft tue). Der Austausch wird dadurch echt dialogisch, im Idealfall ohne akustische \u00dcberschneidungen und das ist eigentlich gar nicht so schlecht. Ich hatte die Unterrichtshefte vor mir liegen, konnte mitlesen und Dinge erkl\u00e4ren, bei den Kleinen assistierten die M\u00fctter im Hintergrund. V\u00e4ter habe ich bei keiner meiner Videoschalten zu Gesicht bekommen, aber das ist im wahren Unterrichtsleben ja meist auch so. Nicht so ideal ist, dass ich keine Notizen in die Noten machen kann, aber auch daf\u00fcr gab\u2019s eine L\u00f6sung (Notiz ins eigene Heft, Foto machen, senden). Sieht ja so aus, als wenn die Schulen f\u00fcr die meisten Sch\u00fcler noch einige Wochen geschlossen blieben, ich sch\u00e4tze mal bis mindestens nach den Pfingstferien. Mit den Videoschalten werde ich diese Zeit \u00fcberbr\u00fccken k\u00f6nnen und das liegt an der Mitarbeit dieser vielen flei\u00dfigen M\u00fctter, thx.<\/p>\n<p>Wenn ich nicht per Videoschalte unterrichte oder selbst beim innerh\u00e4uslichen Homeschooling assistiere, habe ich immer noch etwas Zeit an meinen eigenen Projekten zu arbeiten. Die Album-Kompilation \u201cSo klingt W\u00fcrzburg 2020!\u201c nimmt langsam Gestalt an, die K\u00fcnstler haben in Absprache ihre Tracks ausgew\u00e4hlt, 2-3 davon liegen noch im Mix, wenn alle fertig sind, geht\u2019s Mitte Mai ins Mastering, erscheinen wird das Album mit ca. 16 Tracks voraussichtlich im Juni, sp\u00e4testens Juli 2020, also noch vor Beginn der Sommerferien, die wir vermutlich alle auf dem eigenen Balkon verbringen werden.<\/p>\n<p>Weiter geht\u2019s auch mit der eigenen Albumproduktion \u201eI\u2018m still here\u201c, die ich \u2013 ich traue es mich kaum in die Tastatur zu tippen \u2013 bereits 2018 begonnen habe. Alle meine Albumproduktionen mit eigenen Songs haben mich bisher l\u00e4nger besch\u00e4ftigt als geplant und wurden im Verlauf teilweise zu einer echten Geduldsprobe bzw. Belastung f\u00fcr mich und andere, tiefere Traumata konnten aufgrund der Abschl\u00fcsse (Release!) immer gerade noch verhindert werden. Auch diesmal muss ich darauf achten, dass der Prozess nicht wieder zu meinem eigenen kleinen \u201eChinese Democracy\u201c (GnRs arbeiteten 14 Jahre in ihrem Album) wird. Dbzgl. gibt es aber Entwarnung, denn eine mehrmonatige Blockade hat sich aufgrund zuf\u00e4lliger, aber ausgesprochen g\u00fcnstiger Konstellationen gel\u00f6st! Beim Schreiben der Songs und konzipieren der Produktion war noch ein etablierter E-Gitarrist fest eingeplant, der mir aber vor mehr als einem Jahr abhandenkam und nicht ersetzt werden konnte\/sollte\/musste. Ich dachte mir, dann spiel ich die E-Gitarrenparts und Solos eben selbst ein, musste aber feststellen, eigentlich will ich das gar nicht, das bin gar nicht ich. Ich selbst wollte sowieso nie so viel verzerrte E-Gitarren auf meinem Album haben, nicht \u00fcberall solistische Einw\u00fcrfe und epochale Solos platziert sehen. Aber was stattdessen? Tja, bis ich auf die Frage kam, hat\u2019s gedauert und als sie formuliert war, hatte ich so schnell auch keine Antwort parat. Dann kam Bond, James Bond.<\/p>\n<p>F\u00fcr \u201eJames Bond 007\u201c (2020) habe ich zu einem Instrument gegriffen, das sich dann schnell zum zentralen klanglichen Element des gesamten Albums entwickelt und einiges in mir freigesetzt hat. Resonatorguitar everywhere. Die L\u00fccken au\u00dfenrum habe ich mit echtem (!) Violoncello und Klavier bzw. klassischen Tasteninstrumenten (Wurlitzer, Rhodes, Mellotron) gef\u00fcllt und das f\u00fchlte sich sehr gut an, denn da komm ich her, no shit. Acoustic Americana, fr\u00fcher nannte man es Folkrock, is my game, da bin ich zuhause, #stay@home, warum bin ich da nicht gleich draufgekommen? Ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte der Produktion ist schon eingespielt und entspricht in weiten Teilen der neuen stilistischen Ausrichtung, der andere Teil wurde letztes Jahr mit E-Gitarren eingespielt, die sind aber jetzt gestrichen und werden mit einem Wall of Sound aus Resonatorgitarre, Cello und Wurlitzer neu instrumentiert und sind auf diese Weise aus einem Dornr\u00f6schenschlaf wachgek\u00fcsst worden. Konzept steht, Umsetzung steht unmittelbar bevor. Ver\u00f6ffentlichungsdatum f\u00fcr das Album gebe ich nicht an, hat mir bisher kein Gl\u00fcck gebracht, aber der Bann scheint gebrochen.<\/p>\n<p>Fazit: Der Workflow f\u00fcr die \u201eneue Normalit\u00e4t\u201c ist etabliert. Krise als Chance. Wird schon irgendwie werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinter mir liegt die erste Woche in der \u201eneuen Normalit\u00e4t\u201c. 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