{"id":8253,"date":"2020-12-27T12:33:19","date_gmt":"2020-12-27T10:33:19","guid":{"rendered":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/?p=8253"},"modified":"2021-01-01T11:02:44","modified_gmt":"2021-01-01T09:02:44","slug":"musikproduktionstechnische-neuerungen-2020","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2020\/12\/27\/musikproduktionstechnische-neuerungen-2020\/","title":{"rendered":"Musikproduktionstechnische Neuerungen (2020)"},"content":{"rendered":"<p>Vor knapp drei Jahren, Anfang 2018, befand ich mich in einer musikproduktionstechnischen Umbruchsphase und habe dem in einem <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2018\/01\/26\/musikproduktionstechnische-neuaufstellung-2018\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Blogartikel<\/a> Ausdruck verliehen. Ich hatte das Gef\u00fchl meine technischen Mittel ausgereizt zu haben, schaffte neue Ger\u00e4te an, sortierte veraltetes Ger\u00e4t aus, probierte neue Herangehensweisen aus. Die Ausschau nach neuen Entwicklungen und M\u00f6glichkeiten ist seitdem zum Dauerzustand geworden. Informationsquellen sind manchmal Hinweise von Kollegen, meistens aber Anleitungs- und Informationsvideos von Akteuren auf Youtube und Webseiten von kommerziellen Anbietern. Im laufenden Jahr 2020 hat sich f\u00fcr mich einiges entwickelt, was inzwischen erheblichen Einfluss auf meine Arbeitsweise, mein Klangrepertoire und nicht zuletzt die Produktionsergebnisse genommen hat. Hier eine kleine \u00dcbersicht:<\/p>\n<p>Es braucht Monate, wenn nicht Jahre um die diversen Features und Plugins der eigenen DAW kennenzulernen und halbwegs f\u00fcr die eigenen Zwecke zu nutzen. Einige wertvolle Entdeckungen in Logic Pro X waren f\u00fcr mich ChromaVerb, Tape Delay, Vintage EQ Collection, Ultrabeat, Phat FX &amp; Step FX. Ein gro\u00dfer Sprung nach vorne dann sicherlich das Update auf 10.5 im Mai 2020, das neue Features und Plugins wie Live Loops, Sampler, Quick Sampler, Remix FX, Drum Synth und Step Sequencer umfasste. Pers\u00f6nlich hatte ich den Eindruck, dass auch viele Drag-&amp;-Drop-Anwendungen sowie Flexpitch und Flextime im Laufe der letzten Zwischen-Updates deutlich verbessert wurden, ohne dass das gro\u00df thematisiert worden w\u00e4re. Auch die Presets des Amp Designers \u00fcberzeugen mich viel mehr als noch vor kurzer Zeit. Kommt vermutlich dazu, dass man nach einiger Erfahrung mit diesen Applikationen deutlich bessere Ergebnisse erzielt als am Anfang.<!--more--><\/p>\n<p>Erstmals habe ich in diesem Jahr Sounds sog. Drittanbieter zugekauft. Zuerst das Klavier \u201eThe Gentleman\u201c von Native Instruments, weil mich die Werkspianokl\u00e4nge (Yamaha, B\u00f6sendorfer) in Logic immer mehr gest\u00f6rt und frustriert haben. Da die eigenen Aufnahmen am hauseigenen Klavier leider ebenfalls unbefriedigend waren und auch im Workflow (kein MIDI, kaum Nachbearbeitungsm\u00f6glichkeiten) viel Zeit in Anspruch nahmen, war \u201eThe Gent\u201c da ein gro\u00dfer Schritt in die richtige Richtung.<\/p>\n<p>Dann entdeckte ich die Klangbibliotheken der Firma Spitfire Audio, zuerst die kostenlose Serie LABS, dann die g\u00fcnstige Themenserie Orig!nals, hier begeisterten mich Intimate Strings (!), Firewood und Felt Piano, dazu das kostenfreie und gar nicht \u00fcble BBC Orchestra. Freue mich jedes Mal, wenn ein neuer Sound angek\u00fcndigt wird, die gro\u00dfen cinematischen Klangpakete interessieren mich allerdings nicht so sehr, wohl eher was f\u00fcr Filmmusikkomponisten.<\/p>\n<p>Gro\u00dfes Investment zum Jahresende wurde dann die Sammlung <a href=\"https:\/\/www.native-instruments.com\/en\/products\/komplete\/bundles\/komplete-13\/included-products\/#c951283\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Komplete 13 von Native Instruments<\/a> mit vielen Instrumenten, Synths und Effekten. Sind mehr als 200 GB und braucht seine Zeit zum Durchh\u00f6ren, nat\u00fcrlich wird man nicht alles verwenden k\u00f6nnen. F\u00fcr mich besonders interessant alle Pianos (Gentleman, Maverick, Noire, Una Corda, Giant), SynthKlangsammlungen (LoFi Glow, Modular Icons, Hybrid Keys), einige Effekte (Dirt, Driver, Raum, Replika) und DrumLab. Wird mich noch eine Weile besch\u00e4ftigen, bin noch nicht ganz sicher, ob das den Preis wert ist, obwohl viele andere begeistert sind.<\/p>\n<p>Kleines Investment war die Effektsammlung <a href=\"https:\/\/www.soundtoys.com\/product\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Soundtoys 5<\/a>, die ich gerade entdecke. Cool: Decaptivator, Little Plate, Echo Boy.