{"id":8690,"date":"2021-08-15T17:02:54","date_gmt":"2021-08-15T15:02:54","guid":{"rendered":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/?p=8690"},"modified":"2021-08-18T10:34:42","modified_gmt":"2021-08-18T08:34:42","slug":"radtour-wuerzburg-berlin-2021","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2021\/08\/15\/radtour-wuerzburg-berlin-2021\/","title":{"rendered":"Radtour: W\u00fcrzburg &#8211; Berlin (2021)"},"content":{"rendered":"<p>Anfang August 2021 bin ich mit dem Rad in zehn Tagen von W\u00fcrzburg am Main nach Berlin gefahren. Wie schon einige Male zuvor hatte mich eine Deutschlandkarte in unserer Toilette dazu inspiriert. Da folge ich gerne den Flussl\u00e4ufen und irgendwie hatte es mir die Eger \/ Ohre in Tschechien angetan. Geplant war, dass ich in W\u00fcrzburg starte und \u00f6stlich nach Bamberg und Bayreuth fahre, danach Eger, Elbe, Neisse, Oder, Spree, so ungef\u00e4hr jedenfalls. Kam dann aber doch etwas anders.<!--more--><\/p>\n<p>Die Strecke von W\u00fcrzburg nach Bamberg kannte ich schon von letztem Herbst. Kam mir diesmal leichter vor, von Ebrach bis Burgebrach entlang der ehemaligen Zugtrasse, trotz Schlussalternative waren die letzten Kilometer wieder nicht so ansehnlich. Abendessen im Keesmann und \u00dcbernachtung in der Pension Wunderburg, etwas abseits vom eigentlichen Stadtkern. Am n\u00e4chsten Tag nach Bayreuth, aber nur kurze Pause, die Wagnerei war nichts f\u00fcr mich, direkt rein in den Anstieg ins Fichtelgebirge, rauf nach Bischofsgr\u00fcn, schmaler Fu\u00dfpfad zur Egerquelle und von da nach Weissenstadt am See, dort zweite \u00dcbernachtung.<\/p>\n<p>Von nun an richtete ich mich nach dem Radtourenb\u00fcchlein \u201eEgertal-Radweg\u201c aus der Reihe bikeline, klein, handlich und ordentlich gemacht. \u00dcberfahrt nach Tschechien an einem kleinen Wanderweg. Hier startete auch der Radweg 6, dem ich bis zur Elbe folgen w\u00fcrde. War meist gut beschildert aber der Zustand des \u201eRadwegs\u201c reichte von engem, lehmigem Trampelpfad, \u00fcber Rumpelpiste\/R\u00fcbenacker bis zur Deluxe-Asphaltstrecke. Anteile ca. jeweils drittelig. Ca. die H\u00e4lfte des Weges ging auch gar nicht entlang des Fl\u00fc\u00dfleins, sondern \u00fcber benachbarte Felder, W\u00e4lder und Berge. Durch diverse Stauseen verschwindet der Fluss zum Teil ganz und taucht am anderen Ende in anderer Gestalt, meist deutlich schlanker wieder auf.<\/p>\n<p>Erste Nacht in Tschechien verbrachte ich in einem Feriencamp bei Loket am Fluss bei dem wegen leichtem Nieselregen mitten in der Woche kaum G\u00e4ste waren. Hatte ein ganzes Zimmer und Gemeinschaftsdusche in einer Blockh\u00fctte, nachts dann sogar das komplette Camp ganz f\u00fcr mich allein. Am n\u00e4chsten Tag \u00fcber das unansehnliche, ja fast absto\u00dfende Karlsbad bis Zatec, einem einfachen kleinen St\u00e4dtchen, wo ich mich aber ganz wohl f\u00fchlte. Es folgte die K\u00f6nigsetappe, was ich aber beim Start noch nicht wusste: Von Louny bis zur M\u00fcndung der Eger in die Elbe bei Litomerice. Auf der Strecke verfuhr ich mich und wurde ein paar Male von Schauern erwischt. Nach Litomerice wollte ich noch etwas weiter, die anvisierte Radlerunterkunft am Fluss war voll besetzt, also weiter, Usti ist eine h\u00e4ssliche Industriestadt, also noch weiter. Irgendwann war ich in Decin, dort war es eigentlich ganz h\u00fcbsch, aber so kurz vor der Grenze wollte ich nicht stehen bleiben und ehe ich mich versah war ich \u00fcbergangslos in Sachsen angekommen. Nur kam da erstmal kilometerlang kein Ort, also wieder weiter. Es wurde dunkler und dunkler, aber irgendwann kam ich endlich in K\u00f6nigstein an, die Rezeption am Campingplatz war l\u00e4ngst nicht mehr besetzt, aber ein paar lustige, anged\u00fcdelte Gesellen wiesen mich darauf hin, dass es im Ort ein Hostel g\u00e4be. Aha. Da bin ich hin und habe den letzten Platz in einem 11-Mann-Schlafraum bekommen. Nach 9h im Sattel und ca. 140km erstmal Dusche, ein kleiner Snack inkl. Bier in der angeschlossenen Kneipe (am n\u00e4chsten Morgen Fr\u00fchst\u00fccksraum) und Gespr\u00e4che mit Sven und Alex, dem Wirt und dem letzten Gast \u00fcber Gott und den Arsch der Welt. Ca. um Mitternacht ins Bett, aber da waren zwei Schnarcher im Raum, nach drei m\u00fcden aber hellwachen Stunden zog ich um in den Gemeinschaftsraum auf\u2019s Sofa, wo ich von zwei unsensiblen jungen Damen um 6.30 durch v\u00f6llig unn\u00f6tige, inhaltsleere Dauergespr\u00e4che geweckt wurde, auch schon egal.