{"id":8959,"date":"2021-11-29T17:17:21","date_gmt":"2021-11-29T15:17:21","guid":{"rendered":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/?p=8959"},"modified":"2021-11-30T11:12:51","modified_gmt":"2021-11-30T09:12:51","slug":"spotify-multimillionaer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2021\/11\/29\/spotify-multimillionaer\/","title":{"rendered":"Spotify Multimillion\u00e4r"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Jolene\" width=\"584\" height=\"438\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/jyuxiJhfcJc?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>Seit diesem Montag bin ich Spotify Multimillion\u00e4r. Im Fr\u00fchjahr 2019 hatte ich dar\u00fcber berichtet, dass der von mir produzierte Track \u201eJolene\u201c mit Sunny Sweeney vom Album \u201eSideburner\u201c (2006) stramm auf die 500.000-Marke zusteuert. Seitdem kamen jeden Tag 1-2000 Zugriffe dazu. Ende 2019 wurde bereits die eine Millionengrenze \u00fcberschritten, die t\u00e4glichen Zuw\u00e4chse verlangsamten sich zwar zuletzt etwas, aber zwei Jahre sp\u00e4ter wurde nun mit 2.000.202 die Zweimillionengrenze geknackt, was mich offiziell zum Spotify Multimillion\u00e4r macht. Wer h\u00e4tte das gedacht? Die kuriose Vorgeschichte und die unwahrscheinliche Wendung zum Track hatte ich bereits in einem <a href=\"https:\/\/dennisschuetze.de\/blog\/2019\/04\/27\/alles-im-fluss-sunny-sweeney-ich\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">anderen Artikel<\/a> beschrieben.<\/p>\n<p>Dabei hatte ich doch von Anfang an alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Der Track und das dazugeh\u00f6rige Album hatte ich 2005\/06 wider besseres Wissen produziert und finanziert, obwohl es weder eine feststehende Band, noch ein Publikum und schon gar keine Zuh\u00f6rerschaft oder Konzerttermine gegeben hatte. Von der gepresstes CD habe ich vielleicht gerade mal 100 St\u00fcck verkauft, der Rest steht heute noch eingeschwei\u00dft und verpackt bei mir im Keller. 2007 hat das Label Fuego aus Bremen alle meine bis dahin entstandenen Alben ins Portfolio \u00fcbernommen und zuerst zum Download, sp\u00e4ter als Stream angeboten. Dann passierte lange Zeit gar nichts, ich h\u00e4tte es auch gar nicht mitbekommen, weil ich selbst immer noch CDs kaufte und nur MP3s h\u00f6rte, die ich selbst digitalisiert hatte.<\/p>\n<p>Zum Jahreswechsel 2018\/19 fiel dem Label auf, dass sich etwas bewegte und gab mir Bescheid. Hatte damit zu tun, dass der Song \u201eJolene\u201c (von Dolly Parton) auf einmal in verschiedenen Versionen eine Renaissance erlebte, z.B. von Miley Cyrus, White Stripes, BossHoss etc. Dass die texanische S\u00e4ngerin Sunny Sweeney in den US-amerikanischen Country-Charts vertreten war und pl\u00f6tzlich einer gr\u00f6\u00dferen Zuh\u00f6rerschaft bekannt wurde, hat sicher auch nicht geschadet. Ganz allgemein haben digitale Streamingplattformen in den Jahren aber auch grunds\u00e4tzlich sehr viele Abonnenten dazugewonnen und so wurde die Gesamtzahl der Streams betr\u00e4chtliche nach oben getrieben.<\/p>\n<p>Ca. 14 Jahre nach seiner urspr\u00fcnglichen Entstehung fand der Track also doch noch sein Publikum. Hatte aber leider keine Auswirkung auf andere Tracks vom Album oder gar andere meiner Alben, die d\u00fcmpeln im Vergleich so vor sich hin, obwohl es meiner eigenen bescheidenen Meinung nach bessere Tracks von mir gibt als ausgerechnet \u201eJolene\u201c, aber was den Leuten gef\u00e4llt kann man sich bekanntlich nicht aussuchen und \u201ethe public is always smarter than you.\u201c (John Mayer), also was wei\u00df ich schon? Ich kann nur leider noch nicht mal musikalisch anschlie\u00dfen. Zu Sweeney selbst hatte ich nie direkt Kontakt, die Bandmusiker waren ein zusammengew\u00fcrfelter Haufen, an Aufnahme, Mix &amp; Master kann ich mich nicht mal mehr richtig erinnern, irgendwelche mystischen Geheimnisse gab es aber wohl nicht, das h\u00e4tte ich mir gemerkt.<\/p>\n<p>Gerade weil es so ein Zufallstreffer war, hofft man als produzierender Musiker nat\u00fcrlich, dass das nochmal passiert, man hat ja jetzt den Beweis, dass es klappen kann, dass man auch mit einem obskuren Track aus der fr\u00e4nkischen Provinz viele Menschen erreichen und weltweit Erfolg haben kann. Aber, wenn auch die eigenen Ver\u00f6ffentlichungen qualitativ besser und quantitativ h\u00e4ufiger geworden sind, so konkurriert man inzwischen buchst\u00e4blich und wortw\u00f6rtlich gegen die ganze verdammte Musikwelt da drau\u00dfen und es ist immer unwahrscheinlicher, dass man geh\u00f6rt wird, weil die anderen nat\u00fcrlich zum gro\u00dfen Teil mit abartigen Tricks und Budgets operieren. Wie soll man da als One-Man-Show was gestemmt kriegen? Und dann auch noch mit eigenen Songs, au\u00dferhalb des Mainstreams und ohne die traditionelle Wirkungsplattform Konzerte um seine Musik zu Geh\u00f6r zu bringen.<\/p>\n<p>Wie auch immer, ich muss jedes Mal grinsen, wenn ich alle paar Wochen die Zugriffe auf meine Musik checke oder in der Labelabrechnung nachlese. Hin und wieder guck ich auch in die Statistik und staune, wo auf der Welt meine Musik \u00fcberall geh\u00f6rt wird. Gar nicht so sehr in meinem Heimatland, daf\u00fcr viel in den USA, Kanada und Australien. Zusammen genommen sind es mehrere Millionen Menschen, die meine Musik einmal geh\u00f6rt haben, ist schon irre. Davon werde ich zwar nicht reich, aber es ist schon mehr als okay, k\u00f6nnte durchaus schlimmer sein. Ich bin nur immer wieder beeindruckt bis irritiert von der Diskrepanz zwischen regionalem Misserfolg und globalen Zugriffen, schon auch bissl schizzo.<\/p>\n<p>Freue mich jetzt auf 3M als n\u00e4chstes Etappenziel. Und wer wei\u00df, vielleicht passiert doch noch ein Wunder und einer meiner anderen Tracks nimmt Fahrt auf, verdient h\u00e4tten sie es alle! Wirklich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit diesem Montag bin ich Spotify Multimillion\u00e4r. Im Fr\u00fchjahr 2019 hatte ich dar\u00fcber berichtet, dass der von mir produzierte Track \u201eJolene\u201c mit Sunny Sweeney vom Album \u201eSideburner\u201c (2006) stramm auf die 500.000-Marke zusteuert. 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