<\/p>\n<p>Dazu kamen diverse kostenfreie, aber wertvolle, weil oft genutzte Plugs wie das neue (!) <a href=\"https:\/\/www.izotope.com\/en\/products\/vinyl.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vinyl von iZotope<\/a>, <a href=\"https:\/\/valhalladsp.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">ValhallaSpaceModulator, ValhallFreqEcho, ValhallaSupermassive<\/a>.<\/p>\n<p>Diese neuen Klangwelten haben bereits einiges bei meinen Produktionen in Gang gesetzt. Entsprechende Ver\u00f6ffentlichungen stehen unmittelbar bevor und ich bin gespannt wie die frische, f\u00fcr meine Verh\u00e4ltnisse neue Klangsprache angenommen wird. Habe im Laufe der Jahre immer wieder Versuche in die Richtung gestartet, angefangen bei <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/album\/79YeJyV0eiRhOb5JB39mbx?si=c9kCTzSyTRGlfctLmPiQxQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201ePictures in my mind\u201c<\/a> (2004) bis <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/album\/1wggreItZmm2ehrW3b0U05?si=N3mkMSPBTjy7JB0DKOrTNA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">\u201eIconic Popsongs of the 1980s in 88bpm\u201c<\/a> (2017) von Doro T, allerdings mit begrenzten klanglichen Mitteln. Jetzt standen mit erstmals zeitgem\u00e4\u00dfe Kl\u00e4nge in hervorragender Qualit\u00e4t zur Verf\u00fcgung, Subb\u00e4sse sind massiver, Beats fetter, Mix optimierter. Mit der S\u00e4ngerin Sandra Buchner und unter dem Pseudonym LoFiLo sind in den letzten Wochen eine Handvoll Einzeltracks entstanden, die alle in den ersten Wochen des neuen Jahres erscheinen werden. Ganz andere Arbeitsweise, alles Singles, die f\u00fcr sich stehen, Mal sehen, ob das jemand h\u00f6ren will.<\/p>\n<p>Was sich jedoch immer deutlicher zeigt: Die gemeinschaftliche Arbeitsweise mit einem musikalischen Kollektiv in Echtzeit ist bereits seit Monaten nicht mehr m\u00f6glich und erscheint mir inzwischen irgendwie auch \u00fcberholt, weil nur selten effektiv, oft bleibt man beim \u00dcben\/Arrangieren im Proberaum doch in (ur-) alten Klischees h\u00e4ngen und es gewinnt der kleinste gemeinsame Nenner. Ich pers\u00f6nlich habe auf Kommando, z.B. w\u00e4hrend der Probe auch einfach keine guten Ideen, brauche daf\u00fcr stattdessen den richtigen Moment, Ruhe, Abgeschiedenheit, eine Idee, die ich ausarbeiten kann. Allenfalls kann ich mit einzelnen Partnern musikalisch arbeiten, brauche dazwischen aber immer wieder Zeit zur Reflexion, zum \u00dcberlegen, Abw\u00e4gen und Abstimmen. Da kommt mehr bei raus und das Ergebnis ist ausgecheckter, interessanter, aufregender. Ausgew\u00e4hlte Klangbibliotheken k\u00f6nnen da eine gro\u00dfe Inspirationsquelle, ein Brandbeschleuniger der k\u00fcnstlerischen Leidenschaft, ein musikalischer Jungbrunnen sein. Es gibt weniger Abh\u00e4ngigkeiten, schnelleren Workflow, gr\u00f6\u00dfere stilistische Breite, qualitativ bessere und quantitativ mehr Ergebnisse. Auf der anderen Seite kann man sich nat\u00fcrlich nicht auf andere Mitstreiter verlassen oder auch nur st\u00fctzen. Inspiration, Durchf\u00fchrung, Probleml\u00f6sung, Entscheidungen, Finalisierung, das muss alles schon im Wesentlichen von einem selbst kommen.<\/p>\n<p>Im Ganzen ist diese neue Arbeitsweise f\u00fcr mich jedoch sehr positiv. Ich stand in diesem au\u00dfergew\u00f6hnlichen Jahr 2020 nur drei Mal auf einer B\u00fchne, habe aber gleichzeitig noch nie so viel Musik erdacht, instrumentiert, arrangiert, aufgenommen, gemischt, gemastert, verfilmt, ver\u00f6ffentlicht, angeboten und verstreamt, sprich gemacht und produziert wie in den letzten 12 Monaten. Was f\u00fcr eine erstaunliche Entwicklung, bin gespannt wie das weitergeht, bef\u00fcrchte allerdings es gibt kein Zur\u00fcck mehr zur althergebrachten Arbeitsweise (z.B. Proben, Jams, Liveauftritte, alle vier Jahre ein Studioalbum). Wir befinden uns mittendrin in einem gewaltigen Paradigmenwechsel der Musikproduktions- und auch der Musikkonsumkultur. Ich habe das Jahr zur Entwicklung neuer Arbeitsmethoden genutzt und der Wandel hat mir und den Ergebnissen absolut gut getan.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor knapp drei Jahren, Anfang 2018, befand ich mich in einer musikproduktionstechnischen Umbruchsphase und habe dem in einem Blogartikel Ausdruck verliehen. 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