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Mittag (Sonntag) weiter entlang der Elbe nach Pirna, es wurde immer touristischer, dann Einfahrt ins beeindruckende Dresden, kurze Pause, \u00fcber die Br\u00fccke und rauf und raus aus der Stadt Richtung Lausitz. \u00dcbernachtung im langweiligen Senftenberg am See, den ich nicht gesehen hab (sah auf der Karte ganz nett aus). Von Senftenberg leichter Ritt nach Cottbus, wo ich Ralf Schuster treffen sollte, der aber gerade in W\u00fcrzburg (!) war, also verbrachte ich den Nachmittag mit seiner charmanten Frau; Essen, Spaziergang, Museum. Diese Entspannung und Erholung hatte ich bitter n\u00f6tig, merkte das erst richtig, als die Spannung von mir abgewichen war. Irgendwann am Abend kam dann auch Ralf von seinem Ausflug zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag gemeinsame Fahrt (Schuster: E-Motor, Sch\u00fctze: Muskelkraft), \u00fcber versteckte Feldwege nach Lieberose, wo eine Landh\u00fctte der Schusters steht, hier erst Pause, dann Grillen mit den netten Nachbarn und dann doch \u00dcbernachtung. Zweiter Halbruhetag.<\/p>\n<p>Die Streckenf\u00fchrung entlang Neisse und Oder hatte sich inzwischen zerschlagen, weil mein Kontakt im Oderbruch keine Zeit hatte und mir von den Anlaufstellen Eisenh\u00fcttenstadt und Frankfurt\/Oder aus kulturellen Gr\u00fcnden (langweilig!) im Hause Schuster abgeraten wurde. Dar\u00fcber war ich sogar ganz gl\u00fccklich und nahm die Empfehlung dankbar an, weil\u2019s direkt nach Berlin deutlich weniger Kilometer waren. So langsam waren die muskul\u00e4ren (!) Akkus leer, aber vor allem auch der Po wund gesessen.<\/p>\n<p>Die letzten beiden Etappen f\u00fchrten von Lieberose nach F\u00fcrstenwalde und schlie\u00dflich von dort entlang der Spree (sehr sch\u00f6ne Strecke!) bis nach Berlin. Den Falk-Plan \u201eBerlin\u201c von 2002 hatte ich aus Gewichts- und Aktualit\u00e4tsgr\u00fcnden daheim liegen gelassen und radelte nach Gef\u00fchl durch die s\u00fcdlichen Stadtteile der wiedervereinten Metropole. Zum Gl\u00fcck fanden sich zwei \u00e4ltere Damen auf dem Rad, die gerade vom Federballspielen kamen, deren Heimfahrt mit meinem Zieleinlauf zum Teil parallel verlief, die mich unter ihre Fittiche nahmen und mir gn\u00e4dig den Weg wiesen. Um ca. 13.30 glorreiche Einfahrt in den Stadtteil Wilmersdorf, wo ich zuerst Verwandtschaft besuchte und sp\u00e4ter meine Frau dazu kam. Danach haben wir zusammen noch zwei sch\u00f6ne Tage in Berlin verbracht und sind am Ende mit dem Auto nach Hause gefahren.<\/p>\n<p>War meine erste l\u00e4ngere Tour, abgesehen von W\u00fc-M\u00fc-W\u00fc in sechs Tagen zu Pfingsten (2021). Keine Pannen, keine Unf\u00e4lle, nicht gro\u00df verfahren, gr\u00f6\u00dftenteils sch\u00f6ne Strecke, aber ziemlich anspruchsvoll. Nur der ungeplante zweite Teil der Strecke (Lausitz) hat sich etwas gezogen, k\u00f6nnte aber auch sein, dass ich da einfach etwas durch war, das Treffen mit Schusters war da ein wunderbarer Lichtblick. Mal sehen was mir als n\u00e4chstes ins Auge f\u00e4llt, Saarland sieht nett aus.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Anfang August 2021 bin ich mit dem Rad in zehn Tagen von W\u00fcrzburg am Main nach Berlin gefahren. Wie schon einige Male zuvor hatte mich eine Deutschlandkarte in unserer Toilette dazu inspiriert. 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