{"id":8179,"date":"2020-11-24T06:00:48","date_gmt":"2020-11-24T04:00:48","guid":{"rendered":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/?p=8179"},"modified":"2020-11-25T12:02:22","modified_gmt":"2020-11-25T10:02:22","slug":"liner-notes-still-here-2020-teil-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2020\/11\/24\/liner-notes-still-here-2020-teil-2\/","title":{"rendered":"Liner Notes: &#8222;Still Here&#8220; (2020), Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Das Album \u201eStill Here\u201c erscheint weltweit am Freitag, den 20.11.2020 auf allen g\u00e4ngigen Download- &amp; Streamingportalen. Weil es keine gepresste CD und demzufolge auch kein Booklet gibt, hier Einzelheiten zu Besetzung und ein pers\u00f6nlicher Kommentar zu jedem Song, Teil 2.<!--more--><\/p>\n<p><strong>06. My Granddad<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitar, harmonica, piano, bass, Jan Hees: drums<\/p>\n<p>Meinen Gro\u00dfvater v\u00e4terlicherseits habe ich leider nicht kennengelernt, er starb einige Jahre vor meiner Geburt. Ich kannte nur die anekdotenhaften Geschichten seiner Kinder, meinen Onkeln und Tanten. Geboren 1902 in Flatbush (jetzt New York), USA, kehrte er bereits als Kind mit seiner Familie nach Berlin in das wilhelminische Deutsche Reich zur\u00fcck und erlebte hier als Jugendlicher und junger Mann Anfang und Ende des ersten Weltkriegs, die Weimarer Republik und die Goldenen Zwanziger Jahre. Er scheint ein lebenslustiger und einfallsreicher Mann gewesen zu sein, der gerne auf Reisen und in Gesellschaft war, er trank und rauchte, spielte Karten, zupfte die Gitarre, konnte gut Geschichten erz\u00e4hlen und faszinierte die Kinder mit Taschenspielertricks und kleinen Zaubereien. Obwohl er am Krieg nicht teilgenommen hat, hat ihn die Kriegs- und Nachkriegszeit gebrochen. Doch w\u00e4hrend des Krieges gelang es ihm seine gesamte Familie inkl. Eltern, Frau, Ex-Frau und f\u00fcnf Kindern von Berlin in ein Bergdorf nach Gerlos in Tirol zu evakuieren. Sie \u00fcberlebten dort in sehr bescheidenen Verh\u00e4ltnissen bis nach dem Krieg und blieben k\u00f6rperlich vollkommen unversehrt. Danach kehrten sie wieder ins ausgebombte Berlin zur\u00fcck. Das war sein allergr\u00f6\u00dfter Zaubertrick und es ist bis heute unklar, ob ihm das eigentlich bewusst gewesen ist.<\/p>\n<p><strong>07. Everybody Ought to Treat a Stranger Right<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, resonator guitar, ebass, Nina Clarissa Frenzel: cello, Jan Hees: drums<\/p>\n<p>Meine Urgro\u00dfeltern m\u00fctterlicherseits wurden nach Kriegsende aus ihrer Heimatstadt Landsberg an der Warthe (heute Polen) vertrieben und kamen als Fl\u00fcchtlinge nach Berlin. Meine eigene Mutter wurde 1945 geboren \u201ezu den Stra\u00dfen Berlins\u201c, so steht es in ihrer Geburtsurkunde, weil sie noch keine feste Bleibe hatten. Wir sollten Fremde und insbesondere Fl\u00fcchtlinge und Asylsuchende w\u00fcrdevoll und mit offenen Armen empfangen. Fl\u00fcchten tun wir alle, nur aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden und in verschiedene Richtungen. Jeder ist Fremder, fast \u00fcberall.<\/p>\n<p><strong>08. Count Myself Lucky<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, acoustic guitar, piano, bass, Jan Hees: drums<\/p>\n<p>Ein Song \u00fcber das Abschiednehmen, aber nicht traurig und niedergeschlagen, sondern zuversichtlich und mit einem gesunden Blick nach vorne. Du darfst ein neues Kapitel in deinem Leben aufschlagen? Sch\u00e4tze dich gl\u00fccklich und schreite voran! Pianospiel inspiriert von Jerry Lee Lewis, dem Lieblingsmusiker meines Vaters. Textliche Grundidee evtl. inspiriert von \u201eOld Shoes\u201c von Tom Waits, aber nur vielleicht.<\/p>\n<p><strong>09. Mississippi Queen<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, resonator guitar, piano, ebass, Jan Hees: drums<\/p>\n<p>Einer der wenigen vollkommen fiktiven Songtexte in meinem Werk. Hatte kurz vorher \u201eMississippi Lady\u201c von Jim Croce aufgenommen und anscheinend zu viel Southern Rock von Lynyrd Skynyrd geh\u00f6rt. Dachte wochenlang, dass die Riffs nicht von mir sein k\u00f6nnen und irgendwie unterbewusst geklaut sind, aber das denken sich AC\/DC wahrscheinlich auch bei jedem neuen Album. Die Solo-Gitarre einzuspielen war ein \u201epain in the butt\u201c, das h\u00e4tte ich gerne jemand anderem \u00fcberlassen, aber am Ende klingt\u2019s doch irgendwie ganz passend.<\/p>\n<p><strong>10. Walkin\u2019 Talkin\u2019<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: vocals, resonator guitar, epiano, ebass, Nina Clarissa Frenzel: cello, Jan Hees: drums<\/p>\n<p>Zuerst rutschte mir das Riff beim Fernsehen und Rumdiddeln in die Finger und ging mir tagelang nicht mehr aus dem Kopf. Also einfach mal durchs Schema laufen lassen und fertig war der Instrumentaltrack, dazu ein paar einfache Reime und einen auskomponierten Soloteil. Manchmal ist es ganz einfach, keine gro\u00dfe Inspiration von oben oder sonst woher, sondern einfach solides Handwerk.<\/p>\n<p><strong>11. Silver Mood<\/strong><br \/>\nDennis Sch\u00fctze: resonator &amp; acoustic guitar, organ, ebass, Jan Hees: drums<\/p>\n<p>Zuerst war da der Titel \u201eSilver Mood\u201c, den jemand missverstanden hatte und mich damit konfrontierte. Und wenn man schon mal so einen sch\u00f6nen Titel hat, braucht man auch ein St\u00fcck dazu. Eine Akkordstudie in A-Moll \u00fcber das Bluesschema, dazu kamen dann noch das Intro, ein B- und ein C-Teil. Eingespielt wurde mehrfach, erstmals bereits 2013 bei den Sessions zu \u201eElectric Country Soul\u201c. Das Schlagzeug wurde letztlich modern programmiert von Jan Hees und ab da war es einfach. Thema auf einer silber-gl\u00e4nzenden Resonatorgitarre war klar, lief ohne Probleme, sch\u00f6nes Video und idealer Albumschlusstrack.<\/p>\n<p>all songs by Dennis Sch\u00fctze, mix &amp; master: Jan Hees<br \/>\n(C) Dennis Sch\u00fctze (2020)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Album \u201eStill Here\u201c erscheint weltweit am Freitag, den 20.11.2020 auf allen g\u00e4ngigen Download- &amp; Streamingportalen. 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